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Coronavirus: Hamburger Senat verschärft Auflagen

| Lesedauer: 24 Minuten
Coronavirus: Hamburger spielen "Ode an die Freude"

Coronavirus: Hamburger spielen "Ode an die Freude"

Am Sonntag spielen Menschen in Hamburg von ihren Privatwohnungen aus in einer Art gemeinsamen Konzert Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“.

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Musiker spielen "Ode an die Freude". 887 infizierte Hamburger. Zweitwohnungs-Besitzer verlassen Schleswig-Holstein. Der Newsblog.

Hamburg. Bund und Länder haben am Sonntag ein Kontaktverbot beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus' weiter einzudämmen. In Hamburg gelten damit ab heute auch weitere Verbote für Dienstleister und Geschäfte. Derweil hat die Gesundheitsbehörde bekanntgegeben, dass es 119 weitere Infizierte in der Stadt gibt – damit steigt die Gesamtzahl der hier gemeldeten Covid-19-Ansteckungen auf 887. Auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen schnellt die Zahl in die Höhe.

Verfolgen Sie hier im Newsblog alle Entwicklungen zum Coronavirus:

Coronavirus: Hamburg erlässt weitere Auflagen

Bund und Länder haben sich am Sonntag darauf geeinigt, zunächst keine allgemeine Ausgangssperre in Deutschland zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zu erlassen. Stattdessen wurde ein Kontaktverbot beschlossen. "Von einer generellen Ausgangssperre wurde abgesehen, nachdem festgestellt wurde, dass die beschlossenen Beschränkungen für den Aufenthalt im öffentlichen Raum von den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland weitestgehend eingehalten werden", teilte der Hamburger Senat noch am Sonntagabend mit.

Die in Hamburg bereits geltenden Regelungen wurden nun also um folgende Vorgaben angepasst:

  • Der Aufenthalt für Personen im öffentlichen Raum ist nur alleine sowie in Begleitung der Personen gestattet, die in derselben Wohnung leben oder in Begleitung einer weiteren Person, die nicht in derselben Wohnung lebt.
  • Der Betrieb von Gewerben wie Kosmetikstudios, Friseure oder Tattoo-Studios wird untersagt.
  • Die neue Allgemeinverfügung werde noch am Sonntagabend veröffentlicht und trete damit sofort in Kraft.

„Es kommt jetzt darauf an, dass wir so gut es geht zu Hause bleiben und den direkten Kontakt mit anderen vermeiden. Wir haben die Vorgaben dazu noch einmal verschärft und auf eine einheitliche Linie in ganz Deutschland gebracht", sagt Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Bewegung an der frischen Luft "in ausreichendem Abstand zu anderen" solle aber weiterhin möglich sein, sagt Tschentscher und bedankt sich bei den Hamburgern: "Die meisten Bürgerinnen und Bürger in Hamburg verhalten sich verantwortungsvoll."

Emirates streicht Flüge Hamburg-Dubai

Die Fluggesellschaft Emirates streicht vom 25. März an weltweit ihren Flugplan bis auf wenige Länder radikal zusammen. Dazu gehört unter anderem auch die Verbindung zwischen Hamburg und Dubai, von wo aus Passagiere vor allem nach Asien und Australien weiterfliegen. Emirates begründete den Schritt am Sonntag mit den erheblichen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Frachtflüge sollen zunächst aufrechterhalten werden. Die Hamburg-Strecke war zuletzt von zwei täglichen Flügen auf einen reduziert worden.

Hamburger Musiker spielen die "Ode an die Freude"

Von Mailand bis Sizilien erklingt seit Beginn der Coronavirus-Pandemie viel Musik von Balkonen und aus Fenstern, Menschen singen und musizieren gegen die Krise. Die Italiener machen es vor – und auch in Hamburg haben Musiker nun nachgezogen: Am Sonntag um 18 Uhr haben sie etwa in den Stadtteilen Hoheluft-West und Eimsbüttel von ihren Privatwohnungen aus Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ gespielt.

Im Vorfeld war in den sozialen Medien dazu aufgerufen worden. Und am Abend folgt eine weitere Aktion: Jeden Tag stehen mehr und mehr Menschen an ihren Fenstern und applaudieren um 21 Uhr für Ärzte, Pflegekräfte und andere Helfer, die sich der Ausbreitung des Coronavirus entgegenstellen.

Coronavirus: Offenbar infizierter Mann in ICE unterwegs

Ein ICE der Deutschen Bahn hat seine Fahrt in Hessen außerplanmäßig unterbrechen müssen, weil ein Reisender an Bord des Zuges möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert ist. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, am frühen Nachmittag sei gemeldet worden, dass ein französischer Staatsbürger in einem Sechser-Abteil zu verstehen gegeben habe, er sei mit dem Virus infiziert.

Der mit Handschuhen und Mundschutz ausgestattete Mann habe eine Bescheinigung aus Hamburg über einen Test auf das Coronavirus und die Empfehlung häuslicher Quarantäne bei sich. In dem Zugabteil befanden sich keine weiteren Reisenden. Sprachprobleme erschwerten die Verständigung. Die örtlichen Gesundheitsbehörden seien nun zuständig für Entscheidungen über das weitere Vorgehen, sagte der Sprecher. Der Zug, der in Gelnhausen gestoppt wurde, sei ersten Informationen zufolge „mittelmäßig“ voll und mit etwa 100 bis 150 Reisenden besetzt.

Sonntag: 887 gemeldete Corona-Infizierte in Hamburg

Die Zahl der in Hamburg mit dem Coronavirus infizierten Personen ist weiter angestiegen. Wie der Senat am Sonntagnachmittag mitteilte, wurden 119 weitere Fälle von Erkrankungen mit Covid-19 bestätigt. Damit ist die Zahl der gemeldeten Infizierten auf 887 gestiegen.

"Der weiterhin deutliche Anstieg wird durch einen hohen Anteil durch Urlaubsrückkehrer verursacht sowie durch Personen, die Kontakt zu den erkrankten Personen hatten", heißt es in der Mitteilung. Die Krankheitsverläufe gingen in der Regel mit leichten bis mittleren grippeähnlichen Symptomen einher. Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 51 Hamburger aufgrund der Erkrankung mit COVID-19 in stationärer Behandlung, davon werden zehn Personen intensivmedizinisch betreut.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

Coronavirus: Vier Todesfälle in Niedersachsen

In Niedersachsen haben sich 1586 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Dies ist nach Angaben des Landesgesundheitsamtes ein Anstieg von 134 Fällen im Vergleich zum Vortag. Die meisten Infektionen gibt es demnach weiterhin in der Region Hannover, nämlich 341 (plus 34). Wie viele Covid-19-Patienten inzwischen wieder genesen sind, konnte ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums am Sonntag nicht sagen.

Am Sonnabend waren die ersten Todesfälle von Covid-19-Patienten in Niedersachsen bekannt geworden. In Kliniken der Region Hannover starben zwei 70 und 84 Jahre alte Männer, im Heidekreis ein 87-Jähriger und im Landkreis Leer ein 66-Jähriger, der unter einer schweren Vorerkrankung gelitten hatte.

Im Land Bremen waren am Sonnabend 168 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 bekannt, davon 153 im Stadtgebiet und 15 in Bremerhaven, wie der Gesundheitssenat am Sonntag mitteilte. Drei Patienten seien inzwischen genesen.