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Coronakrise: Arko verschenkt Süßes im Wert von 300.000 Euro

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Zahl der Corona-Erkrankten steigt in Hamburg auf 3217. Starköchin Poletto beliefert Senioren mit kostenlosem Essen. Der Newsblog.

Hamburg. Die Ausbreitung des Coronavirus beschränkt das Leben der Menschen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern weiterhin massiv. Doch es gibt in der Coronakrise auch gute Nachrichten. So hat Hamburg als Corona-Soforthilfe bereits 160 Millionen Euro zur Auszahlung an Selbstständige und kleinere Unternehmen in der Hansestadt angewiesen. Die Kehrseite: Es wurden bereits Missbrauchsfälle ausgemacht.

Unterdessen ist die Zahl der an Covid-19 Erkrankten in Hamburg am Dienstag um 129 weitere Fälle auf insgesamt 3217 gestiegen, die Zahl der Coronatoten hat sich laut Hamburger Gesundheitsbehörde auf 25 erhöht. 70 Coronapatienten liegen in Hamburg auf einer Intensivstation. In Bergedorf hat inzwischen das erste Corona-Testzentrum für Autofahrer seinen regulären Betrieb aufgenommen.

Coronavirus – alle Entwicklungen im Newsblog des Hamburger Abendblatts:

Drei Bewohner aus Wentorfer Altenheim gestorben

Drei Bewohner eines Altenheims in Wentorf (Kreis Herzogtum Lauenburg) sind in Folge einer Corona-Infektion gestorben. Wie die Kreispressestelle am Dienstag mitteilte, befanden sich die drei seit vergangener Woche im Krankenhaus. In der betroffenen Einrichtung werden Patienten aller Pflegestufen behandelt. Kreissprecher Tobias Frohnert sagte: „Da wir es hier mit einer Hochrisikogruppe zu tun haben, war so etwas zu erwarten – auch wenn wir bis zuletzt etwas anderes gehofft haben.“

Das Pflegeheim in Wentorf wird seit Mitte März kommissarisch vom Landkreis geführt, nachdem der Betreiber die Einrichtung aufgeben musste. Zwar seien noch nicht alle Testergebnisse der Bewohner bekannt, allerdings seien die ersten dreizehn Tests positiv gewesen. Weitere Fälle in der Einrichtung könnten nicht ausgeschlossen werden.

In Schleswig-Holstein sind vor allem Pflegeeinrichtungen in den Kreisen Pinneberg und Herzogtum Lauenburg vom neuartigen Coronavirus betroffen. Zurzeit ermitteln die Gesundheitsbehörden, wie das Virus in die Einrichtungen gelangen konnte. „Eine mögliche Erklärung wäre, dass beide genannten Kreise an Hamburg grenzen, das aufgrund der Schneeferien viele Reiserückkehrer hatte, die zum Teil auch in den angrenzenden Kreisen wohnen“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Coronakrise: Tschentscher startet eigenen Podcast

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat am Dienstag einen eigenen Podcast mit dem Titel "Aus erster Hand" gestartet. Darin wird er regelmäßig Fragen rund um die Coronkrise beantworten. Das twitterte der Senat am Nachmittag.

Das Thema der ersten Folge: der Hamburger Schutzschirm. Zu Gast bei Tschentscher ist die Hamburger Friseurmeisterin Dominique Bihame. Das Gespräch können Sie auf YouTube verfolgen.

Coronakrise: Millionenschwerer Betrug mit Atemmasken

Ein international angelegter, millionenschwerer Betrug mit nicht existierenden Atemschutzmasken ist von Ermittlern in Traunstein aufgedeckt worden. Betroffen ist laut Staatsanwaltschaft neben einem Unternehmen in Zürich auch eine Firma in Hamburg. Sie sollten rund zehn Millionen Masken für knapp 15 Millionen Euro an das Land Nordrhein-Westfalen liefern.

Die Firmen hatten laut Mitteilung schon eine Anzahlung von rund 2,4 Millionen Euro an die vermeintlichen Lieferfirmen geleistet. Als die Masken nicht ankamen, habe der deutsche Geschäftsführer der beiden Unternehmen Anzeige erstattet. Rund zwei Millionen des Geldes wurden nach Auskunft der Ermittler bereits im Ausland gesichert.

Auch Nordrhein-Westfalen hatte schon bezahlt – rund 14,7 Millionen Euro an das Schweizer Vertriebsunternehmen. Rund 12,3 Millionen Euro seien inzwischen wieder zurückbezahlt worden. Die Ermittlungen laufen noch.

Laut Staatsanwaltschaft hatten die Betrüger die Identität einer Firma im europäischen Ausland gekapert. Einzelheiten wurden unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht genannt.

Niedersachsen passt vor Ostern Kontaktbeschränkungen an

Vor dem Osterwochenende hat Niedersachsen die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Epidemie angepasst. Private Besuche in abgespeckter Form seien über die Feiertage möglich, sagte die stellvertretende Krisenstabsleiterin, Claudia Schröder, am Dienstag in Hannover.

