Schule

Mehr Fünftklässler an Stadtteilschulen als Gymnasien

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) informierte den Schulausschuss der Hamburger Bürgerschaft über die steigenden Schülerzahlen. Außerdem wurden mehr Kinder auf Stadtteilschulen als Gymnasien registriert. Die Stadt reagierte mit Neuanstellungen.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) informierte den Schulausschuss der Hamburger Bürgerschaft über die steigenden Schülerzahlen. Außerdem wurden mehr Kinder auf Stadtteilschulen als Gymnasien registriert. Die Stadt reagierte mit Neuanstellungen.

Foto: Thorsten Ahlf

Die Stadt reagierte auf steigende Schülerzahl mit Neuanstellungen. Auch "neu": Mehr Schüler sprechen zu Hause kein Deutsch.

Hamburg. Anfang 2019 hatte sich bei den Anmeldezahlen für die fünften Klassen ein Gleichstand zwischen Gymnasien und Stadtteilschulen angedeutet, doch nun ist klar: Im laufenden Schuljahr haben die Stadtteilschulen erstmals seit ihrer Einführung im Jahr 2011 die Gymnasien nicht nur eingeholt, sondern sogar übertroffen – wenn auch nur minimal: 50,4 Prozent der Schüler in der Jahrgangsstufe 5 wählten zuletzt die Stadtteilschule, 49,6 Prozent das Gymnasium.

„Stadtteilschule und Gymnasium sind zwei gleichwertige Schulformen, die hervorragende Bildungschancen bieten. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen“, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag bei der Präsentation der jüngsten Schulstatistik.

Mehr Pädagogen wegen steigender Schülerzahlen

„Noch einmal beschleunigt“ hat sich nach Rabes Worten der Anstieg der Schülerzahlen: An den 368 allgemeinbildenden Schulen der Hansestadt sind im laufenden Schuljahr 2332 Schüler mehr als im Vorjahr und damit insgesamt 199.371 Kinder und Jugendliche angemeldet – das seien fast 20.000 Schüler mehr als vor zehn Jahren. Besonders stark wachsen der Statistik zufolge die Eingangsklassen an der Grundschule.

Knapp unter die Zehn-Prozent-Marke sank der Anteil der Schüler an Privatschulen in Hamburg, bedingt vor allem durch die Schließung einiger katholischer Privatschulen durch das Erzbistum, wie Ties Rabe sagte.

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Dem Anstieg der Schülerzahlen begegnet die Schulbehörde mit zusätzlichem Personal: Allein im vergangenen Jahr seien 300 zusätzliche Pädagogen eingestellt wurden, deren Zahl sich damit von 18.125 auf 18.425 erhöhte.

Mehr Schüler sprechen Zuhause nicht Deutsch

Bereits bekannt war, dass mehr als 50 Prozent der Hamburger Erstklässler einen Migrationshintergrund haben, was bedeutet, dass zumindest ein Elternteil oder das Kind im Ausland geboren wurde. Neu ist, dass der Anteil der Schüler, die zu Hause nicht oder überwiegend nicht Deutsch sprechen, mit 27,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (26,7 Prozent) weiter gestiegen ist. Rabe sagte dazu: „Wir sollten die Zuwanderung als eine Chance für Hamburg sehen.“ Ohne Zuwanderung wäre Hamburg „eine schrumpfende Stadt voller Probleme“.

Die Schulbehörde hat jüngst ein Modellprojekt zur Leseförderung von 20 auf mindestens 50 Grundschulen in Hamburg ausgeweitet. Das Training richtet sich insbesondere an Kinder, die eine zusätzliche Förderung brauchen