Bürgerschaftswahl 2020

Regen in Hamburg – die letzte Hoffnung für die CDU?

| Lesedauer: 2 Minuten
Edgar S. Hasse
Ein Fahrradfahrer ist mit einem Regenschirm unterwegs – auch bei schlechtem Wetter geht es ins Wahllokal.

Ein Fahrradfahrer ist mit einem Regenschirm unterwegs – auch bei schlechtem Wetter geht es ins Wahllokal.

Foto: David Hutzler / dpa

Wie das Wetter die Wahlbeteiligung beeinflusst. Regen soll gut für die Demokratie sein, aber nicht für die SPD.

Hamburg. Schon jetzt steht für den Wahlsonntag in Hamburg fest: Die Aussichten werden nicht rosig sein. Erwartet werden Windböen von bis zu 80 Stundenkilometern und häufiger Regen bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 90 Prozent.

Werden die Hamburger, anstatt sich auf den Weg zum Wahllokal zu machen, bei Regen in stürmischen Zeiten lieber zu Hause bleiben und deshalb gar nicht vor ihrem Wahlrecht Gebrauch machen?

Bürgerschaftswahl in Hamburg: 2015 wurde Rekordtief erreicht

Die eine Antwort lautet: Sonnenschein ist schlecht für die Demokratie. Hamburger Meteorologen des früheren Instituts für Wetter- und Klimakommunikation hatten bereits vor einigen Jahren herausgefunden, dass die Wahlbeteiligung bei Schietwetter steigt, bei Sonnenschein aber sinkt. Vielleicht lässt sich so erklären, dass bei der letzten Hamburger Bürgerschaftswahl im Jahr 2015 (15. Februar) ein Rekordtief erreicht wurde. Damals hatten gerade mal 56,5 Prozent der Wahlberechtigen abgestimmt.

Der Grund nach dieser Wahlwetter-Theorie: Es gab, laut Abendblatt-Wetterbericht, "reichlich Sonnenschein" bei 6 bis 8 Grad. Und keinen Regen. Ergo: Schietwetter beflügelt die Demokratie also stärker als Sonnenschein. Jedes Grad mehr auf dem Thermometer kostet rund 100.000 Wähler, fanden dieHamburger Meteorologen heraus. Und eine Sonnenstunde mehr am Tag führe dazu, dass 4420 wahlberechtigte Hamburger weniger ihre Stimme abgeben, rechneten sie auf der Basis von Wetter- und Wahldaten seit 1949 aus.

Das könnte Sie auch interessieren:

Schietwetter fördert die Demokratie

Wenn es wie erwartet an diesem Wahlsonntag längere Zeit regnen sollte, dürfte sich vor allem die CDU freuen. Zu dieser Einschätzung kamen Ökonomen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DWI) 2016 in der Fachzeitschrift "Electoral Studies". Das schlechte Wetter mobilisiere gerade die eher konservativen Wähler, während die SPD-Wähler dann lieber gemütlich zu Hause blieben, glaubten sie zu wissen. Am wenigsten vom Wetter lässt sich dieser Studie zufolge die Grünen-Klientel von Wind und Wetter beeinflussen.

Der Deutsche Wetterdienst geht allerdings bei solchen Untersuchungen auf kritische Distanz. Der Einfluss des Wetters auf die Wahlbeteiligung lasse sich "nicht pauschal bestimmen", betont Meteorologe Adrian Leyser. Einen "eindeutigen Zusammenhang" scheine es nicht zu geben. Schau'n mer mal!

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg

Wahl-Leak: Hamburger Elefantenrunde 2020 schon online