Das strikte Verbot von Besuchen von Menschen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören, wurde wie bereits angekündigt aufgehoben. Zugleich appellierte Schröder aber, Besuchskontakte wegen des Infektionsrisikos einzuschränken. Eine Begegnung im Freien sei einer Verabredung zu Hause vorzuziehen. Große Familientreffen oder Partys blieben tabu.

Erweitert wird mit der neuen Verordnung die Möglichkeit zur Teilnahme an Hochzeiten und Beerdigungen, die nun von maximal zehn Menschen aus dem Familien- oder engen Freundeskreis besucht werden dürfen. Außerdem wurde die Begleitung Sterbender ermöglicht. Zudem ist künftig das vollautomatische Betreiben von Autowaschanlagen möglich.

Coronapandemie: "Immobilie lieber später verkaufen"

Im Vergleich der Bundesländer haben die Hamburger im vergangenen Jahr die höchsten Preise für Immobilien gezahlt. Auf Basis der tatsächlich gezahlten Preise aus den Kreditverträgen ermittelte der Baugeldvermittler Dr. Peters für die Hansestadt die Durchschnittswerte für die Hansestadt: Für Eigentumswohnungen aus dem Bestand wurden im Schnitt 4079 Euro je Quadratmeter an den Vorbesitzer überwiesen.

Gegenüber 2018 war das ein Anstieg von knapp sechs Prozent. Neubauten bei Eigentumswohnungen verteuerten sich um knapp zehn Prozent auf 5375 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Im Vergleich dazu konnten Einfamilienhäuser im vergangenen Jahr etwas günstiger erworben werden.

Das kann auch daran liegen, dass der Renovierungsbedarf bei Einfamilienhäusern in der Regel höher ist als bei dem Eigentum auf der Etage. Bei Bestandsobjekten kostete der Quadratmeter Wohnfläche 3708 Euro. Der Preis blieb damit gegenüber dem Vorjahr fast konstant. Beim Neubau von Einfamilienhäusern mussten 2019 um neun Prozent höhere Preise als im Vorjahr bezahlt werden. Der Quadratmeter Wohnfläche kostete im Schnitt 4138 Euro.

Angesichts der Coronapandemie erwarten Experten eine Beruhigung für den Hamburger Immobilienmarkt. „Die Nachfrage wird geringer werden, aber auch das Angebot nimmt wegen der Coronakrise ab“, sagt Frank Lösche, Spezialist für Immobilienfinanzierung bei Dr. Klein in Hamburg. „Wer einen zeitlichen Puffer hat, verkauft die Immobilie lieber später – schon allein um keine Besichtigungstermine vereinbaren zu müssen.“ Wenn der Markt wieder in Bewegung komme, werde aber auch die Nachfrage wieder steigen. Hamburg bleibe beliebt bei Immobilieninteressenten.

Corona: Hamburgische Investitionsbank unterstützt Kultureinrichtungen

Hamburg drückt bei der Bearbeitung der Anträge für die Corona-Soforthilfe aufs Tempo. Die Investitions- und Förderbank (IFB) hat angekündigt, dass alle 35.000 Anträge, die bis zum heutigen Dienstag gestellt wurden, bis Gründonnerstag bearbeitet sein sollen.

Nach Angaben der Wirtschaftsbehörde werden die Fördermittel von Bund und Land, die Selbstständige, kleine Unternehmen, Künstler und gemeinnützige Organisationen beantragen können, weiter stark nachgefragt. Bislang wurden 21.714 Anträge mit einem Zusagevolumen von gut 215 Millionen Euro bewilligt. Die Mittelanweisung erfolgt demnach direkt nach der Bewilligung. Parallel bekommen die Antragsteller einen Brief per Post.

Zur Überprüfung der Angaben werden Stichproben gemacht. Mit den Hilfen will Hamburg denen „unkompliziert helfen, die in eine finanzielle Notlage geraten“, hatte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) dem Abendblatt gesagt.

Die IFB baut ihre Unterstützungsangebote weiter aus. Ab sofort können Kultureinrichtungen auf der Seite der IFB jetzt auch Förderkredite beantragen, mit denen neben Investitionen nun auch betriebliche Einbußen zu besonders günstigen Konditionen und mit vereinfachtem Zugang kreditär ausgeglichen werden können, wenn deren Bedarf aus der Corona bedingten Schließung erfolgen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Die Stadt stellt für den Förderkredit die notwendige Sicherheit her.

