Twitter-Gewitter

"Stinkender Einsatz": Dixi-Klo weht auf die Straße

In Altona ist ein Dixi-Klo auf die Straße geweht – und beschert den Einsatzkräften einen "stinkenden Einsatz" (Symbolbild).

In Altona ist ein Dixi-Klo auf die Straße geweht – und beschert den Einsatzkräften einen "stinkenden Einsatz" (Symbolbild).

Foto: picture alliance / Bildagentur-o

Feuerwehr gibt zwölf Stunden lang Einblicke in ihre Arbeit und twittert live aus der Zentrale. Alle Highlights im Newsblog.

Hamburg. Erst im November twitterte die Polizei einen Tag lang live aus der Einsatzzentrale, am Dienstag startete die Feuerwehr Hamburg als Teil einer bundesweiten Aktion ebenfalls mit einem Twitter-Marathon, dem sogenannten Twitter-Gewitter. Dabei berichtet die Feuerwehr unter den Hashtags #Hamburg112 und #112Live den ganzen Tag live vom Einsatzgeschehen.

"Wir werden in den 12 Stunden viele große und kleine Einblicke in den Alltag der Feuerwehr Hamburg twittern", so der Leiter der Hamburger Feuerwehr Christian Schwarz. Das Datum für den bundesweiten Twitter-Marathon wurde dabei bewusst gewählt: Der 11.2. soll an den in ganz Europa gültigen Notruf 112 erinnern. Bundesweit beteiligen sich rund 50 Berufsfeuerwehren an der Aktion.

Alle Highlights im Newsblog:

Dixi-Klo weht auf Straße – schlechte Gerüche in Altona

Die Feuerwehr warnt in Altona vor schlechten Gerüchen: "Solche Einsätze stinken zum Himmel... Ein Dixi-Klo wurde auf die Straße geweht. Liebe Gerätewagenbesatzung aus Altona, bitte nehmt euch eine Klammer für die Nase mit!"

Kinderwagen brennt in Wilhelmsburg

Im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in Wilhelmsburg brannte am Nachmittag ein Kinderwagen. Die Feuerwehr rückte aus und änderte den Status kurz darauf auf "Menschenleben in Gefahr", da Personen im Gebäude eingeschlossen waren. Die Polizei meldete offene Flammen im Erdgeschoss, der Einsatzleiter eine "starke Verqualmung" im ersten Obergeschoss.

Feuerwehr liefert "Horse Content"

Die Feuerwehr Düsseldorf startete am Mittag mit einem fotografischen Rückblick in das Jahr 1955 und veröffentlichte ein Schwarz-Weiß-Foto von einem sogenannten Dreifahrzeug-Zug. Die Berliner Feuerwehr konterte daraufhin mit einem Foto aus dem Jahr 1851 und die Feuerwehr Hamburg antwortete mit "Aahhh.... Jetzt kommen die Pferdebilder" und dem Hashtag #HorseContent.

Detaillierte Wegbeschreibungen helfen

"Den Weg weiter durch fahren, an der Schule vorbei bis die Straße einen Knick macht, an der 5. Eiche an der rechten Seite hängt ein Ast in den Weg, in 7-8 Metern Höhe!" – diese Wegbeschreibungen für einen Einsatz in Sülldorf erreichte die Feuerwehr am Dienstagmittag. Nachdem die Freiwillige Feuerwehr die Lage anschließend vor Ort geprüft hatte, wurde der Ast mithilfe einer Drehleiter entfernt.

Einsetzende Wehen, Platzwunde und Schlaganfall

Erst nachdem die Feuerwehr beim Twitter-Gewitter den Rhythmus umgestellt hat, wird klar, wieviele unfall- und krankheitsbedingte Alarmierungen, die Feuerwehr unter dem Notruf 112 erreichen. Dabei reichen die Meldungen von "Verdacht auf Schlaganfall" über eine "KoPlaWu", also eine Platzwunde am Kopf, bis zu "unklarer Bewusstlosigkeit bei einem Kleinkind" oder einsetzenden Wehen.

Ab Mittag: Feuerwehr twittert jeden (!) Notruf

Ab 13.45 Uhr möchte die Feuerwehr nicht nur die wichtigsten, sondern alle Notrufe, die zu einem Einsatz werden, twittern. Anschließend werden minütlich neue Tweets veröffentlicht.

Bilanz zum Mittag: Tendenz der Alarmierungen steigend

Zwischen 8 und 9 verzeichnete die Feuerwehr noch 51 Einsätze, mit jeder folgenden Stunde nahm die Zahl zu. Die Bilanz um 13 Uhr zeigt einen bisherigen Höhepunkt von 97 Einsätzen in der vergangenen Stunde. Diese teilen sich in 65 Rettungswagen-Einsätze, 21 Notarzt- und zwei Brandschutz-Einsätze. Dazu kommen neun Alarmierungen wegen technischer Hilfeleistung.

