Newsblog für Norddeutschland

Corona: Essen, Wäsche, Spenden – Hamburg hilft Hamburgern

| Lesedauer: 30 Minuten
Der Blick über Hamburg, unsere Heimat - lasst uns sie gemeinsam schützen und alle Zuhause bleiben.

Der Blick über Hamburg, unsere Heimat - lasst uns sie gemeinsam schützen und alle Zuhause bleiben.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Infiziertenzahl steigt weiter ungebremst. Polizei kontrolliert Parks. Hamburgs dringlicher Appell an ältere Menschen. Der Newsblog.

Hamburg. Das Coronavirus hat Hamburg und den Norden auch zum Frühlingsanfang weiterhin fest im Griff. Schleswig-Holstein und Hamburg haben die Einschränkungen im öffentlichen Leben zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiter verschärft, Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) kündigte an, dass am Sonntag über etwaige Ausgangssperren entschieden würde. Auch in den anderen nördlichen Bundesländern gilt, dass alle Beherbergungsstätten für touristische Zwecke sowie alle Restaurants schließen müssen.

Corona-Krise: Der Newsblog für Hamburg und den Norden:

Hamburger Hilfe für diejenigen, die arbeiten müssen

Während Promiköche wie Fabio Haebel, Tim Mälzer und andere ihre Speisen bei "Kochen für Helden" denjenigen vorbeibringen, die in Drogerien und Supermärkten arbeiten, bittet die Laundrette in Ottensen um schmutzige Wäsche: Wie Stephan Fehrenbach, Chef der alt eingesessenen und hamburgweit wohl einzigartigen Kombination aus Waschsalon und Bar in der Ottenser Hauptstraße in einem Facebook-Video erklärt, können Mitarbeiter von Kliniken und Rettungsdienst ihre Wäsche in der Laundrette in die Waschmaschine werfen und fertig getrocknet wieder abholen – kostenfrei. "Ihr macht gerade einen Job für uns, da können wir auch etwas zurückgeben", erklärt Fehrenbach.

Sternekoch Thomas Imbusch vom 100/200 will seine Lieferanten und Produzenten unterstützen und packt deren Waren in luxuriöse Essenskisten: Für 200 Euro bekommt man "eine Kiste, die für (wenigstens) zwei Personen eine Woche lange eine wundervolle Mahlzeit für jeden Tag bereithält. Was genau dies sein wird, entscheiden wie immer unsere Partner. Aber es wird auf jeden Fall unser Brot und unsere Butter geben. Ein gekochtes Gericht zum „bald essen“ und eines, dass sich lange hält. Es wird Eier, frisches Obst und Wurstwaren geben. Sowie Ideen unsererseits, was man damit machen kann. Eben alles, was man braucht, um gut genährt zu Hause zu sein."

Yared Dibaba in Concert

Corona-Konzert mit Yared Dibaba

Was denn? Sie haben das Konzert mit NDR-Mann Yared Dibaba verpasst? Hier können Sie es noch einmal ansehen.

Hamburger Discos fürchten Club-Sterben

Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus dürfen Clubs, Bars und Diskotheken in Hamburg nicht mehr öffnen, der Kiez ist menschenleer. Viele Betreiber fürchten nun die Insolvenz und damit einhergehende Einschnitte in der Clublandschaft Hamburgs: "Musikclubs sind ein äußerst fragiles Gebilde, wenig widerstandsfähig gegen Schocks von außen und wie ein Biotop: Wenn es einmal tot ist, geht es in dieser Form unwiederbringlich verloren", heißt es im Spendenaufruf der Clubstiftung Hamburg. Unter dem Motto "Save Our Sounds" werben die Initiatoren um Spenden.

Niedersachsen meldet zwei weitere Corona-Tote

1452 Fälle und nun drei Todesfälle: Das ist die aktuelle Corona-Bilanz des Landes Niedersachsen. In der Region Hannover sind zwei an Covid-19 erkrankte Männer (Geburtsjahrgänge 1935 und 1950) gestorben, zuvor war bereits im Landkreis Harburg ein 90 Jahre alter Infizierter gestorben. Die Region Hannover ist innerhalb Niedersachsens am stärksten von Sars-CoV-2 betroffen, dort sind bislang 310 Fälle bekannt.

Zudem ist in der Region Aurich ein Fall von Vogelgrippe bei einem Putenbestand im Landkreis Aurich nachgewiesen worden. Die 55 Tiere wurden vorsorglich gekeult, ein Sperr- und Beobachtungsgebiet wurden eingerichtet. Weitere Fälle von Infektionen mit dem H5N8-Virus sind nicht bekannt.