Der Umfang der zu erhöhten Garantie in Höhe von 400 Millionen Euro für die IFB verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Darlehensprogramme:

  • IFB-Förderkredit Kultur (Modul Corona): 50 Mio. Euro
  • IFB-Förderkredit Sport (Modul Corona): 50 Mio. Euro
  • Hamburg Kredit Liquidität (HKL): 300 Mio. Euro

„Mit dem IFB-Förderkredit Kultur können jetzt neben Investitionen auch Betriebsmittel abgedeckt werden. Damit haben Kulturbetriebe jetzt die Möglichkeit schnell und zusätzlich zu den Soforthilfen dringend benötigte Liquiditätshilfen zu erhalten", sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD). Damit werde der Rettungsschirm auch für die Kultur immer weiter aufgespannt. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) ergänzte: "Meine Bitte an alle Betroffenen: Nutzen Sie durchaus die jetzige Phase der aktuellen Einschränkungen rund um Ostern, um Ihre Anträge auf Soforthilfe vorzubereiten und zu stellen! Wir haben viele Fragen aufgegriffen, die FAQ präzisiert, das IT-System läuft stabil. Wir werden im Grundsatz alle bis heute Abend zur Zahlung angewiesenen Anträge auf Soforthilfe bis zum Donnerstag vor Ostern zur Auszahlung gebracht haben." Das werden demnach voraussichtlich mehr als 200 Millionen Euro sein.

Landkreis Lüneburg meldet drei neue Coronafälle

Seit Dienstag gibt es im Landkreis Lüneburg drei weitere bestätigte Coronavirus-Infektionen – damit liegt die aktuelle Zahl der gemeldeten Fälle bei 125. "Derzeit befindet sich keine Person wegen Covid-19 in stationärer Behandlung im Klinikum Lüneburg", teilte der Landkreis mit. Insgesamt haben 65 Menschen aus dem Landkreis Lüneburg, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, die Corona-Infektion überwunden.


Um schnell und direkt in der akuten Coronakrise reagieren zu können, stellt der Landkreis Lüneburg zusätzlich eine Million Euro aus dem aktuellen Haushalt bereit. Das hatte am Montag der Kreisausschuss entschieden. „Die derzeitige Situation ist mit vielen Kosten verbunden“, sagte Landrat Jens Böther. „Dazu zählt nicht allein die Schutzausrüstung für die Menschen im Landkreis Lüneburg, sondern genauso zusätzliches Personal, Logistik, Material und technische Ausstattung.“ Die außerplanmäßigen Ausgaben im Haushalt 2020 sollen an anderer Stelle wieder eingespart werden.


Theater Lübeck will erst ab Anfang Mai wieder spielen

Das Theater Lübeck setzt seinen ursprünglich bis zum 19. April unterbrochenen Spielbetrieb für weitere zwei Wochen bis zum 3. Mai aus. Das teilte das Theater am Dienstag mit. Alle bis dahin geplanten Aufführungen, Konzerte und Gastspiele entfallen oder werden verschoben. Die geplante Wiederaufnahme der Operette "Ball im Savoy" von Paul Abraham muss nach Angaben einer Sprecherin ganz entfallen, da derzeit auch keine Proben stattfinden können. Eine Verschiebung in die Spielzeit 2021/2022 werde geprüft, sagte sie. Wegen der Corona-Pandemie hatte das Schleswig-Holsteinische Gesundheitsministeriums alle Theater, Kinos und Veranstaltungshäuser im Land zunächst bis zum 19. April geschlossen.

Corona: Großer Erfolg für Hamburger Initiative #PayNowEatLater

Vor zwei Wochen hatten vier Hamburger Gastronomen die Aktion #PayNowEatLater gegründet – eine Plattform zur Rettung gastronomischer Betriebe. Unter dem Motto #PayNowEatLater rufen sie dazu auf, lokalen Unternehmen mit Gutscheinen durch die Krise zu helfen. Alle Erlöse gehen ohne Provisionsabzüge direkt an die teilnehmenden Cafés, Bars und Restaurants. Eine Bilanz nach rund zwei Wochen: Es wurden bereits Gutscheine im Wert von mehr als 500.000 Euro verkauft.

Corona: Nord-CDU im Bundestag fordert Stopp der Exit-Debatte

Die Landesgruppe der CDU im Bundestag verlangt ein sofortiges Ende der Debatte in Schleswig-Holstein über einen Ausstieg aus den strengen Schutzmaßnahmen gegen das neue Coronavirus. "Wer vorzeitig den Ausstieg aus den harten Regulierungen fordert, gefährdet Menschenleben und verantwortet am Ende eine Verlängerung der Krise", sagte am Dienstag der Vorsitzende der Landesgruppe, Unionsfraktionsvize Johann Wadephul. Am Vortag hatten sich im Norden die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli und Landtagsfraktionschef Ralf Stegner für eine Exit-Debatte ausgesprochen.

Der Anstieg der Neuinfektionen habe sich in Deutschland verlangsamt, aber die Kurve zeige nach wie vor nach oben, sagte Wadephul. In Italien und Frankreich habe es wieder einen Anstieg der Todesfälle gegeben. Wer katastrophale Umstände wie in südlichen Nachbarländern verhindern wolle, müsse weiter Disziplin zeigen. Zwei Wochen längere Abstinenz bewahrten Menschenleben und verkürzten am Ende die Krise. "Wenn in China zweieinhalb Monate restriktive Maßnahmen getroffen wurden und sich erste Erfolge zeigen, kann man hier nicht schon nach drei Wochen aussteigen wollen", sagte Wadephul.

