Covid-19

Trotz Corona: Riesiges Kreuzfahrtschiff wird fertig

Das  Kreuzfahrtschiff "Iona" an der Meyer-Werft. Die "Iona" ist mit 184.700 BRZ (Bruttoraumzahl/früher: Bruttoregistertonnen/BRT) das größte bislang bei Meyer an der Ems gebaute Schiff.

Das Kreuzfahrtschiff "Iona" an der Meyer-Werft. Die "Iona" ist mit 184.700 BRZ (Bruttoraumzahl/früher: Bruttoregistertonnen/BRT) das größte bislang bei Meyer an der Ems gebaute Schiff.

Foto: Sina Schuldt/dpa

Erster Corona-Toter im Kreis Pinneberg. 1614 Infizierte in Hamburg. App unterstützt Gastrobetriebe. Der Newsblog.

Hamburg. Die Zahl der Infizierten steigt weiter, es gibt Todesfälle auch in Hamburg: Das Coronavirus und die mitunter lebensbedrohliche Krankheit Covid-19 spannt das Gesundheitssystem auf eine Zerreißprobe. Virologen vermuten, dass die "Riesenwelle" bis Mitte April auch nach Hamburg überschwappt. Das UKE und die Asklepios Kliniken sowie die anderen Krankenhäuser rüsten sich mit Beatmungsgeräten, Schutzmasken und neu geschultem Personal sowie Freiwilligen.

Hamburgs niedergelassene Ärzte warnen davor, dass ihnen die Schutzkleidung schon bald ausgehen könnte. Der Arztruf 116 117 ist nicht mehr so überlastet wie in den vergangenen Tagen. Doch die Lage bleibt angespannt. Die versprochenen sieben Testzentren sind noch nicht eingerichtet.

Derweil geht die Diskussion um Ausgangssperren, Kontaktverbote, Hilfen für die Wirtschaft und auch um das Abitur 2020 weiter.

Hier geht es zum aktuellen Newsblog am Freitag

Verfolgen Sie hier im Newsblog des Hamburger Abendblattes die wichtigsten Entwicklungen:

Kreuzfahrtschiff "Iona"wird unter Corona-Bedingungen fertiggebaut

Das neue Kreuzfahrtschiff „Iona“ der Meyer-Werft darf unter strikten Schutzauflagen an der Columbuskaje in Bremerhaven weiter ausgerüstet werden. Eine Vereinbarung zwischen den Behörden und der Werft sei am Donnerstag in Kraft getreten, sagte Hafenkapitän Andreas Mai. Die Arbeiten gingen reduziert weiter, teilte auch die Meyer-Werft in Papenburg an der Ems mit. Es sei geplant, das Schiff für bis zu 5200 Passagiere Anfang Mai der britischen Reederei P&O zu übergeben.

Wegen der Unwägbarkeiten in der Corona-Pandemie war die fast fertige „Iona“ vergangene Woche früher als geplant über die Ems zur Nordsee geschleppt worden. In Eemshaven in den Niederlanden legte das größte je bei Meyer gebaute Schiff einen kurzen Stopp ein und kam am vergangenen Freitag in Bremerhaven an. Dort führt Meyer üblicherweise letzte Arbeiten an den Kreuzfahrtriesen durch, was einen regen Verkehr Hunderter Menschen von und zum Schiff bedeutet.

Nach der neuen Regelung schränkt die Werft den Pendelverkehr zwischen Papenburg und Bremerhaven ein. „Man versucht, die Fluktuation so gering wie möglich zu halten“, sagte Mai.

Corona-Krise: Schülerkammer lehnt Durchführungen der Abi-Prüfungen ab

Die Hamburger Schülerkammer lehnt die Durchführung der Abiturprüfungen ab. „Aus Sicht der Schülerkammer vergisst die Kultusministerkonferenz bei ihrem Beschluss, dass viele Schüler durch das Coronavirus nur eingeschränkt lernen können“, heißt es in einer Erklärung der Kammer. So seien unter anderem Besuche in Bibliotheken nicht möglich. „Einige Schüler sind psychisch zusätzlich durch das Virus belastet, etwa wenn sie selbst Teil der Risikogruppen sind oder Angehörige besonders gefährdet sind“, heißt es weiter.

Außerdem sei nicht klar, wie der Infektionsschutz während der Prüfungen im Detail gewährleistet werden könne. „Aus den genannten Gründen ist die Durchführung der Abiturprüfungen unverantwortlich“, schreibt die Schülerkammer und schlägt eine „Wahllösung“ vor, damit die Abiturienten einen vollwertigen Abschluss erhalten. Dazu sollen die Schüler zwischen drei Alternativen wählen können: entweder die schriftliche Prüfung, die Wertung der Vorabiturprüfungen anstelle der Hauptprüfung oder ein „Durchschnittsabitur“, das aus allen in der Studienstufe erbrachten Leistungen errechnet wird.

Corona: Surf-Festival Fehmarn auf September verschoben

Das Surf-Festival Fehmarn wird wegen der Corona-Pandemie auf September verschoben. Statt wie geplant am Himmelfahrtswochenende im Mai werde es jetzt vom 17. bis zum 20. September 2020 stattfinden, teilten die Veranstalter am Donnerstag mit.

Das Festival ist eine Mischung aus Messe, Party und Sportveranstaltung und gilt nach Angaben der Ausrichter als Europas größte Mitmach-Messe für Windsurfer und Stand-up-Paddler. Im vergangenen Jahr hatte das 2003 gegründete Event rund 30 000 Besucher angezogen.

Nach Verstoß gegen Kontaktverbot: Zwei Männer gefasst

Bundespolizisten haben am Hamburger Bahnhof Sternschanze eine achtköpfige Gruppe kontrolliert, um das Kontaktverbot durchzusetzen und haben dabei zwei Gesuchte gefasst. Wie die Hamburger Bundespolizei am Donnerstag mitteilte, hatten die acht Menschen eng beieinander gestanden und zudem den Eingangsbereich versperrt.

Wie sich herausstellte, waren zwei Gruppenmitglieder gesucht worden: Gegen einen der Männer lief den Angaben zufolge eine Aufenthaltsermittlung der Erfurter Staatsanwaltschaft wegen Computerbetrug. Gegen einen 37 Jahre alten Mann lag ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Hamburg wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen vor, unter anderem mit versuchter räuberischer Erpressung und Hehlerei. Der Mann, der zu diesem Zeitpunkt 281 Tage Restfreiheitsstrafe zu verbüßen hatte, wurde nach Polizeiangaben einer Hamburger Haftanstalt übergeben.

