Migranten

Hamburg will Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen

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Hamburgs Innenminister Andy Grote hatte am Mittwoch gegenüber Horst Seehofer bekräftigt, dass Hamburg bereit sei minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen.

Hamburgs Innenminister Andy Grote hatte am Mittwoch gegenüber Horst Seehofer bekräftigt, dass Hamburg bereit sei minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen.

Foto: Mark Sandten

Innensenator Andy Grote (SPD) will Minderjährige und Familien aus Lagern nach Hamburg holen. Appell von Bischöfin Fehrs.

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) setzt sich für die Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge und Familien aus prekären Situationen in griechischen Lagern ein. Das habe er am Mittwoch gegenüber Bundesinnenminister Horst Seehofer bekräftigt, wie er am Vormittag über Twitter mitteilte. Die EU und die Bundesregierung seien in der Verantwortung, dafür jetzt die Voraussetzungen zu schaffen.

Appell von Bischöfin Kirsten Fehrs

Auch die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs hat sich zu Wort gemeldet. Dem Straßenmagazin "Hinz und Kunzt" sagte Fehrs: "Was soll noch passieren, damit Europa handelt und die Menschenrechte verteidigt?" Die Genfer Flüchtlingskonvention gestehe Menschen das Recht zu, an der Grenze wenigstens einen Asylantrag zu stellen: "Wir brauchen einen Schutzschild der Menschlichkeit und schnelle humanitäre Hilfe.“

Kinder und ganze Familien seien an der Grenze zur EU bereits erfroren. Menschen aus dem Bürgerkriegsgebiet von Idlib würden es kaum schaffen, aus der gefährdeten Zone zu entkommen, weil die Türkei ihre Grenze geschlossen habe. "Währenddessen sind andere Geflüchtete im Niemandsland zwischen der Türkei und Griechenland brutaler Gewalt durch europäische Grenzer ausgesetzt", sagte Fehrs.

Linken-Politikerin Schneider fordert Senat zum Handeln auf

Zuletzt hatte die Linke in Hamburg den Senat dazu aufgefordert, angesichts der dramatischen Lage an der türkisch-griechischen Grenze zu handeln und den Druck auf den Bundesinnenminister zu erhöhen.

Die innenpolitische Sprecherin der Linken Bürgerschaftsfraktion Christiane Schneider hatte am Montag gefordert, minderjährige Flüchtlinge und Familien mit Kindern aus griechischen Lagern zu befreien und aufzunehmen. "Hamburg hat die Kapazitäten, 100 Kinder und Jugendliche aufzunehmen", so Schneider.

Lage in Griechenland spitzt sich zu

Tausende Flüchtlinge hatten sich am Wochenende Richtung Griechenland aufgemacht, nachdem die türkische Regierung die Grenzen der EU für Migranten für offen erklärt hatte. Zurzeit werden Flüchtlinge an der griechischen Grenze von Sicherheitskräften teils mit Gewalt an der Einreise in die EU gehindert.

Auf den griechischen Inseln kommen wieder mehr Flüchtlinge per Boot an. Bewohner der Insel Lesbos, auf der ein seit langer Zeit überfülltes Flüchtlingslager liegt, hatten am Sonntag Flüchtlinge daran gehindert, an Land zu gehen.

In Hamburg hatten sich am Dienstagabend etwa 500 Menschen auf dem Rathausmarkt versammelt, um sich unter dem Motto „Grenzen auf! Leben retten!“ mit den Migranten an der griechisch-türkischen Grenze zu solidarisieren. Initiiert wurde die Demonstration vom Verein Seebrücke.

( cjl )

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