SPD-Landeschefin Midyatli hatte umgehend eine öffentliche Diskussion zum Ausstieg aus dem Shutdown gefordert, unter Einbeziehung eines Expertenrates. Stegner befürwortete auf Facebook eine Debatte über eine verantwortbare Exitstrategie. Alten- und Pflegeheime sowie Einrichtungen des Gesundheitswesens müssten sicher noch lange streng geschützt werden. Auch bei Kitas, Schulen, Hochschulen, Gastronomie, Hotels, Einzelhandel, Dienstleistungen, Sport und Freizeit werde es nicht von 0 auf 100 gehen können. "Aber mit differenzierten Abstands- und Schutzregeln werden all diese und andere Bereiche absehbar wieder allmählich hochgefahren werden, wenn die Osterpause oder vielleicht der Maifeiertag vorbei sind", sagte Stegner voraus.

Starköchin Poletto beliefert Senioren mit kostenlosem Essen

Mehrere Dutzend Senioren sind am Dienstag in den Genuss eines Mittagessens der Hamburger Starköchin Cornelia Poletto gekommen. In zwei Service-Wohnanlagen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) haben die Fernsehköchin und ihr Team 100 kostenlose Essen direkt bis an die Wohnungstür angeliefert. "Heute gab es Hühnerfrikassee mit Spargel, Erbsen und Reis. Ich liebe alles rund ums Huhn, und wenn wir heute etwas ältere Herrschaften bedienen dürfen, dann soll es auch etwas sein, das für jeden auch gut essbar ist", sagte die 48-Jährige.

Ihr Essen überreichte Poletto den Senioren selbst beziehungsweise stellte es in Zeiten von Corona auf die Fußmatte. Dabei trug sie Mundschutz und schwarze Latexhandschuhe und achtete auch auf den nötigen Sicherheitsabstand. Auch für einen kurzen Plausch mit den älteren Menschen nahm sie sich Zeit. Die Reaktionen der Senioren waren dabei durchweg positiv. "Recht vielen Dank. Das wird schmecken", sagte einer der Bewohner. "Dass Sie so jung sind, hätte ich nicht gedacht", ergänzt seine Frau mit einem Lachen. Einmal wöchentlich will Poletto nun während der Corona-Zeit für bedürftige Senioren kochen.

Am Sonntag hatte die Polizei Polettos Restaurant inspiziert. Die Gastronomin hatte außer Haus verkauft, was einige Kunden an Bänken vor dem Lokal konsumierten. Nach dem Einschreiten der Polizei und einer Anzeige wegen der Ordnungswidrigkeit musste das Mobiliar abgesperrt werden.

Corona: Beiersdorf spendet Desinfektionsmittel

Beiersdorf hat der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH) 100.000 Flaschen mit Händedesinfektionsmittel gespendet. Ein Großteil der Sprühflaschen mit jeweils 200 ml Inhalt soll ab Donnerstag an die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten ausgeliefert werden.

Der Vorstandsvorsitzende der KVH, Walter Plassmann, zeigte sich darüber hocherfreut: „Die Lage in den Praxen ist momentan sehr angespannt. Und auch wenn wir als Kassenärztliche Vereinigung zur Zeit alles Erdenkliche tun, um Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung zu beschaffen, so müssen wir doch leider feststellen, dass viele Bestellungen einfach nicht ausgeliefert werden. In dieser äußerst angespannten Situation können wir für die Spende von Beiersdorf nur in höchstem Maße dankbar sein, denn Desinfektionsmittel ist absolut unentbehrlich für den sicheren ordnungsgemäßen Betrieb einer Arztpraxis. Mit dieser großzügigen Spende werden die Praxen erst einmal eine Sorge weniger haben.“

Via Twitter bedankte sich auch Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) für die großzügige Spende.

Peter Tschentscher: Weniger Kontrollen an der Ländergrenze

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat angekündigt, dass es keine Kontrollen von Hamburger Fußgängern und Radfahrern im Nahbereich der Landesgrenze nach Schleswig-Holstein mehr geben soll. Er sei sich nach einem Telefonat mit dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) einig, dass es nicht sinnvoll sei, Menschen, die sich im Nahbereich ihres Wohnortes an der Landesgrenze bewegten, zu überprüfen. Ziel bleibe aber weiterhin, touristische Ausflüge vor allem an Nord- und Ostsee zu unterbinden, sagte Tschentscher am Dienstag in der Hansestadt.

Corona-Kontrollen: Tschentscher und Günther einigen sich

Coronakrise: Arko will Süßwaren im Wert von 300.000 Euro verschenken

Die Handelskette Arko will Süßigkeiten im Wert von 300 000 Euro verschenken. Diese sollen an 300 Einrichtungen in Deutschland gehen, in denen Menschen aktuell wegen der Coronakrise isoliert sind, oder die sich tagtäglich für andere einsetzen wie Krankenhäuser, Behinderten-Einrichtungen und Altenheime, wie das Unternehmen mit Sitz in Wahlstedt (Kreis Segeberg) am Dienstag mitteilte. Die Verteilung der Pakete im Wert von 1000 Euro soll am Mittwoch starten.