Innenminister will Wahlen wegen Corona-Krise schieben

Gemeinden in Schleswig-Holstein können mit Verweis auf höhere Gewalt Bürgermeisterwahlen verschieben, darauf wies das Innenministerium am Donnerstag hin. Bis Ende dieses Jahres stünden noch neun Wahlen an, ob sie geschoben werden entscheidet der jeweilige Gemeindewahlleiter.

Das Gemeinde-Kreiswahlgesetz gibt Kommunen die Möglichkeit, Wahlen im Rahmen bestimmter Zeiträume zu verschieben. "Angesichts der Coronakrise empfehlen wir, diese Spanne maximal auszunutzen und den Wahltermin auf den spätesten möglichen Zeitpunkt zu legen. Somit bleibt auch noch Zeit für einen angemessenen Wahlkampf", sagte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU).

Coronavirus: Erster Todesfall im Kreis Pinneberg

Im Kreis Pinneberg hat es den ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus gegeben. Die Person habe aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters zu einer Hochrisikogruppe gehört, teilte die Kreisverwaltung am Donnerstag mit. Der Mann sei am Mittwoch gestorben. Zu möglichen Vorerkrankungen wurde zunächst nichts bekannt. Nach dpa-Informationen war er 87 Jahre alt und starb in einem Krankenhaus. Damit wäre es der fünfte Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Schleswig-Holstein einschließlich eines aus Schleswig-Holstein stammenden Touristen, der in Ägypten starb.

Der vermutliche Ansteckungsweg werde aktuell ermittelt, alle Kontaktpersonen würden überprüft und Sofortmaßnahmen zur Quarantäne seien erfolgt, hieß es zu dem Fall im Kreis Pinneberg

Gericht entscheidet: Geschäftsschließung in Hamburg rechtens

Das Oberverwaltungsgericht Hamburg hat die Allgemeinverfügung zur Schließung von Geschäften wegen der Corona-Pandemie bestätigt. In einem unanfechtbaren Beschluss wiesen die Richter am Donnerstag einen Eilantrag einer Betreiberin von mehreren E-Zigaretten-Geschäften zurück, wie das Gericht mitteilte. Die Geschäftsfrau hatte sich gegen die Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus vom 16. März 2020 gewandt, die die Schließung von Einzelhandelsgeschäften regelt.

Nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts ist die in der Verfügung festgelegte Unterscheidung zwischen Geschäften mit stark spezialisiertem Warensortiment wie dem der Klägerin und Läden mit Waren des täglichen Bedarfs verfassungsrechtlich tragfähig. Die Richter bestätigten den Angaben zufolge zudem die erstinstanzliche Einschätzung des Verwaltungsgerichts, dass dem Schutz der Gesundheit der gesamten Bevölkerung der Vorzug vor wirtschaftlichen Interessen Einzelner zu geben ist.

Rettungsaktion #PayNowEatLater – 4000 Gutscheine verkauft

Die Rettungsaktion #PayNowEatLater wurde am vergangenen Sonntag von vier Unternehmern aus der Foodbranche ins Leben gerufen, um Gastronomen zu unterstützen. Denn wegen der Corona-Krise mussten Bars, Cafés, Kneipen und Restaurants schließen – nur noch Lieferservice und Außer-Haus-Verkauf sind erlaubt. Inzwischen wurden über die Plattform rund 4000 Gutscheine im Wert von mehr als 100.000 Euro verkauft. Es machen bereits 230 Gastronomen in der Hansestadt mit. Die Kunden können auf der Internetseite paynoweatlater.de die Gutscheine für 10, 25, 50, 100 oder 200 Euro kaufen, die in der Zeit nach der Corona-Krise in dem ausgewählten Lokal eingelöst werden können. Die Erlöse kommen aber bereits jetzt direkt den Gastronomen zugute, damit diese laufende Kosten decken können.

Corona-Krise: Hamburger Verkehrskasper als Podcast

Wegen der Corona-Krise fällt derzeit auch die Verkehrserziehung durch die Verkehrslehrer der Hamburger Polizei aus. "Die Beamten beschreiten deshalb einen ganz neuen Weg", sagte Polizeisprecherin Nina Kaluza am Donnerstag. Bereits am Freitag starte der neue Service der Verkehrsdirektion der Hamburger Polizei: Verkehrserziehung, Wissenswertes, Geschichten und Informationen über die Polizei Hamburg stehen zukünftig zweimal die Woche als Podcast zum Anhören im Internet zur Verfügung.

Unter dem Motto "Lachen und Lernen mit dem Verkehrskasper der Hamburger Polizei" vermitteln Polizisten Themen aus dem Bereich der Verkehrserziehung sowie richtige Verhaltensweisen im Straßenverkehr. Die Handpuppenspieler der Verkehrsdirektion arbeiten täglich an neuen Inhalten zum Anhören. Geplant ist, bis auf Weiteres dienstags und freitags neue Folgen zu veröffentlichen. Eine Episode ist rund zehn Minuten lang und für Kinder ab vier Jahren geeignet. Den Verkehrserziehungs- und Informationspodcast der Hamburger Polizei gibt es unter www.polizei.hamburg.de. Das Abonnieren und Herunterladen des Podcasts ist kostenlos.

Corona in Hamburg: E-Scooter-Verleih Voi stellt Betrieb ein

Der E-Scooter-Verleih Voi hat seinen Betrieb in Hamburg wegen der Pandemie eingestellt. Von dem Unternehmen hieß es, man wolle seine Fahrzeuge nach „Ende des Ausnahmezustands“ wieder reaktivieren. Unter Verweis auf mögliche Ansteckungsrisiken hatten die Unternehmen Lime und Bird bereits vor rund einer Woche ihre E-Scooter aus dem Straßenbild entfernt.

Coronavirus: App unterstützt Gastrobetriebe in Hamburg

Über die App To Good To Go können Nutzer eigentlich vergünstigt Lebensmitel von Supermärkten, Bäckern und Restaurants erwerben, die dort nicht verkauft wurden und sonst im Müll landen würden. Um die gastronomischen Betriebe in der Corona-Krise zu unterstützen, bietet das Unternehmen seine Plattform jetzt zusätzlich für Take-Away an. Unter dem Motto We Care können App-Nutzer jetzt also auch reguläre Gerichte bei den teilnehmendem Restaurants und Cafés kaufen und vor Ort in einem festgelegten Zeitfenster abholen. In Hamburg sind rund 600 Partnerläden bei der App registriert.

