Glosse

Fahrt mit Moia: Der Algorithmus ist schuld

Die Autorin ist Redakteurin im Lokalressort.

Die Autorin ist Redakteurin im Lokalressort.

Foto: Thorsten Ahlf

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen. Das gilt besonders, wenn er sie mit dem Moia tut. Wer den Service regelmäßig nutzt, der hat nach einer Weile jedenfalls eine paar hübsche Partyanekdoten zusammen. So wie diese: Es ist der vergangene Sonnabendabend, und mein bestelltes Moia ist mir gerade vor der Nase weggefahren (meine Schuld, ich war zu spät).

Aber kein Problem: Da kommt auch schon das nächste Moia, und der Fahrer hat das Dilemma offenbar mitbekommen. Jedenfalls hält er an und öffnet das Fenster. „Kann ich mitfahren?“, frage ich und rechne mir gute Chancen aus. Der Bus ist schließlich leer.

„Klar“, sagt der Fahrer. Ich müsse das nur eben über die App buchen. „Kein Problem“, sage ich und starte den Buchungsvorgang. Doch die Moia-App sagt mir, dass kein Fahrzeug in der Nähe ist. „Lass mich mal versuchen“, sagt der Fahrer. Ich gebe ihm mein Handy, habe schon ein Bein im Bus und warte auf das Zeichen, dass ich jetzt einsteigen darf. Doch nach etwa einer Minute sagte der Fahrer zu mir. „Es hat geklappt. Aber leider kann ich erst in 20 Minuten bei dir sein.“