Zuvor hatten die Filialen des Unternehmens Einrichtung an ihrem Standort vorgeschlagen. Die Unternehmensgruppe, die auf hochwertige Süßwaren und Kaffee spezialisiert ist, betreibt nach eigenen Angaben unter den Marken arko, Hussel und Eilles rund 300 Filialen in Deutschland. Die Gruppe beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter.

Sieben weitere Coronatote in Hamburg

Nach den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Hamburg 20 Personen mit einer Covid-19-Infektion verstorben. Laut Angaben des Instituts für Rechtsmedizin konnte jedoch bereits bei 25 Personen die COVID-19 Infektion als todesursächlich festgestellt werden. Die Gesundheitsbehörde führt die höhere vom Institut für Rechtsmedizin festgestellte Todesfallzahl darauf zurück, dass es ebenso wie bei den täglichen Gesamtfallzahlen bei der Erfassung der Toten einen Meldeverzug beim RKI gibt.

Am Montag wurden in Hamburg 18 Coronatote gemeldet.

Coronavirus-Pandemie: 70 Hamburger auf der Intensivstation

Corona in Hamburg: Keine Maskenpflicht geplant

Anders als in Jena ist in Hamburg keine Maskenpflicht geplant, wie Tschentscher sagte. Das Wichtigste sei, sich an die Abstandregeln zu halten.

Rund 130 Coronafälle in Hamburger Pflegeheimen

Die Gesundheitssenatorin gab an, dass in Hamburger Alten- und Pflegeheimen rund 130 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Beschränkungen in Hamburg mindestens bis nach Ostern

Bürgermeister Tschentscher betonte, dass die durch Corona bedingten Beschränkungen mindestens bis nach dem Osterfest (19. April) bestehen bleiben. "Wahrscheinlich ist, dass wir uns in Schritten aus der Situation herausbewegen", so Tschentscher. Wann damit begonnen werden kann und in welcher Abfolge man wieder schrittweise zum gewohnten Alltag zurückkehren kann, ist noch unklar. Nach Ostern wollen sich die Länder mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu beraten.

Auch Ostern sollten Großeltern darauf verzichten, ihre Enkelkinder zu sehen. "Uns ist bewusst, dass es eine Zeit der Familienfeiern ist", so Tschentscher. "Aber diese Zeit müssen wir jetzt noch überstehen."

Coronavirus: Bis zu 500 Verstöße täglich in Hamburg

Hamburgs Innensenator Andy Grote teilte mit, dass in Hamburg am Wochenende und am Montag täglich 300 bis 500 Ordnungswidrigkeiten verzeichnet wurden. Dabei handelte es sich um Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen, die Abstandsregelung und das Ansammlungsverbot. Vereinzelt verstießen auch Gewerbebetreibende gegen die Regeln. "Überwiegend halten sich die Menschen jedoch sehr verantwortungsvoll an die Regeln", so Grote. Auffällig: Häufig verstoßen demnach Gruppen jüngerer Männer gegen die Kontaktverbote. Er verwies darauf, dass es draußen keine Sitzzeitbeschränkung gebe. Aber der Abstand müsse auf Bänken und auf dem Rasen gewahrt bleiben.

Coronavirus: Zahl der Infizierten steigt auf 3217

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), die Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) und Innensenator Andy Grote (SPD) informierten am Dienstagmittag über die aktuelle Corona-Lage in der Hansestadt. Die Zahl der an Covid-19 Erkrankten in Hamburg ist auf 3217 gestiegen – damit gibt es 129 neue Corona-Fälle seit Montag. Von den an Corona Erkrankten sind 1790 Patienten wieder genesen, wie Prüfer-Storcks sagte. Derzeit liegen 244 Personen in Krankenhäusern, davon 70 auf der Intensivstation. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf 25 (Vortag 18).

Bisher 46.000 Corona-Labortests im Norden

In Schleswig-Holstein sind seit Beginn der Coronakrise vor etwa fünf Wochen rund 46.000 Labortests auf das neuartige Virus vorgenommen worden. Dies ergab eine Hochrechnung, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Derzeit werden demnach im Land täglich etwa 2300 Labortests auf das Virus Sars-CoV-2 gemacht.

Bürgermeister Tschentscher informiert über aktuelle Corona-Lage

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und weitere Senatsmitglieder werden um 12.30 Uhr über die aktuelle Corona-Lage in der Hansestadt informieren. Die Landespressekonferenz können Sie hier im Livestream verfolgen.

Corona: Hamburger Arzt warnt vor neuem Anstieg der Zahlen

Der Hamburger HNO-Arzt und Vorsitzende der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Dirk Heinrich, warnt vor einem erneuten Anstieg der Zahlen an Coronainfizierten. "Spätestens, wenn die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung nach Ostern zurückgenommen werden, wird das Infektionsgeschehen wieder ansteigen und zuallererst in den Praxen spürbar werden", so Heinrich. "Dann brauchen wir starke Praxen mehr denn je. Auf diese Situation müssen wir uns jetzt schon einstellen."