"Der Service wird den gastronomischen Betrieben von Too Good To Go kostenlos zur Verfügung gestellt, um sie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen", heißt es. "Er wird verfügbar sein, bis sich die Situation in Deutschland wieder normalisiert hat."

Corona: Lübeck erlaubt Feiertagsöffnung: Apotheken und Tankstellen

Apotheken und Tankstellen dürfen in Lübeck auch am Karfreitag sowie an beiden Ostertagen öffnen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichte Allgemeinverfügung der Stadt hervor. Lebensmittelläden, Wochenmärkte, Getränkemärkte, Sanitätshäuser, Drogerien, Poststellen sowie Bau-, und Tierbedarfsmärkte dürfen dagegen nur am Ostersonntag öffnen, teilte die Hansestadt Lübeck mit.

Trotz Corona-Krise: Schwarzfahrer werden weiter kontrolliert

Die Hamburger Hochbahn beobachtet in der Corona-Krise deutlich sinkende Fahrgastzahlen – will den Fahrplan für Busse und U-Bahnen aber trotzdem in der gewohnten Form fortführen. Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum erklärt auf Abendblatt-Anfrage: „Wir fahren diesen Fahrplan, damit unsere Fahrgäste uns wie gewohnt nutzen und dabei die Abstandsregeln einhalten können.“ Die eng getakteten Verbindungen der U-Bahnen und Metrobusse machten es möglich, auch einen Zug oder Bus auszulassen, wenn dieser bereits voll sei. Deswegen gibt es auch keine Pläne, den Fahrplan auszudünnen.

Zum Schutz der Busfahrer vor Ansteckungen ist derzeit der Einstieg in Busse nur an den hinteren Türen möglich, die vordere wird nicht mehr geöffnet, und „mittlerweile hat sich das eingespielt“, sagt Kreienbaum. Die Menschen hätten sich an die neue Lage bereits weitgehend gewöhnt und würden vielmehr honorieren, dass die Fahrerinnen und Fahrer weiter arbeiten.

Verlocken leere Busse und Bahnen nicht zum Schwarzfahren? Nein, meint Kreienbaum – zumal weiter kontrolliert werde. Zwar gebe es keine sogenannten Abgangskontrollen (bei denen alle Menschen, die eine Station verlassen wollen, überprüft werden) mehr, „aber das heißt nicht, dass wir nicht mehr kontrollieren“.

Landkreis Lüneburg: Wirrwarr um Corona-Zahlen

Seit Donnerstag sind zwei weitere Corona-Virus-Infektionen bestätigt, damit liegt die aktuelle Zahl der im Landkreis Lüneburg gemeldeten Fälle nun bei insgesamt 71. Drei Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sind in stationärer Behandlung im Klinikum Lüneburg, teilte der Landkreis Lüneburg mit. Keiner davon müsse beatmet werden. Und es gibt eine weitere gute Nachricht: Die erste Person aus dem Landkreis Lüneburg, bei der das Coronavirus nachgewiesen wurde, ist wieder gesund und gilt damit als immun gegen das Virus.


Kurzzeitig für Verwirrung gesorgt hatten am Mittwoch die vom Landkreis Lüneburg veröffentlichten Corona-Zahlen aus dem Klinikum: Durch ein Missverständnis bei der Übermittlung hatte die Pressestelle in ihrem täglichen Corona-Update zu hohe Zahlen genannt. "Tatsächlich wurden an dem Tag nur drei Patienten mit bestätigter Corona-Virus-Infektion am Klinikum behandelt, alle befinden sich in einem stabilen Zustand und werden nicht auf der Intensivstation behandelt", heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Landkreises.

Coronavirus in Hamburg: Fitness auf dem Balkon

Eppendorf kommt mit dem Hintern hoch: Wie in einem Twitter-Video zu sehen ist, animieren Sportler alle Homeofficer, auf dem Balkon Fitnessübungen zu machen. Gut gegen Krampfadern, Social Distancing bleibt gewahrt, die Nachbarschaft gestärkt.

Jungheinrich schließt Werk in Bayern mit 1000 Beschäftigten

Auch der Gabelstaplerbauer Jungheinrich reagiert nun mit einer Werksschließung auf die Corona-Krise. Das Unternehmen fährt seine Fabrik in Moosburg (nördlich von München), wo rund 1000 Beschäftigte arbeiten, bis nach Ostern herunter. Grund seien Engpässe bei der Zulieferung von Teilen, sagte ein Sprecher. Die Beschäftigten gehen in Kurzarbeit. Alle anderen Jungheinrich-Werke, also auch die Produktion in Norderstedt, sind von den Maßnahmen aktuell nicht betroffen.

Hamburger Baubranche trotz Corona-Krise gut beschäftigt

Bauarbeiter in Hamburg haben nach Gewerkschaftsangaben auch in Zeiten der Corona-Pandemie genügend Arbeit zu erledigen. Während ein Großteil der Menschen in Deutschland von zu Hause arbeite und Teile der Industrie still stünden, "zeigt sich die Bauwirtschaft bislang insgesamt deutlich immuner gegen die Krise als viele andere Branchen", sagte der Hamburger Bezirksvorsitzende der Industriegwerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Matthias Maurer, am Donnerstag.

Die Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Virus gälten aber auch auf dem Bau. Die Gewerkschaft appelliert daher an Baufirmen, Hygieneregeln einzuhalten und Pandemie-Pläne zu erstellen: "Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss unbedingt eingehalten werden – besser ist eine ganze Zollstocklänge: also 2 Meter", sagte Maurer. Jeder Einzelne müsse die Maßnahmen beherzigen. Die Fahrt im voll besetzten Transporter zur Baustelle oder große Frühstücksrunden im Baucontainer seien tabu.

Wütende Videobotschaft von Til Schweiger aus Hamburg

Til Schweiger (56) hat es satt, dass trotz der Corona-Krise Menschen nicht ausreichend Abstand zueinander halten. Häufig gingen die Menschen, die ihm entgegenkommen, einfach unachtsam weiter geradeaus, berichtete er auf Instagram. "Wenn du einfach mal nicht ausweichst, dann gehen die ganz eng bei dir vorbei", sagte der Schauspieler und Produzent in einer Videobotschaft.

Aufgenommen hat Schweiger das Video bei einem Spaziergang im Hamburger Hirschpark – eine der wenigen Aktivitäten, die sich derzeit mit den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vereinbaren lassen. In den Kommentaren zu dem Beitrag bekam Schweiger viel Zuspruch – unter anderem von Schauspielkolleginnen wie Liza Waschke und Jasmin Gerat.