Schleswig-Holstein will Kita-Gebühren zurückerstatten

Eltern in Schleswig-Holstein können wegen der Corona-bedingten Kita-Schließungen mit einer Rückerstattung der Gebühren rechnen. Die Kommunen sollen dafür 50 Millionen Euro aus dem Corona-Soforthilfeprogramm erhalten. Dies beschlossen die Koalitionsfraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP bei einer Kabinettssitzung am Samstag gemeinsam mit der SPD-Fraktion und dem SSW im Landtag.

Mit dem Geld sollen die Beiträge für die Betreuung von kleinen Kindern in den Tagesstätten für zwei Monate erstattet werden. Die genauen Einzelheiten würden kurzfristig mit den kommunalen Spitzenverbänden vereinbart, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Landtagsfraktionen.

Bürgermeister Tschentscher wirbt um Corona-Helfer

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher wirbt um Corona-Helfer: In einem Tweet bat er am Sonnabend Menschen mit medizinischem Hintergrund, die in der Corona-Krise helfen wollen, um eine Nachricht. Unter der E-Mail-Adresse personal.corona@bgv.hamburg.de können sich Freiwillige melden.

Coronavirus in Hamburg: Viele Spaziergänger an der Alster

Trotz der am Freitag vom Senat verschärften Regeln haben viele Hamburger das sonnige Wetter am Sonnabend für einen Spaziergang genutzt: An der Alster trafen auch Menschengruppen aufeinander, die die Größe von sechs Personen deutlich überschritten.

Im Innocentiapark ist am Sonnabendnachmittag zwar etwas los, aber weniger als sonst an einem sonnigen Wochenendtag. Der Spielplatz ist mit Flatterband abgesperrt und verwaist, nur auf der Wiese spielen ein paar Kinder Fußball und „Wikinger-Kubb“. Auch im Isebekkanal in Hoheluft herrscht weniger Betrieb als normalerweise. Was allerdings auffällt: Überall sind Jogger unterwegs. Und zwar mehr als sonst. Auf dem Goldbekmarkt hielten sich die Besucher zwar an die Abstandsregeln, so gut es ging – voll war es dort trotzdem.

Am Sonntag will die Bundeskanzlerin in einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer entscheiden, ob eine Ausgangsbeschränkung notwendig ist – dafür maßgeblich soll das Verhalten der Menschen am Sonnabend sein. Sollte eine bundesweite Ausgangsbeschränkung erlassen würden, dürfte die Wohnung wahrscheinlich nur noch für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder der Apotheke verlassen werden.

Hamburgs Kliniken warnen: "Patienten sterben sonst"

Die Hamburger Krankenhäuser von den Asklepios Kliniken über das Albertinen bis zum UKE sind entsetzt über die Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum Rettungsschirm für die Kliniken. Gleichzeitig werfen sie dem Hamburger Senat vor, nicht genügend zu tun, um den erwarteten Ansturm von schwerkranken Covid-19-Patienten zu bewältigen. Die Hamburgische Krankenhausgesellschaft (HKG) erklärte, sie sei „fassungslos“ über Spahns Ideen, wie man pensionierte Ärzte zurückholen und kurzfristig mehr Pfleger beschaffen soll. Das sei alles zu bürokratisch, und dafür sei in der katastrophalen Lage keine Zeit mehr.

Der HKG-Vorsitzende Jörn Wessel sagte: „Eine erbsenzählerische, kleinkrämerische Erweiterung eines an sich schon dysfunktionalen Finanzierungssystems ist das Gegenteil von dem, was Krankenhäuser jetzt brauchen. Den Krankenhäusern muss jetzt der Rücken freigehalten werden, damit sie alle Energie darauf verwenden können, eine gute Versorgung für die nächsten Monate zu organisieren.“. Spahns Gesetzentwurf geht nach Auffassung der Krankenhausgesellschaft in die völlig falsche Richtung.

HKG-Geschäftsführerin Dr. Claudia Brase sagte dem Abendblatt, Hamburg sei viel stärker betroffen als andere Bundesländer. Jetzt gehe es um Beatmungsgeräte, mehr Intensivbetten und schnelles Handeln. „Die Patienten sterben uns sonst unter den Händen weg.“ Sie bemängelte, dass Hamburg noch immer nicht wie etwa Niedersachsen oder Schleswig-Holstein eine Landesverordnung habe, die regele, wie das alles finanziert wird. „Es gibt keine Rechtssicherheit“, sagte Brase. „Wir müssen alle Fälle wie gewohnt dokumentieren und Häkchen für die Abrechnung setzen, anstatt uns um die Patienten zu kümmern“ Wenn die Bezahlung nicht schnell geregelt werde, könnten Krankenhäuser sogar kurzfristig pleite gehen.