Die Arztpraxen in Deutschland seien systemrelevant. "Alle Fachgruppen leisten derzeit in und um die Coronapandemie Außergewöhnliches", sagte Heinrich. Auch Nicht-Covid-19-Patienten müssten versorgt werden. "Die Behandlung dieser Patienten darf Corona-bedingt nicht in den Hintergrund rücken." Deshalb sei es elementar, gerade jetzt den Erhalt der Praxen niedergelassener und ambulant tätiger Ärzte und ihres Fachpersonals zu sichern.

In Hamburg niemand ohne Vorerkrankung an Corona gestorben

Der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel untersucht mit seinem Team die Coronaopfer in der Hansestadt, und er hält die Angst vor dem Virus für überzogen. In Hamburg sei bisher kein einziger nicht vorerkrankter Mensch an dem Virus gestorben, sagt Püschel der „Hamburger Morgenpost“. „Dieses Virus beeinflusst in einer völlig überzogenen Weise unser Leben. Das steht in keinem Verhältnis zu der Gefahr, die vom Virus ausgeht“, sagt der renommierte Rechtsmediziner. „Ich bin überzeugt, dass sich die Corona-Sterblichkeit nicht mal als Peak in der Jahressterblichkeit bemerkbar machen wird.“ Es gebe keinen Grund für Todesangst im Zusammenhang mit der Ausbreitung der Krankheit in der Region Hamburg.

„Alle, die wir bisher untersucht haben, hatten Krebs, eine chronische Lungenerkrankung, waren starke Raucher oder schwer fettleibig, litten an Diabetes oder hatten eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.“ Das Virus sei in diesen Fällen der letzte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe.

Sein Team habe gerade die Leiche der ersten 100-Jährigen untersucht, die mit Covid-19 gestorben sei. Hier sei es der allerletzte Tropfen gewesen. Die Sorge für die Menschen liege darin begründet, dass das Virus sich sehr schnell ausbreite, weil es noch keinen Immunschutz gebe, sagte der Rechtsmediziner. „Aber wir haben in Deutschland keine italienischen Verhältnisse. Wir haben ein gutes Gesundheitssystem, und ich bin überzeugt, dass wir die Pandemie gut beherrschen können.“

„Ich denk an Dich“ – Schüler machen Senioren Mut

Alte Menschen sind vom neuartigen Coronavirus besonders betroffen. Nicht nur, dass die durch den Erreger ausgelöste Krankheit Covid-19 für sie eine tödliche Gefahr darstellt – sie stehen in dieser bedrohlichen Situation auch häufig allein da, weil ein Besuch der engsten Angehörigen zu riskant wäre. Die Caritas und die katholischen Schulen im Erzbistum Hamburg haben deshalb jetzt die Aktion „Ich denk an Dich!“ gestartet. Schülerinnen und Schüler sind dazu aufgerufen, Menschen in Pflegeheimen Briefe zu schreiben und Bilder zu malen, um ihnen in dieser schweren Situation Mut zu machen und Trost zu spenden.

„Unsere Aktion soll Menschen unterstützen, die es gerade jetzt besonders schwer haben, weil sie gesundheitlich bedroht und von der Außenwelt isoliert sind“, sagt Initiatorin Barbara Viehoff vom Erzbistum Hamburg. „Unsere Schülerinnen und Schüler drücken mit den Briefen und Bildern ihren Beistand und ihre Solidarität aus.“

Kinder und Jugendliche, die sich beteiligen wollen, können ihre Grüße gern an das Erzbistum Hamburg (Projekt Caritas, Herrn Harald Strotmann, Am Mariendom 4, 20099 Hamburg) senden. Die Briefe werden bis zum 19. April gesammelt und dann an die acht Caritas-Pflegeheime im Norden verschickt, in denen insgesamt 600 Bewohnerinnen und Bewohner betreut werden.

1735 Coronainfektionen in Schleswig-Holstein – 24 Tote

Die Zahl der in Schleswig-Holstein gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist auf 1735 gestiegen. Wie die Landesregierung am Dienstag mitteilte, waren das bis Montagabend 57 Fälle mehr als nach der Meldung vom Vortag. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich seit der letzten offiziellen Meldung von 20 auf 24.

Derzeit werden 151 Coronapatienten in Kliniken behandelt und somit 5 weniger als noch am Vortag. Insgesamt wurden seit Beginn der Epidemie 251 Personen in Krankenhäusern behandelt oder werden dort aktuell weiter versorgt.

Coronakrise: 1,5 Millionen Euro für Hamburger Musikclubs

Gute Nachrichten für Hamburger Musikclubs: Die Kulturbehörde setzt zusammen mit der Hamburger Clubstiftung eine schnelle und unbürokratische Hilfe für die Hamburger Musikclubs um, mit der die Auswirkungen der Corona bedingten Schließungen abgefedert werden sollen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. "Aus dem Hilfspaket Kultur in Höhe von 25 Millionen Euro, mit dem der Senat Hamburger Kultureinrichtungen im Rahmen existierender Förderinstrumente unterstützt, werden rund 1,5 Millionen Euro für die Hamburger Clubszene zur Verfügung gestellt." Beantragen können die Hilfen Hamburger Livemusikclubs.