Coronavirus: Hamburg will Italien helfen

Die Situation in den Krankenhäusern in Italien ist weiterhin dramatisch – nun bietet Hamburg Hilfe an: Nach Abendblatt-Informationen plant Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), schwer erkrankte Menschen in die Hansestadt bringen und in Asklepios-Kliniken behandeln zu lassen. Zunächst soll es sich offenbar um etwa zehn Corona-Patienten handeln, die beatmet werden müssen. Möglicherweise werden die Betroffenen mit Hubschraubern nach Hamburg geflogen und auch auf dem Weg intensivmedizinisch betreut.

Wie es in Senatskreisen heißt, hatte der Asklepios-Konzern auch selbst angesichts der Bilder aus Italien seine Hilfe angeboten. Die Kapazität auf den Intensivstationen lasse dies angesichts der derzeitigen Ausbreitung des Coronavirus in Hamburg noch zu. Nach den Ablaufplänen der Stadt soll in Hamburg ohnehin das UKE die "erste Verteidigungslinie" bilden, wenn die Zahlen an schwerwiegenden Infektionen in Hamburg deutlich steigen sollte.

Bislang benötigen 23 Menschen in Hamburg intensivmedizinische Hilfe. Es wird davon ausgegangen, dass die Patienten aus Italien möglichst bereits wieder genesen sind, wenn auch die Kapazitäten in den Asklepios-Kliniken benötigt werden. Weder die Gesundheitsbehörde noch Asklepios wollten die Pläne bislang offiziell bestätigen. Es gelte noch Details mit den italienischen Behörden abzustimmen, heißt es in der Verwaltung.

Corona in Hamburg: Freiwillige aus Gesundheitsberufen gesucht

Die Hamburger Gesundheitsbehörde rechnet damit, dass es in den Krankenhäusern in den kommenden Tagen und Wochen zu einer weiteren Steigerung von infizierten Personen sowie einem steigenden Bedarf an Intensiv- und Beatmungskapazitäten zur Behandlung von Patientinnen mit schweren Atemwegserkrankungen kommt. "Auch die Patientenzahl an Covid-19 Erkrankten, die sich in häuslicher Umgebung oder in Pflegeeinrichtungen befinden, wird voraussichtlich steigen", so die Behörde

Um die personellen Kapazitäten an Fachkräften in den Krankenhäusern, in den Gesundheitsämtern, in der ambulanten Versorgung und in Pflegeeinrichtungen zu verstärken, hat die Gesundheitsbehörde ein Register für freiwillige Fachkräfte eingerichtet. So soll eine systematisierte Vermittlung an Einrichtungen mit Personalbedarf ermöglicht werden.

Folgende Berufsgruppen werden besonders gesucht:

  • Ärztinnen und Ärzte
  • Pflegefachkräfte mit Intensiverfahrung
  • Pflegefachkräfte (Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege)
  • Pflegehilfskräfte
  • Medizinstudierende

Coronavirus: 1500 Atemschutzmasken aus Klinik gestohlen

An der Schön Klinik Eilbek sind rund 1500 Atemschutzmasken aus einem Depot gestohlen worden. Weil die hochwertigen Masken der Schutzklassen FFP2 und FFP3, die mehrfach und über einen längeren Zeitraum verwendet werden können, in einem gut gesicherten Raum gelagert wurden, zu dem nur ein begrenzter Personenkreis Zutritt hat, gehen die Ermittler davon aus, dass die Täter Insiderkenntnisse hatten. Der materielle Schaden liegt bei 15.000 Euro.

Coronavirus: Scooter geben Online-Konzert

Immer nur Hochkultur ist ja auch langweilig. Am Freitagabend gibt es Bass satt auf die Ohren: Scooter geben ein Online-Konzert. Ab 19 Uhr heißt es bei Facebook und YouTube „I want you to stream!“ Na gut, aber bitte nicht länger als bis 22 Uhr, dann beginnt die Nachtruhe. Bis dahin kann man ja schon mal die aus den 90ern übrig gebliebenen Neonklamotten heraussuchen, Atemschutzmaske und Handschuhe zählen ebenfalls zur Rave-Haute-Couture. Und textsicher sind wir ja sowieso alle: „Döp-döp-döp dö-dö-döp-döp-döp dö-döp-döp-döp dö-dö-döp-döp-döp!“

Coronavirus in Hamburg: Jetzt schon 1614 Infizierte

Seit Mittwoch wurden in Hamburg 164 weitere Fälle von Erkrankungen mit Covid-19 bestätigt. Damit ist die Zahl der in Hamburg gemeldeten Fälle auf nunmehr insgesamt 1614 angestiegen, teilte die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mit. Damit beträgt der Anstieg der Infizierten 11 Prozent, am Mittwoch waren es 17, 5 Prozent und in der Vorwoche fast immer konstant 30 Prozent.

Der deutliche Anstieg der Fallzahlen werde weiterhin durch einen hohen Anteil durch Urlaubsrückkehrer verursacht sowie durch Personen, die Kontakt zu den erkrankten Personen hatten, so die Behörde. Demnach gehen die Krankheitsverläufe nach wie vor in der Regel mit leichten bis mittleren grippeähnlichen Symptomen einher. "Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 103 Personen mit Wohnort Hamburg aufgrund einer Erkrankung mit Covid-19 in stationärer Behandlung, davon werden 23 Personen intensivmedizinisch betreut", heißt es vonseiten der Behörde.

Corona: Elbphilharmonie goes online – virtuelle Konzerte und Clips

Obwohl die Hamburger Elbphilharmonie wegen der Corona-Krise seit Tagen geschlossen ist, müssen Freunde des Konzerthauses und der Musik nicht auf die Angebote verzichten. Denn die Elbphilharmonie hat nun ebenfalls viele ihrer Angebote ins Internet verlagert.

"Unter dem Titel #ElphiAtHome spielen wir über unsere Kanäle ein vielfältiges Programm aus, zu dem virtuelle Hausführungen ("ZuHausführungen") ebenso gehören wie halbstündige Konzerte in kleinen Besetzungen, die wir aktuell im leeren Großen Saal der Elbphilharmonie mit unseren ferngesteuerten Kameras aufnehmen", teilte das Konzerthaus am Donnerstag in Hamburg mit. Zudem sollen Clips von ausgewählten Musikern, die kürzlich in Hamburg zu Gast waren, über die "Elphilharmonie Sessions" zu sehen sein. Des Weiteren ist ein regelmäßiges Kinderprogramm geplant und jeden Abend werden Konzerte aus der Elphi oder anderen Konzerthäusern live übertragen.

