Steigenberger

"Nicht nur ein Hotel": Treudelberg hat sich neu erfunden

Das Traditionshaus in Lemsahl-Mellingstedt wurde für 16 Millionen Euro modernisiert – und mit einem neuen Gastrokonzept versehen.

Hamburg.  Das Steigenberger Hotel Treudelberg feiert Ende März seinen 28. Geburtstag. Doch dieser Ehrentag ist wohl eher Nebensache, denn am Montag steht die Wiedereröffnung des Hauses an. Hinter Direktor Michael Fritz und seinem Team liegen­ anderthalb Jahre Planung und weitere elf Monate, in denen das Hotel einer Baustelle glich. Noch immer sind Handwerker im Haus. Die Münchner Innen­architektin Dorothee Maier legt letzte Hand an – wenn die ersten Gäste einziehen, soll schließlich alles perfekt sein.

Der Hamburger Hotelmarkt ist hart umkämpft. Die vielen Traditionshäuser müssen gegenüber der zahlreichen neuen Konkurrenz bestehen. „Deshalb war es essenziell, dass wir das Steigenberger Treudelberg einer kompletten Frischzellenkur unterzogen haben. Aber uns war wichtig, dass der einzigartige Charme dieses großzügigen Landhauses erhalten bleibt“, sagt Michael Fritz.

Modernisierung des Hotels hat 16 Millionen Euro gekostet

16 Millionen Euro hat die Modernisierung gekostet – drei Millionen mehr als zunächst geplant. „Wir haben Wert auf hochwertige Materialien gelegt, und die haben ihren Preis.“ Direktor Fritz steht im „Lemsahler“ – das ist das neue Restaurant im lichtdurchfluteten Wintergarten, auch der ist neu. Hier dominiert Blau: Mit dieser Farbe sind die Stühle und Sitzecken bezogen. Die Deko auf den weiß eingedeckten Tischen fällt sofort ins Auge. Die kleine Lampe, die Schale für das Salz, der Pfefferstreuer und nicht zuletzt das Windlicht – alles goldfarben. „Wir wollten eine Wohlfühl­atmosphäre schaffen. Elegant, aber nicht abgehoben“, sagt Michael Fritz. Von allen 64 Plätzen schauen die Gäste auf den angrenzenden Golfplatz im Grünen inklusive Teich. Im Sommer wird auf der Terrasse serviert.

Die Deckenbemalung kennt der eine oder andere schon aus dem Museum für Hamburgische Geschichte: „Wir haben die Erlaubnis erhalten, das Deckenmotiv aus dem Hause Grimm 31 nachzuempfinden, das aus dem 17. Jahrhundert stammt und in dem Museum zu sehen ist. Die Motive spiegeln das Leben und Genießen wider, was die Hamburger schon immer konnten“, sagt Fritz.

Separater Eingang für die Treudelbar

Eigens für das Restaurant und die angrenzende Treudelbar wurde ein separater Eingang geschaffen. „Damit wollen wir signalisieren. Wir sind nicht nur ein Hotel, sondern wir freuen uns vor allem auch auf die Hamburger,“ sagt der Gastgeber. Und was gibt es zu essen? „Wir setzen auf eine gehobene Küche mit regionalen Einflüssen und Zutaten, die vor allem aus der Umgebung stammen“, sagt Fritz.

Auf der Karte stehen diverse Menüs mit Gerichten wie zum Beispiel Strammer Max von der Jakobsmuschel oder bei 76 Grad pochiertes Filet vom Milchkalb. Es gibt auch ein veganes Menü mit Essenz von der Strauchtomate und Kohlrabi im Ganzen auf rotem Quinoa. Dazu wird veganer Wein gereicht. Für zwei Personen wird die Seezunge im Ganzen gebraten am Tisch tranchiert, und auch Chateaubriand steht auf der Karte.

Viel Gold

Danach können sich die Gäste an den Marmortresen der Treudelbar auf einen „Absacker“ treffen. Auch hier ist viel Gold zu sehen – an der Decke und der Rückwand des Tresens. Wer noch Hunger haben sollte, könnte jetzt „Foodpairing“ genießen. Das sind verschiedene Kreationen, die aus einem Snack und einem darauf abgestimmtem Getränk bestehen. Zum Beispiel Garnelentatar, zu dem Nordic-Sour-Aquavit, Limette und Waldblütenhonig gereicht wird. Zu dem gastronomischen Angebot zählt auch das ebenfalls neu gestaltete Bistro 19 mit eigener Terrasse. Das ist der Treffpunkt der Golfspieler. Dort gibt es Krabbenbrötchen, Wiener Schnitzel und hausgeräucherten Schinken im gerösteten Landbrot.

Bei seinem Rundgang ist Michael Fritz in der Eingangshalle angekommen. Die mit Goldketten verkleideten Säulen und die opulenten blauen Samtvorhänge sind Hingucker. Von dort sind es nur zwei Stufen bis zur Lounge mit hellem Eichenholzfußboden und offenem Kamin. Die Tapete ist bunt, die Holzsessel im Landhausstil mit blauem Stoff bezogen.

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Auch sämtliche 127 Zimmer (ab 120 Euro pro Nacht exklusive Frühstück) haben ein neues Design. Hier herrscht vor allem die Farbe Grün vor. Besonders stolz ist Fritz auf die Treudelberg Suite, die ab 470 Euro pro Nacht mit Frühstück kostet und einen eigenen Spa-Bereich mit Whirlpool und Sauna hat. Im Bad gibt es einen Infrarotsessel.

Die Seidentapete über dem Tisch im Speiseraum ist mir Kranichen bestickt, und vom Balkon blicken die Gäste der Suite ins Grüne. Das Steigenberger Treudelberg hat außerdem zehn Konferenz- und Tagungsräume mit Kapazitäten für bis zu 260 Personen und einen Country Club mit Pool, Sauna und Fitnesscenter. Sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Modernisierung ist Eigentümer Bernhard Garbe. Der bekannte Unternehmer sieht sein Hotel für die „Zukunft hervorragend gewappnet“.