„Die gegenwärtige Ruhe in den Hamburger Musikclubs ist notwendig, aber schwer zu ertragen", sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD). "In den zahlreichen Clubs unserer Stadt stehen die Bühnen, die den Nährboden unserer Musikstadt ausmachen. Zusammen mit der Clubstiftung wollen wir dabei helfen, dass uns die einzigartige Clubkultur der Hansestadt erhalten bleibt." Durch die Zusammenarbeit mit der Clubstiftung könnte nun da Unterstützung geboten werden, wo die Not am größten sei.

„Der Corona-Schutzschirm für Hamburger Musikclubs ist eine überlebenswichtige Rettungsmaßnahme, der die Spielstätten zumindest bis Ende April vor dem Aus schützt", sagte Terry Krug, Vorsitzende der Hamburger Clubstiftung. Die Coronakrise werde langwierige und dramatische Auswirkungen auf das kulturelle Leben Hamburgs haben. Kulturbetriebe seien äußerst fragile Gebilde und einem Biotop gleichzusetzen. Krug: "Wenn es einmal tot ist, geht es in seiner Form unwiederbringlich verloren."

Antragsberechtigte Hamburger Livemusikclubs:

  • Sie können einen Konzertbetrieb in den letzten zwölf Monaten vorweisen
  • Die Clubs müssen mindestens 24 Livemusik-Konzerte im Jahr veranstalten und dürfen nicht größer als 1600 Personen sein

Die Anträge werden in enger Kooperation mit der Clubstiftung beschieden. Berücksichtigt werden kann zunächst der Zeitraum bis zum 30. April 2020.

Corona: Hamburger VHS bietet digitales Lernangebot

Die Hamburger Volkshochschule (VHS) baut ihr Lernangebot digital aus. Täglich kommen neue Online-Kurse unter dem Motto „VHS to Huus“ dazu. Rund 300 Kurse sollen künftig digital nutzbar sein. Das Format ist für alle Hamburger kostenlos. Geplant ist eine lockere Reihe von einzeln buchbaren Online-Vorträgen wie beispielsweise Handyfotos bearbeiten oder Ukulele-Geschichten, die gegen Feierabend (16 oder 17 Uhr) gesendet werden. Daran schließt sich ein Chat an. Vertiefende (kostenpflichtige) Online-Kurse finden in der VHS Cloud statt.

Coronavirus: Verstärkte Polizeipräsenz am Osterwochenende

Die Polizei hat für das Osterwochenende erneut umfangreiche Kontrollen der Corona-Auflagen in Schleswig-Holstein angekündigt. „Die Landespolizei wird – wie auch an den vergangenen Wochenenden – eine verstärkte Präsenz zeigen und vermehrt mit Streifen unterwegs sein“, sagte der stellvertretende Landespolizeidirektor Henning Nebbe. Ob und in welcher Form die Einsätze zu Ostern weiter ausgeweitet würden, entscheide sich erst in den kommenden Tagen.

Am vergangenen Wochenende hatten Polizisten etliche Fahrzeuge kontrolliert und viele Ausflügler aus Hamburg wieder heimgeschickt. In Schleswig-Holstein gilt wegen der Pandemie ein Einreiseverbot für Touristen. Die Bürger verhielten sich meist einsichtig und kooperativ, sagte Nebbe. „Die meisten Regelverstöße können mit einer direkten Ansprache beendet werden. Wir kontrollieren anlassbezogen und mit Augenmaß.“

Grenzstreit: Durch Norddeutschland geht ein Riss

Erhöhtes Kontrollaufkommen gebe es „im Bereich der Wedeler Elbmarsch und dem Übergang zur Insel Fehmarn“, sagte Nebbe. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte den Beamten am Montag für ihre Arbeit gedankt. Er stehe im direkten Austausch mit Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Beide Regierungschefs seien sich in dem Ziel einig, touristische Verkehre im Norden weitestgehend runterzufahren.

Virtuelle Yoga-Stunde: Ein Angebot auch nach Corona-Zeiten

Das Studio hat zwar geschlossen, dennoch muss der Übende auch in der Coronakrise nicht auf seinen Yoga-Kurs verzichten. Doch statt in einem Raum mit mehreren Teilnehmern zu sein, kommt der Lehrende ins heimische Wohnzimmer. Nicht persönlich, sondern digital. Das Yoga-Zentrum "Y8" in Hamburg-Eimsbüttel, ein gemeinnütziger Verein und Kunstraum, bietet diese Möglichkeit an. Es überträgt täglich mehrere Kurse per Livestream. Zwischen 20 und 30 Teilnehmer würden bei den virtuellen Stunden mitmachen, sagt Yoga-Lehrer Immanuel Grosser.