Corona: Hamburgs Appell an ältere Menschen

Hamburgs Gesundheitsbehörde bittet die ältere Bevölkerung, sich an die Corona-Vorgaben zu halten. In Hamburg leben rund 440.000 Menschen, die älter als 60 Jahre sind. Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an Covid-19 zu erkranken.

Das sollten ältere Hamburger beachten:

  • Meiden Sie soziale Kontakte soweit wie möglich
  • Halten Sie Kontakt mit Ihren Freunden und Ihrer Familie über Telefon, Brief, soziale Netzwerke oder Skype
  • Besuchen Sie keine Freizeitveranstaltungen
  • Meiden Sie den öffentlichen Personennahverkehr
  • Meiden Sie unbedingt den Kontakt zu Enkelkindern
  • Halten Sie persönlichen Abstand von mindestens zwei Metern
  • Geben Sie niemandem die Hand und umarmen Sie niemanden
  • Gehen Sie nicht in eine Arztpraxis, sondern rufen Sie bei Bedarf dort an und besprechen das weitere Vorgehen
  • Wenn möglich, gehen Sie nicht in Apotheken, sondern lassen Sie sich benötigte Medikamente nach Hause liefern
  • Nutzen Sie Lieferdienste von Supermärkten
  • Nehmen Sie gerne Hilfe oder das Angebot von Botengängen aus der Nachbarschaft und Familie an
  • Gehen Sie gerne eine Runde spazieren. Wenn Sie dabei Bekannte treffen: Denken Sie daran, Abstand von zwei Metern zu halten
  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände

Erste Coronavirus-Todesfälle in Niedersachsen

In Niedersachsen sind die ersten beiden Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet worden. Die beiden Männer im Alter von 70 und 84 Jahren seien am Freitag in Krankenhäusern der Region gestorben, sagte eine Sprecherin der Region Hannover am Sonnabend.

Ob bei den Männern auch andere Krankheitssymptome vorlagen und wie lange sie im Krankenhaus behandelt worden waren, ließ die Sprecherin offen. Weitere Informationen solle es am Sonnband nicht geben. „Unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen und den Freunden der beiden Verstorbenen“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau laut einer Mitteilung.

Corona in Hamburg: Zahl der Infizierten schnellt auf 768

Seit der Meldung vom Freitag wurden in Hamburg 104 weitere Fälle von Erkrankungen mit Covid-19 bestätigt, wie die Gesundheitsbehörde am Sonnabend. Damit ist die Zahl der in Hamburg gemeldeten Corona-Fälle auf 768 angestiegen. "Der weiterhin deutliche Anstieg der Fallzahlen wird nach wie vor in einem hohen Anteil durch Urlaubsrückkehrer verursacht", heißt es vonseiten der Behörde.

Bei vielen Betroffenen seien die Erkrankungssymptome erst mit zeitlicher Verzögerung aufgetreten, so dass sie erst mit einigem Abstand zum eigentlichen Ferienende getestet wurden. "In den kommenden Tagen wird bundesweit mit einem weiteren deutlichen Anstieg der positiv getesteten Fälle gerechnet", so die Behörde. Momentan befinden sich 32 Hamburger in stationärer Behandlung, davon liegen sechs Personen auf der Intensivstation. Damit liege Hamburg aktuell im Durchschnitt der bundesweit gemeldeten Spannweite der positiv getesteten Fälle mit intensivmedizinischer Betreuung.

„Es ist ruhig geworden in der Stadt, ganz überwiegend folgt die Bevölkerung den Anordnungen", sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Sonnabend. "Machen Sie weiter so, vermeiden Sie Kontakte!" Zudem appellierte sie an die Hamburger: "Verlangen Sie keine unnötigen Tests.“

Langjährige Wahl-Hamburgerin spürt Corona-Auswirkungen

Obwohl die Schriftstellerin und langjährige Wahl-Hamburgerin Cornelia Funke (61) etwas ländlich auf einer Avocado-Farm abseits von Los Angeles lebt, spürt auch sie die Auswirkungen des Coronavirus'. So sei gerade ihr 25 Jahre alter Sohn bei ihr zu Besuch gekommen, „weil er sagt, in der Stadt sind sie alle so verrückt und es geht nur um Hamsterkäufe“, sagte die Bestseller-Autorin.