Bundestagsabgeordneter Kahrs als bekennender Nutella-Fan

In Anlehnung an Loriots Spruch "Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein" hat der Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs (SPD) auf Instagram ein Foto gepostet, mit dem er sich als Nutella-Fan outet. Augenzwinkernd hat der Politiker die Hashtags "nurdeppenhamsternklopapier" und "nutellalovers" hinzugefügt.

Corona: Skype an Hamburger Schulen

Am Mittwoch wurde auf Abendblatt.de kurzzeitig ein Artikel veröffentlicht, in dem es durch ein Missverständnis zu einer falschen Aussage gekommen ist: Die Behauptung, Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar habe Unterricht via Skype untersagt, ist nicht richtig. In einer aktuellen Pressemitteilung stellt der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit fest: "Es hat weder ein Skype-Verbot noch eine Untersagung des Unterrichts via Skype oder eines anderen Messenger-Dienstes durch den Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit persönlich oder durch seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegeben. Richtig ist, dass ein Mitarbeiter vor dem Hintergrund einer diesbezüglichen Eingabe mit dem zuständigen behördlichen Datenschutzbeauftragten der Schulbehörde Kontakt aufgenommen hat. Dieser hat sich dann mit der Schulleitung vor Ort in Verbindung gesetzt. Aufgrund der erfolgten Beratung durch den behördlichen Datenschutzbeauftragten der BSB hat die Schulleitung entschieden, das Skype-Angebot einzustellen und auf andere Lösungen zu setzen."

200 Reisende hängen in Dubai fest – auch Hamburgerin betroffen

Wegen der kurzfristigen Aussetzung aller Passagierflüge sitzen rund 200 Reisende – darunter auch mehrere Deutsche – seit Mittwochnacht am Flughafen Dubai fest. „Bei Abflug auf Bali hat man uns noch mitgeteilt, dass wir eingecheckt sind und auch unser Gepäck weiter nach Frankfurt geleitet wird“, so Sabine Zweig aus Hamburg. „Als wir in Dubai ankamen wurde uns gesagt, dass alle Flüge gestrichen sind. Es ist ein totales Chaos, alles wird dichtgemacht, das sind wirklich gefängnisähnliche Zustände.“

Die zivile Luftfahrtbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hatte wegen der Eindämmung des Coronavirus Anfang der Woche kurzfristig die Aussetzung aller Passagierflüge in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch beschlossen.

Soforthilfen: Bereits rund 500 Anträge in Schleswig-Holstein

Seit Donnerstag können Kleinbetriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern und Solo-Selbstständige im Norden Soforthilfen für die Bewältigung der Corona-Krise beantragen. Bereits in den ersten zwei Stunden seien in Schleswig-Holstein knapp 500 Anträge gestellt worden, teilte die Investitionsbank (IB.SH) am Donnerstag mit. Die Online-Formulare befinden sich auf der Internetseite der IB.SH und sollten noch am Donnerstag auch auf dem Landesportal und den Seiten von Verbänden wie der Industrie- und Handelskammer abrufbar sein.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) zeigte sich optimistisch, dass zu Beginn der kommenden Wochen erste Zuschüsse ausgezahlt werden. "Die Voraussetzung für die Beantragung der Zuschüsse ist eine wirkliche wirtschaftliche Notlage." Diese sei gegeben, wenn die Mittel eines Solo-Selbstständigen Unternehmers nicht mehr ausreichten, um kurzfristige Verbindlichkeiten wie Mieten oder Leasing-Raten zu bezahlen. Außerdem müsse eine weitere Voraussetzung erfüllt sein: "Entweder ist der Umsatz um mindestens 50 Prozent eingebrochen oder aber der Betrieb ist auf behördliche Anordnung geschlossen." Für Kleinbetriebe sieht das Bundesprogramm Zuschüsse von bis zu 9000 Euro für Gewerbetreibende und Selbstständige mit bis zu fünf sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitskräften vor. Wer zwischen fünf und zehn Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt, kann bis zu 15 000 Euro erhalten.

Nebenwohnungen in Nordfriesland: Anreiseverbot bestätigt

Hamburger Besitzer eines Wohnhauses in St. Peter-Ording sind vor dem schleswig-holsteinischen Verwaltungsgericht mit einem Antrag gescheitert, trotz Verfügung des Kreises Nordfriesland zu ihrem Zweitwohnsitz zu reisen. Bei ihrer Entscheidung haben die Richter dem öffentlichen Interesse am Schutz vor der weiteren Verbreitung des Coronavirus und der Sicherstellung der Leistungsfähigkeit krankenhäuslicher Versorgung "ein überragendes Gewicht beigemessen", wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag mitteilte.

Am Montag hatte der Kreis Nordfriesland, zu dem auch die Nordseeinsel Sylt gehört, Menschen mit Erstwohnsitz außerhalb des Kreises, die Anreise und Nutzung ihrer Nebenwohnungen aus touristischen Gründen oder zu Freizeitzwecken untersagt. Die entsprechende Allgemeinverfügung soll die weitere Verbreitung von Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus eindämmen.

Laut Gericht hatten die Antragsteller auch verfassungsmäßige Bedenken gegen das Vorgehen der Kreisverwaltung geltend gemacht. Vor dem Hintergrund der geplanten Eindämmung der Corona-Pandemie ist die Entscheidung nach Ansicht der Richter aber zumutbar und hinnehmbar. Gegen die Beschlüsse kann innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

685 bestätigte Coronavirus-Fälle in Schleswig-Holstein

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Schleswig-Holstein auf 685 Fälle gestiegen. Berücksichtigt sind dabei die bis einschließlich Mittwoch gemeldeten Fälle, wie die Landesregierung am Donnerstag mitteilte. Damit waren im nördlichsten Bundesland 76 Menschen mehr mit Covid-19 infiziert als einen Tag zuvor. Die Zunahme im Vergleich zum Vortag betrug knapp 12,5 Prozent.

Im Norden befinden sich mittlerweile 71 Patienten in klinischer Behandlung, zehn mehr als noch am Mittwoch angegeben. Die Landesregierung nannte bisher vier Todesfälle im Zusammenhang mit der Viruserkrankung. Dazu zählt auch ein in Ägypten gestorbener Tourist, der aus Schleswig-Holstein stammte.

Kontaktverbot wegen Corona: Polizei Hamburg zieht Fazit

Die Polizei Hamburg zieht nach den ersten Tagen unter den verschärften Ausgangsbeschränkungen ein überwiegend positives Fazit: Spaziergänger und Sportler sind rund um die Alster und in der Innenstadt wegen des schönen Wetters oft unterwegs – alle aber halten sich an die neuen Regeln, denen zufolge Gruppen von mehr als zwei Personen (sofern sie nicht zu einer Familie gehören) verboten sind.