Zusammen mit seiner Frau Benita leitet er das Studio und hat die Stunden via Livestream initiiert. Auf diese Weise zu unterrichten, ist auch für die beiden eine neue Erfahrung. "Man muss mehr und genauere Ansagen machen als bei einer normalen Yoga-Stunde", sagt Immanuel Grosser. Das Schöne an den Kursen per Livestream sei dabei, dass jeder an seinem Ort und man doch irgendwie zusammen sei. Diese Art des Unterrichts ist für viele Studios die einzige Möglichkeit, sich in Corona-Zeiten am Leben zu halten. Darauf weist der Bundesverband der Yogalehrenden (BDY) hin. "Yogalehrende sind von den Kurs- und Seminarausfällen aufgrund der Coronakrise wirtschaftlich besonders stark betroffen", teilt der Verband mit.

Missbrauch bei Corona-Soforthilfe festgestellt

Angesichts der immensen Zahl an Anträgen auf Corona-Soforthilfe hat die Steuerberaterin und Vorsitzende des Verbands Freier Berufe, Ute Mascher, bereits einige Missbrauchsfälle ausgemacht. Aus ihrer beruflichen Praxis seien ihr Fälle unerwünschter und unsolidarischer Mitnahmeeffekte bekannt geworden, sagte sie. So gebe es Teil-Selbstständige, die auch als Angestellte oder sogar Beamte ein festes Einkommen hätten und Ansprüche an die Soforthilfe stellten.

„Die Politik hat sehr schnell und aktiv auf die Krise reagiert“, sagte Mascher. Es stelle sich aber die Frage, ob der Staat Unternehmen und Personen durch nicht rückzahlbare Zuschüsse unterstützen müsse, die über ausreichende Liquidität aus anderen Quellen verfügten. In den Förderbedingungen ist festgelegt, dass privates Vermögen und private Kreditlinien bei der Unterstützung „vollständig außer Betracht“ bleiben.

Corona: Anonyme Drohungen gegen Europa-Passage

In der Europa-Passage haben lediglich sieben der 120 Geschäfte geöffnet. Damit sich Menschen nicht versammeln und länger aufhalten als nötig, hat das Center-Management die Bänke abschrauben lassen.

Doch möglicherweise sind die Geschäfte in der Europa-Passage nicht nur durch den Lockdown der Coronakrise bedroht. An einem Nebeneingang wurde ein laminiertes DIN-A4-Flugblatt gefunden, auf dem zum Abriss der Einkaufsmeile aufgerufen wird. "Tear down this mall!", heißt es darauf in Anlehnung an Ronald Reagans legendäre Rede 1987 vor der Berliner Mauer ("Tear down this wall!"). Zudem ist der Schriftzug "Corona" mit einem Herzen zu sehen.

"Wir nehmen diese Drohungen durchaus ernst und stehen im Austausch mit der Polizei", sagte Center-Manager Jörg Harengerd dem Abendblatt. Gerüchte, man habe das Sicherheitspersonal aufgestockt, träfen aber nicht zu. Unabhängig von dem Flugblatt seien einige Eingänge in die Passage geschlossen und die weiterhin geöffneten präventiv verstärkt worden. Harengerd: "Wir schauen uns die Lage genau an, haben aber keine allzu große Sorge." Auch die Polizei geht nicht von einer ernsthaften Bedrohung aus.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten
  • Schutzmasken helfen beim Fremdschutz – sie schützen den Träger aber nicht zuverlässig vor Ansteckung

Corona-Soforthilfe: Hamburg weist fast 160 Millionen Euro an

Das Sofortprogramm für Selbstständige und kleinere Unternehme in Hamburg wird offensichtlich stark nachgefragt und zügig abgearbeitet. In der ersten Woche wurden laut Wirtschaftsbehörde bis Montagnachmittag (17 Uhr) 33.292 Anträge gestellt, 15.702 sind davon bewilligt worden. Insgesamt wurden 159.696.161 Euro zur Auszahlung angewiesen.

Mit den Hilfen wolle Hamburg „unkompliziert denen helfen, die in eine finanzielle Notlage geraten“, sagte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) dem Abendblatt. Denn mit Blick auf die Zeit nach der Coronakrise dürfe der wirtschaftliche Schaden nicht zu groß werden.

Die Hamburger Corona-Soforthilfe (HCS) für Unternehmer:

  • Solo-Selbständige: 2500 € (Hamburg), 9000 € (Bund), 11.500 € (Gesamt)
  • 1–5 Mitarbeiter: 5000 € (HH), 9000 € (Bund), 14.000 € (Gesamt)
  • 6–10 Mitarbeiter: 5000 € (HH),15.000 € (Bund), 20.000 € (Gesamt)
  • 11–50 Mitarbeiter: 25.000 € (HH), keine Beteiligung vom Bund
  • 51–250 Mitarbeiter: 30.000 € (HH), keine Beteiligung vom Bund

Coronavirus – die Bilder zur Krise:

Till Seifert im Corona-Konzert

In unserer Digitalen Kulturreihe gab Till Seifert am Montagabend eine Konzertpremiere. Der Hamburger Singersongwriter spielte live aus seinem aktuellen Album. Sollten Sie es verpasst haben: Hier können Sie den Auftritt noch einmal ansehen und -hören.

Corona-Konzert: Till Seifert singt aus seinem neuen Album

Die bisherigen Auftritte in der Digitalen Kulturreihe:

Hier lesen Sie den Corona-Newsblog vom 6. April