Sie habe sonst immer sonnabends, wenn ihr Nachbar seinen Hofladen öffnet, auf ihrem Grundstück ein kleines Gemeinschaftscafé aufgemacht, wo die Leute umsonst einen Kaffee bekommen. „Natürlich kann ich das im Moment nicht aufmachen. Weil ich keinen, der älter ist als 65 Jahre, in Gefahr bringen will.“ Auch beruflich spüre sie die Ausbreitung des Coronavirus. So hätten viele Künstler aus Deutschland, die sie besuchen wollten, zwar ein Visum bekommen, „können jetzt aber nicht einreisen“, weil die Grenzen zur Eindämmung des Virus geschlossen sind. „Das sind schon Konsequenzen, die einen traurig machen.“

Corona: Ein neuer bestätigter Fall im Landkreis Lüneburg

Am Sonnabend wurde im Landkreis Lüneburg eine weitere Coronavirus-Infektion bestätigt, damit liegt die aktuelle Zahl der gemeldeten Fälle nun bei 54. Im Verlauf des Freitags wurden mehr als 50 Personen im Diagnosezentrum auf das Virus getestet, wie der Landkreis am Sonnabend mitteilte. Die Ergebnisse stehen teilweise noch aus.

So süß bedanken sich Sasha und Sohn Otto bei Alltagshelden

Um 21 Uhr wird in Hamburg applaudiert. Für alle Ärzte, Pfleger, Supermarktangestellten und Menschen, die in der Corona-Krise besonders viel arbeiten müssen. Auch der Hamburger Popsänger Sasha sagt Danke – gemeinsam mit seinem Sohn Otto.

Auf Instagram postete Sasha ein süßes Bild seines Kindes, das Haube und Mundschutz trägt und offensichtlich Arzt spielt. Dazu schrieb der Sänger: "Dr. Otto Röntgen liegt um 21 Uhr zwar schon im Bett, aber er kann seinen Respekt vor den Heldinnen und Helden der Stunde ja auch mit seinem ersten Berufswunsch zum Ausdruck bringen."

Coronavirus: Stay at home – Himmlische Botschaft in Hamburg

„Stay at home!“ – Bleibt zu Hause! Für alle, die den Ernst der Lage immer noch nicht begriffen haben, ist Jean-P. Sievers am Sonnabend in Hamburg in die Luft gegangen. Mit seiner Piper 12 Supercussion will der Berufspilot heute MIttag über Hamburg fliegen und ein Spruchband mit dieser Aufforderung hinter sich herziehen.

„Normalerweise mache ich Reklameflüge“, sagt der 57-jährige Hamburger, doch im Moment habe er ohnehin keine Aufträge. Um die Fluglizenz nicht zu verlieren, müsse er aber regelmäßig in die Luft. Und der Motor seiner einmotorigen Propellermaschine müsse auch immer mal laufen. Und bevor er leer rumfliege, habe er nun einen Banner gemacht, um die Menschen aufzurütteln, sagt der Hamburger: „Ich habe festgestellt, dass die Corona-Krise bei vielen nur schleppend ankommt.“

Dabei sei sie längst präsent. In der Klasse seines elfjährigen Sohnes seien einige Kinder erkrankt oder lebten in Quarantäne. „Alle sollten jetzt 14 Tage die Füße stillhalten“, fordert der Firmeninhaber von Aerial Sign. Sievers hat Angst, dass hier eine Situation wie in Italien entsteht. Er will am Sonnabend die Elbe entlang fliegen und Kreise über Alster und Innenstadt fliegen. Aus der Luft habe er ja gut im Blick, wo die Menschen eine Erinnerung noch dringend nötig hätten.

Verwaltungsgericht lehnt Eilantrag gegen Ladenschließungen ab

Das Hamburger Verwaltungsgericht hat die Allgemeinverfügung des Senats zur Schließung von Einzelhandelsgeschäften in einem ersten Verfahren bestätigt. Das Gericht lehnte am Freitagabend den Eilantrag einer Besitzerin von mehreren Geschäften ab, die sich gegen die Schließung ihrer Filialen juristisch zur Wehr gesetzt hatte (Az.: 10 E 1380/20).

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts sei dem Schutz der Gesundheit der gesamten Bevölkerung als überragend wichtigem Gemeinschaftsgut der Vorzug vor den wirtschaftlichen Interessen der Antragstellerin zu geben, teilte ein Sprecher des Gerichts am Sonnabend mit.