Nur einige Auto- und Motorradfahrer würden die leeren Straßen als „Einladung“ missverstehen, um deutlich schneller zu fahren als erlaubt. Deswegen ermahnen die Beamten Raser, dass die weiterhin geltenden Verkehrsregeln auch während der Coronakrise von der Polizei überwacht werden – und Verstöße weiterhin geahndet.

Corona: Shops in Hamburger U-Bahn-Stationen wird Miete gestundet

Auch Mieter der Hamburger Hochbahn können wegen der Coronakrise ab sofort eine zinslose Stundung ihrer Mieten für die Monate April, Mai und Juni bis zum Ende des Jahres beantragen – ein Großteil der Gewerbemieter wie Blumenhändler, Eisländen und Imbisse sei von den Allgemeinverfügungen der Stadt direkt betroffen, und diejenigen, die noch öffnen dürften, hätten mit oft drastischen Umsatzrückgängen zu kämpfen.

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos): „Wir haben einen Schutzschirm für Hamburg aufgespannt und wollen dafür sorgen, dass auch diese Unternehmen gut durch die Krise kommen. Sie sind ein wichtiger Teil unseres Angebots im ÖPNV und aus dem öffentlichen Raum nicht wegzudenken.“

Corona: Kontaktverbot wird 37-Jährigem zum Verhängnis

In Hamburg kontrolliert die Polizei verstärkt, ob sich die Bürger an das Kontaktverbot halten – dabei treffen die Beamten auch immer wieder auf Mitmenschen, die es damit nicht so genau nehmen und trotz der Allgemeinverfügung eng beisammen stehen. Am Dienstagabend versammelten sich acht Personen am S-Bahnhof Sternschanze und blockierte dort den Eingangsbereich.

Bundespolizisten kontrollierten die Personen und lösten die Ansammlung auf. Für einen 37 Jahre alten Mann aus der Gruppe wurde das Kontaktverbot letztlich jedoch zum Verhängnis – er musste die Beamten begleiten. "Die fahndungsmäßige Überprüfung dieser Person hatte einen Haftbefehl zur Strafvollstreckung der Staatsanwaltschaft Hamburg wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen mit unter anderem versuchter räuberischer Erpressung und Hehlerei ergeben", sagte Bundespolizeisprecher Thomas Hippler am Donnerstag. Demnach muss der 37-Jährige noch eine Restfreiheitsstrafe von 281 Tagen verbüßen. "Zudem wurde er mittels dreier Fahndungsnotierungen der Staatsanwaltschaft Hamburg zur Aufenthaltsermittlung nach gefährlicher Körperverletzung, Körperverletzung sowie Beleidigung gesucht."

Coronavirus: Kinderhospize brauchen dringend Hilfe

In Hamburg und ganz Deutschland sind mehr als 40.000 Kinder lebensverkürzend erkrankt – und gehören deshalb zur Hochrisikogruppe, die eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus wohl nicht überleben würde. „Es herrschen wirklich verzweifelte Zustände“, sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz (BVKH). „In der Kinderhospizarbeit betreuen wir Menschen, die sowieso schon so große Ängste um ihr erkranktes Kind aushalten müssen“, sagt Irene Müller. Als Vorstandsmitglied des BVKH sieht sie die dynamische Entwicklung mit größter Sorge. „Die derzeitige Situation versetzt viele in regelrechte Panik. Gerade jetzt sind Betreuung und Hilfe unverzichtbar!"

Familien mit einem lebensverkürzend erkrankten Kind können nicht auf einen leichten Krankheitsverlauf hoffen. Diese Familien mussten schon vor Corona mit Desinfektionsmitteln, Atemschutzmasken und äußerster Vorsicht den fragilen Gesundheitszustand ihrer Kinder sichern. „Es ist wichtig und nötig, gut auf sich zu achten und aktiv dazu beizutragen, dass sich das neuartige Virus nicht so schnell ausbreitet“, sagt Sabine Kraft. „Schutzausrüstung wie Atemmasken sind für ‚normal gesunde‘ Menschen nicht nötig. Diese Hilfsmittel sollten denen überlassen werden, die sie am dringendsten brauchen!“

Ziel sei es, die jungen Menschen und ihre Angehörigen weiterhin zu begleiten. Dies sei aber nur möglich, wenn die Pflegefachkräfte mit ausreichend Schutzkleidung ausgestattet seien, so Müller. Die Mitglieder des Bundesverbands Kinderhospiz hoffen händeringend auf Nachlieferungen, die derzeit vom BVKH organisiert werden. Wegen der angespannten Wirtschaftslage bittet Sabine Kraft um Solidarität und Unterstützung für alle Kinderhospize. „Kinderhospizarbeit hängt immer noch in hohem Maße von Spenden ab“, erklärt sie. „Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir uns weiterhin bestmöglich um betroffene Familien kümmern können. Dies gelingt nur, wenn wir finanzielle Hilfe bekommen.“

Coronavirus: Lange Wartezeiten vor Hamburgs Recyclinghöfen

Die langen Schlangen, die man derzeit an den Recyclinghöfen Hamburgs beobachten kann, täuschen: Anders als man vermuten könnte, ist nicht die halbe Stadt dabei, die Ausgangsbeschränkungen zu nutzen, um ihre Wohnung zu entrümpeln. Während in anderen Kommunen die Zahl der Besucher auf den Recyclinghöfen ansteigt, ist die Zahl der Hamburger, die ihren Sperrmüll abgeben wollen, sogar deutlich gesunken, erklärt Andree Möller, Sprecher der Stadtreinigung Hamburg, auf Abendblatt-Anfrage. Am Montag vor einer Woche wurden insgesamt 6000 Besuche an den Recyclinghöfen der Stadt gezählt, am Montag dieser Woche waren es nur noch 3400.

Dass es trotzdem zu langen Wartezeiten kommt, erklärt Möller so: Wenn ein Kunde gerade Sperrmüll ablade und ein weiterer käme dazu, der ebenfalls Sperrmüll abgeben wolle, müsse der zweite warten. Diese Entzerrung zur Verringerung der Ansteckungsgefahr führt zu den längeren Wartezeiten. Einschränkungen fürchtet die Stadtreinigung derzeit nicht, aber, so sagt Möller: "Uns machen die Leute Sorgen, die mit einem Sack Grünabfälle zum Recyclinghof fahren." Natürlich würden auch die nicht abgewiesen, die Stadtreinigung bittet aber erneut darum, den Service der Recyclinghöfe derzeit nur zu nutzen, wenn es nicht anders geht, wenn also Umzüge, Wohnungsauflösungen oder andere dringende Fälle anstehen. Eine aus Langeweile zum dritten Mal geschnittene Hecke zählt da wohl eher nicht.

