Hamburg

In diesen beiden Szene-Vierteln gilt bald Parkscheinpflicht

Ein Bewohnerparkgebiet wie hier soll auch an der Sternschanze und im Karolinenviertel eingerichtet werden (Archivbild).

Ein Bewohnerparkgebiet wie hier soll auch an der Sternschanze und im Karolinenviertel eingerichtet werden (Archivbild).

Foto: Andreas Laible

Weil die Parkplatznot besonders groß ist, führt Hamburg zwei neue Bewohnerparkzonen ein. Was Sie dazu wissen sollten.

Hamburg. Wer mit dem Auto in die Sternschanze und ins Karolinenviertel fahren möchte, muss sich bald umstellen. Am 15. April wird in den beiden Szenevierteln eine Parkscheinpflicht eingeführt. Das gab der Landesbetrieb Verkehr am Freitag bekannt.

In der sogenannten Bewirtschaftungszeit (9 bis 24 Uhr) werden dann zwei Euro pro Stunde fällig – wobei die Parkdauer auf drei Stunden beschränkt ist. Diese Obergrenze gilt allerdings nicht für die Straßen Sternschanze und Holstenglacis. Pendler sollen so weiterhin die Möglichkeit haben, ihr Auto hier abzustellen und auf U- und S-Bahn umzusteigen. Die Parkgebühr beträgt hier maximal zehn Euro pro Tag, auch wenn das Auto länger als fünf Stunden stehen bleibt.

Von der Parkgebühr und der Höchstparkdauer ausgenommen sind Anwohnerinnen und Anwohner, die einen Bewohnerparkausweis erwerben. Er kann vom 9. März an beim Landesbetrieb Verkehr (Standorte Mitte und Nord) für eine Jahresgebühr von 30 Euro oder online für 25 Euro beantragt werden. Gewerbetreibende, die für ihren Betrieb auf Fahrzeuge angewiesen sind, können schon jetzt unter diesem Link für 250 Euro pro Jahr eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

Viele Ortsfremde lassen ihr Auto lange stehen

Von der Regelung sollen vor allem die 13.000 Bewohnerinnen und Bewohner der beiden beliebten Viertel profitieren. Der Landesbetrieb Verkehr hatte bei einer Untersuchung festgestellt, dass die sogenannte Parkraumauslastung in vielen Straßen bei mehr als 90 Prozent liegt. Viele Menschen von außerhalb stellten ihre Fahrzeuge gern für mehr als acht Stunden hier ab.

Eine Umfrage in den beiden Vierteln ergab zudem, dass die Parkplatznot gerade zu den Randzeiten morgens sowie nachmittags und abends besonders groß ist. Dieser "Verdrängungseffekt durch Ortsfremde", wie es heißt, soll durch das Bewohnerparken gestoppt werden.

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Die Stadt hat im Internet weitere Informationen zum Bewohnerparken und zu den Parkausweisen hinterlegt.

Neue Bewohnerparkgebiete auch am Flughafen und auf St. Pauli

Das Konzept für das neue Bewohnerparkgebiet hatte der Landesbetrieb Verkehr mit den Verkehrsausschüssen der zuständigen Bezirke Altona (Sternschanze) und Hamburg-Mitte (Karolinenviertel) erarbeitet. Im August vergangenen Jahres wurde der Plan vorgestellt.

Erst im Juni vergangenen Jahres waren rund um den Flughafen fünf neue Anwohnerparkzonen in den Stadtteilen Fuhlsbüttel und Langenhorn eingerichtet worden, weil Flugreisende dort bevorzugt ihre Autos abgestellt hatten. Im September 2018 war eine Anwohnerparkzone auf St. Pauli eingeführt worden. Betroffen sind 4100 Parkplätze rund um die Reeperbahn und in Teilen von Altona. Auch im Grindelviertel soll rund um die Universität ein Bewohnerparkgebiet eingerichtet werden.