Corona: Applaus um 21 Uhr in Hamburg für Helden des Alltags

Der Applaus für das medizinische Personal um 21 Uhr war in den vergangenen Tagen in vielen Stadtteilen schon nicht zu überhören. Zahlreiche Hamburger standen an offenen Fenstern oder auf ihren Balkons und klatschten in die Hände, um damit ein Zeichen der Anerkennung zu setzen – für Pflegepersonal und Ärzte, aber auch für Beschäftigte im Einzelhandel und all jene Berufsgruppen, die unermüdlich im Einsatz sind. Der Aufruf dazu wurde über die sozialen Medien verbreitet, und in vielen Städten europaweit klatschten die Menschen schon.

Aber da geht noch mehr. Wer mitmachen will, stellt sich nun jeden Abend um 21 Uhr ans Fenster und applaudiert für die Helden des Alltags in der Corona-Krise. Es ist nur eine kleine Geste, aber offenbar kommt sie bei den Adressaten gut an. Viele Ärzte, Pfleger und andere Hilfskräfte antworteten bereits mit Posts, auf denen sie in Schutzkleidung stehen, und sie halten einen Spruch in die Kamera, auf dem zu lesen ist: „Wir bleiben für euch hier – bleibt bitte für uns zu Hause.“

Im Video: Hamburger klatschen für Helden des Alltags

Corona - Hamburger klatschen für Helden des Alltags
Corona - Hamburger klatschen für Helden des Alltags

Minister Garg zu Corona: „Wir stehen erst am Anfang"

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg will angesichts der Corona-Pandemie noch keine Vorhersagen machen, wann sich das öffentliche Leben wieder normalisiert. „Der nächste Schritt bei der Bekämpfung ist – wie auch im Pandemieplan vorgesehen – die angesprochene Fokussierung auf die Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten und auf den Schutz besonders gefährdeter Gruppen“, sagte der FDP-Politiker den „Kieler Nachrichten“ am Sonnabend. Das könne und solle einhergehen mit einem kontrollierten Hochfahren des öffentlichen Lebens.

Er rechnet damit, dass die Zahl der Corona-Infizierten in seinem Bundesland noch deutlich nach oben geht. „Wir stehen erst am Anfang, das muss allen klar sein“, betonte Garg. Man müsse bedenken, dass aufgrund der Inkubationszeit „wir mit den gemeldeten Erkrankungsfällen immer etwa zehn Tage hinter der eigentlichen Infektion zurückliegen“. Im Moment seien in Schleswig-Holstein mehr als 1000 Menschen in Quarantäne. „Wir gehen davon aus, dass ein großer Teil von diesen noch erkrankt“, so Garg.

383 bestätigte Covid-19-Fälle in Schleswig-Holstein

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus steigt in Schleswig-Holstein weiter. Bis einschließlich Freitag waren 383 Fälle gemeldet, wie das Gesundheitsministerium in Kiel am Sonnabend mitteilte. 29 Personen sind in klinischer Behandlung. Bislang wurde ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung registriert. Am Freitag hatte das Ministerium die Zahl der Sars-CoV-2-Fälle bis einschließlich Donnerstag mit 321 angegeben.

Coronavirus: Mälzer, Rüther und Co starten besondere Aktion

Die Restaurants in Hamburg haben geschlossen, viele Lebensmittel drohen zu verderben. Eine Reihe von prominenten Gastronomen machen aus dieser Not nun eine Tugend und starten eine riesige Danke-Aktion für die Helden des Alltags: Sie kochen für die Mitarbeiter von Supermärkten und Drogerien, die Tag für Tag dort unter anderem an der Kasse sitzen und so die Versorgung der Hamburger aufrechterhalten. "Diejenigen, die gerade sehr wenig Zeit haben, sollen trotzdem eine gute Mahlzeit bekommen", sagt Gastronom Fabio Haebel.

Er betreibt das "Haebel" in der Paul-Roosen-Straße und hat die Aktion ins Leben gerufen. Zusammen mit befreundeten Gastronomen wie Tim Mälzer und Patrick Rüther von der Bullerei sowie den Inhabern von Salt&Silver, der Kitchen Guerilla und anderen sollen am Sonnabend zunächst 300 Portionen gekocht werden, die am späten Nachmittag in verschließbaren Gläsern an die Mitarbeiter von Supermärkten und Drogerien ausgeliefert werden.

In den kommenden Tagen soll die Aktion noch größer werden: Alle Gastronomen sind eingeladen, sich zu beteiligen. Die Idee, so erzählt Haebel am Telefon, stammt ursprünglich aus Berlin, wo Restaurantbetreiber bereits unter dem Motto "Kochen für Helden" eine große Danke-Aktion gestartet haben.

Coronavirus: Die Fotos zur Krise