RKI: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Norddeutschland

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstagmorgen mit 36.508 beziffert – ein Plus von 4954 seit dem Vortag. Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 37.323 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 198 Todesfälle, die JHU 206 Tote.

  • Hamburg: 1265 Corona-Fälle
  • Bremen: 211
  • Mecklenburg-Vorpommern: 244
  • Niedersachsen: 2347
  • Schleswig-Holstein: 675

Corona: Zelt der Lampedusa-Flüchtlinge abgebaut

Das Zelt der Lampedusa-Flüchtlinge am Steindamm in Hamburg wurde am Donnerstagmorgen von Mitarbeitern der Hamburger Stadtreinigung und der Polizei abgebaut. Einige der Stadtreinigungsmitarbeiter arbeiteten unter Vollschutz. Eine größerer Gruppe von Bereitschaftspolizisten sicherten die Aktion. Das Zelt, eine Dauermahnwache für das Bleiberecht von Flüchtlingen (insbesondere der 300 aus Lampedusa, die 2013 in Hamburg ankamen), stand seit 2013 nahe dem Hauptbahnhof.

Wegen der Coronakrise war es in der vergangenen Woche wie viele andere Einrichtungen geschlossen worden. Auf Nachfrage teilte Sorina Weiland, Sprecherin des zuständigen Bezirksamtes Mitte mit, dass der politische Charakter des Zeltes aufgrund der Schließung wegen der Coronakrise wegfalle, so die Versammlungsbehörde. Daraufhin habe der Bezirk Mitte festgestellt, dass es sich nur noch um ein Zelt handele und die Stadtreinigung beauftragt, das Zelt abzuräumen. Das Zelt solle, so Weiland, auf dem Gelände der Stadtreinigung verwahrt werden.

Corona-Krise: Hamburger Biohof liefert Blumen nach Hause

Viele Hamburger nutzen die Corona-Zeiten, um in die Baumärkte zu strömen und ihren Garten auf Frühling zu trimmen. Wegen des Andrangs gibt es dort häufig lange Schlangen – mit Sicherheitsabstand. Ein Biohof aus den Vier- und Marschlanden von 1629 liefert jetzt auch Blumen für den Garten direkt nach Hause.

"Um den Verkauf der Frühjahrsblumen weiterführen zu können, haben wir über das Wochenende einen Online-Lieferservice entwickelt", teilte der Biohof Eggers mit. Blumenkisten werden direkt vor die Haustür gestellt, ohne mit dem Kunden in Kontakt zu kommen. Bezahlt werden kann per PayPal, Vorkasse oder einfach auf "Vertrauensbasis" – per Briefumschlag.

Sänger Sasha nimmt das Coronavirus aufs Korn

Der Hamburger Popsänger Sasha hat bei Instagram ein Video veröffentlicht, in dem er das Coronavirus aufs Korn nimmt – musikalisch natürlich. Bei seinen Fans kommt der Beitrag gut an. "Mega, mein Morgen ist gerettet", heißt es etwa in einem Kommentar.

Corona: Studenten der Polizeiakademie in Hamburg im Einsatz

"Wir sind für euch da! Bleibt ihr für uns zu Hause": Dieser Appell der Hamburger Polizei erhält in sozialen Netzwerken wie Instagram viele positive Reaktionen. "Gut, dass ihr da seid" und "Danke schön" sind nur zwei von vielen Beispielen.

Die Polizei Hamburg überprüft derzeit, ob sich alle Bürger an die Allgemeinverfügung halten. Und dabei bekommen die Beamten Unterstützung. "Hierfür sind nicht nur unsere Kollegen von den Polizeikommissariaten und der Bereitschaftspolizei auf Hamburgs Straßen unterwegs, auch die Studenten unserer Akademie sind nun stadtweit im Einsatz – der Lehrbetrieb pausiert zur Zeit", heißt es in einem Instagram-Beitrag der Polizei.

Coronavirus sorgt für hohe Einschaltquoten

Die „Tagesschau“ und das „ARD extra“ zur Coronakrise stoßen weiterhin auf großes Zuschauerinteresse: Die Hauptausgabe der „Tagesschau“ um 20 Uhr schalteten am Mittwoch 8,13 Millionen Menschen ein, 7,54 Millionen bleiben auch für das „ARD extra“ im direkten Anschluss dabei. Beide Sendungen kamen auf einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent.

Im Norden war das Interesse an den Regionalnachrichten besonders groß: 1,76 Millionen Menschen verfolgten die NDR-Berichterstattung ab 19.30 Uhr, der Marktanteil lag bei 28 Prozent (u.a. „Hamburg-Journal“: 0,20 Millionen, 31,2 %; „Schleswig-Holstein Magazin“: 0,46 Millionen, 36,3 %).

Airbus fährt Flügel-Fertigung in Bremen zurück

Das Bremer Airbus-Werk erfährt aufgrund der Coronakrise weitere Einschnitte: Wie der Flugzeugbauer am Donnerstag mitteilte, werde die Produktion von Tragflächen Jets, die Airbus in Großbritannien und Bremen fertigt, in Anbetracht der niedrigeren Nachfrage zurückgefahren. In Bremen werde die Arbeitswoche verkürzt, in den britischen Werken Filton und Broughton werden die Osterferien verlängert. Die Maßnahme gelte für vorerst drei Wochen. Insgesamt laufe die Produktion auch während der Corona-Krise weiter.

Coronavirus: Deutlich weniger Verlorenes landet im Fundbüro

Wegen des sich immer weiter ausbreitenden Coronavirus haben die Mitarbeiter des Hamburger Fundbüros weniger zu tun als sonst zu dieser Jahreszeit üblich. "Wir erhalten noch Einlieferungen, im Zuge der sich entwickelnden aktuellen Situation gehen diese aber verständlicherweise merklich zurück", sagte ein Sprecher. Im März wurden bislang lediglich rund 2000 Fundsachen abgegeben. Im Jahr zuvor waren es gut 3200, hieß es weiter.

Auch in den Vormonaten lagen die Zahlen deutlich höher. Im Januar waren fast 3900 Fundsachen abgegeben worden, im Februar gut 3100. "Der bisher im Monat März zu verzeichnende deutliche Rückgang lässt sich wohl aller Wahrscheinlichkeit nach damit erklären, dass die Menschen jetzt ihre eigenen vier Wände seltener oder vielleicht sogar gar nicht verlassen." Für Besucher ist das Fundbüro bis auf Weiteres geschlossen. Schriftlich und telefonisch geben die Mitarbeiter allerdings weiter Auskünfte.

Corona: Italienerin näht Schutzmasken in Eimsbüttel

Für ihre Nachbarn und Freunde in Eimsbüttel hat Gisella Pindinello, 79, schon mehr als hundert Schutzmasken genäht. Die gelernte Schneiderin aus Racale, einer kleinen Gemeinde in Süditalien, ist seit rund drei Wochen im Dauereinsatz. Aus buntem Stoff und Gummischlaufen schneidert Pindinello in ihrer kleinen Eimsbüttler Wohnung Schutzmasken – und verschenkt ihre „Mascherinas“ (italienisch für „Masken“) an alle, die sich in der Corona-Krise vor einer Tröpfcheninfektion schützen wollen.

„Ich habe gesehen, dass es keine Mascherinas in Italien mehr gibt. Dann dachte ich mir, ich kaufe mir ein bisschen Stoff und mache die selbst“, so Pindinello. Die letzte Stofflieferung hat sie geschenkt bekommen, erzählt sie. In allen Größen und Motiven habe sie schon Mundschutze genäht – mit Einhörnern und Blümchen drauf, für jung und alt. Weil Pindinello selbst Diabetikerin ist, bleibt sie zur Zeit in ihrer Wohnung. „Jeden Tag mache ich mein Fenster auf und lasse die frische Luft und die Sonne rein“, sagt die Seniorin. Sie hoffe, dass die Leute in Deutschland sich an das Kontaktverbot halten.

Experten weisen immer wieder darauf hin, dass ein Mundschutz nicht unbedingt sinnvoll ist, sondern sich an die empfohlenen anderthalb bis zwei Meter Abstand zu halten, entscheidend sind, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Corona: Mehr Privatinsolvenzen erwartet

Das Hamburger Unternehmen Crifbürgel erwartet 2020 wegen des Coronavirus mehr private Insolvenzen. „Das Coronavirus wird die Wirtschaft schwer belasten, wobei die Auswirkungen heute noch gar nicht abschätzbar sind“, sagte Geschäftsführer Christian Bock. „Wir müssen jedoch davon ausgehen, dass es in der Folge auch wieder mehr Privatinsolvenzen in Deutschland geben wird.“ Gegenwärtig rechne er mit einem Anstieg um mindestens zehn Prozent.

Bereits jetzt gelten circa 6,8 Millionen Bürger als überschuldet und können ihre Verpflichtungen kaum mehr bedienen. Für viele dieser Personen sorge ein Schock auf der Einkommensseite für ein erhöhtes Risiko einer Privatinsolvenz. Auch der starke Anstieg von Kurzarbeit werde die Zahl der Privatinsolvenzen erhöhen. Im vergangenen Jahr hätten erneut weniger Privatpersonen eine Insolvenz angemeldet. Die Privatpleiten verringerten sich um 2,4 Prozent und damit zum neunten Mal in Folge. Insgesamt gab es 2019 in Deutschland 86.838 Privatinsolvenzen.

Toilettenpapier: Umsätze steigen irre

Sind sie die großen Gewinner der Corona-Krise? Die Hersteller von Toilettenpapier haben auch dank der Hamsterkäufe den Absatz massiv erhöht. Von Februar zum März 2020 sei eine Steigerung um 700 Prozent zu verzeichnen, sagte Christian Böttcher, Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH). Genaue Zahlen nannte er nicht.

Was Schleswig-Holstein besser machte als Hamburg

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther erklärt im Abendblatt-Interview, warum sein Land schneller als andere auf die Corona-Krise reagiert hat. "In der Tat haben wir im Kabinett sehr früh Beschlüsse gefasst, weil unser Gesundheitsminister Heiner Garg uns frühzeitig auf zutreffende Maßnahmen hingewiesen hat.

Wir wollten von Anfang an klare und präzise Vorgaben machen, und diese Maßnahmen den Menschen auch gut erklären. Wir wollten dem Virus und seiner Bekämpfung nicht hinterherlaufen. Wir haben auf die Experten gehört und das schnell in politisches Handeln umgesetzt."

Abitur 2020 findet statt – zumindest ist das geplant

Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) begrüßt die Entscheidung der Kultusministerkonferenz zum Abitur 2020. „Wie derzeit in Hessen können die Prüfungen auch dann stattfinden, wenn der offizielle Schulbetrieb noch ruht", sagte er. „Eine Absage der Prüfungen zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht notwendig.“ Rabe ist davon überzeugt, dass eine Absage der Abiturprüfungen den Schülern langfristig geschadet hätte. Diese hätten sonst "jahrelang mit dem Makel leben müssen, nur ein Abitur zweiter Klasse erreicht zu haben". Außerdem sei es fraglich, ob ein Abitur ohne Prüfungen "überall in Deutschland und Europa genauso wie ein reguläres Abiturzeugnis anerkannt" werde. Den Kommentar zum Abitur lesen Sie hier.

Interaktive Karte: Coronavirus in Hamburg, Deutschland und weltweit

Im Video: Ärzte des UKE zum Coronavirus

UKE-Mediziner warnen vor einem Ansteigen der Todesraten und erläutern medizinisch, wie tief die Corona-Krise wirklich geht.

Corona-Pandemie: UKE-Experten zur Sterblichkeitsrate
Corona-Pandemie: UKE-Experten zur Sterblichkeitsrate

"Digitale Kulturreihe" – Matthias Politycki und die Symphoniker

In der „Digitalen Kulturreihe“ bleiben Künstler während der Corona-Krise mit dem Publikum online in Kontakt. Die Hamburger Symphoniker haben bereits in der Reihe ein Corona-Konzert in der Laeiszhalle gegeben. Yared Dibaba flogen Herzen und Likes während seines Auftritts im Uwe zu. Heute wird gelesen: Autor Matthias Politycki lädt an seinen Schreibtisch. Sie haben die Lesung verpasst? Hier können Sie sie ansehen:

"Digitale Kulturreihe" – Matthias Politycki liest aus seinem Roman

Hamburg und der Norden in der Corona-Krise: Die besten Fotos

Udo Lindenberg verlässt Hotel Atlantic

Udo Lindenberg hat das Atlantic-Hotel verlassen, das wegen der Corona-Krise geschlossen ist, Das berichtet die "Bild". Nach Angaben seines Managers befindet sich Lindenberg an einem geheimen Ort, um dort die Corona-Krise zu überstehen.