Feuerwehr löscht brennende Papiermaschine

In Stellingen muss die Feuerwehr eine brennende Papiermaschine in einer verqualmten Industriehalle löschen. Dafür muss ein Trupp von Einsatzkräften mit Atemschutz und einem C-Rohr in das Gebäude eindringen. Der Einsatz läuft noch.

Bäume drohen auf zwei Schulgebäude in Billstedt zu stürzen

Am Vormittag gibt es gleich zwei Einsätze wegen abgeknickter Bäume in Billstedt – und beide Male ist ein Schulgebäude bedroht. Diese befinden sich jedoch einige Straßen voneinander getrennt in der Bonhoeffer Straße sowie im Barsbütteler Weg. Die Einsätze laufen.

Darüber hinaus ist die Feuerwehr weiterhin im gesamten Stadtgebiet wegen abgeknickter Äste und Bäume unterwegs. In Groß-Borstel stürzte beispielsweise ein 20 Meter hoher Baum auf ein Haus im Weg beim Jäger. In Wilhelmsburg war es eine 15 Meter hohe Birke, die auf ein Einfamilienhaus fiel und anschließend mit Hilfe einer Drehleiter und Kettensägen abgetragen werden musste.

Böllerschüsse warnen vor Sturmflut

Im Hafen wird am Dienstagnachmittag erneut eine Sturmflut erwartet. Daher warnt die Feuerwehr die Bevölkerung sechs Stunden vor der nächsten Flut mit Böllerschüssen. Alle weiteren Infos zu den Sturmschäden in unserem Wetter-Newsblog.

Korrektur der Notruf-Bilanz

Die Alarmstatistik zwischen 9 und 10 Uhr ist in der Eile des Twitter-Gewitters wohl etwas zu schnell veröffentlicht worden. Gegen 10.30 Uhr teilt die Feuerwehr eine korrigierte Bilanz, die zeigt, dass sich die Gesamtzahl der Alarmierungen ab 9 Uhr doch nicht verdoppelt hatte. Die Bilanz zwischen 10 und 11 Uhr zeigt eine gleichbleibende Verteilung.

Oberbranddirektor eröffnet eigenen Twitter-Kanal

Der Oberbranddirektor Christian Schwarz nimmt das Twitter-Gewitter zum Anlass, um mit einem eigenen Twitter-Profil zu starten. "Ab heute werde ich in meiner Funktion als Oberbranddirektor der @FeuerwehrHH mit einem eigenen Kanal twittern. Ich wünschen Ihnen und uns allen ein tolles #Twittergewitter" sind die ersten Worte des Oberbranddirektors.

In einem beigefügten Video sagt Schwarz, dass er zukünftig mit diesem Profil die Einsätze der Feuerwehr begleiten und seine eigene Sicht der Dinge sowie Stellungnahmen zu Themen rund um die Feuerwehr veröffentlichen möchte.

Bergung eines Ponton-Teils in Övelgönne

Ein 3 x 6 Meter großes Ponton-Teil aus Massivholz muss aus der Elbe geborgen werden. Die Feuerwehr meldet eine "komplizierte Situation", daher werden Taucher und ein Gerätewagen eingesetzt sowie ein Führungsdienst gerufen.

Frühstückszeit in der Einsatzzentrale

Auf Nachfrage der Feuerwehr Berlin teilten auch die Hamburger Kollegen ihr Frühstück: "Zwei Halbe mit Marmelade und eins mit was aus’m Wasser. Und ’ne Tasse Hag...", heißt es in dem Tweet. Den Kaffee gibt es natürlich aus einer Feuerwehr-Tasse.

Umgestürzter Baum und herabfallende Äste – auch auf der Hamburger Meile

Im gesamten Stadtgebiet muss die Feuerwehr zu Einsätzen wegen herabfallender Äste und umgestürzter Bäume ausrücken. Auch in der Kuppel der Hamburger Meile hat sich "ein Ast oder Brett" verfangen und droht, abzustürzen. Die Höhenretter kommen zum Einsatz und beseitigen die Gefahr.

Feuerwehr zieht Bilanz: Mehr Rettungswagen-Einsätze

Die erste Bilanz zeigt, dass die Alarmierungen ab 9 Uhr morgens deutlich zunahmen. Zwischen Mitternacht und 8 Uhr meldete die Feuerwehr noch unter 100 Notrufe, bis 10 Uhr verdoppelte sich die Anzahl jedoch. Besonders auffällig ist die deutliche Zunahme der Rettungswagen-Einsätze.

Selfie der twitternden Einsatzkräfte

Typisch für Social Media startet die Feuerwehr Hamburg mit einem Selfie, das die twitternden Einsatzkräfte zeigt, darunter auch Pressesprecher Jan-Ole Unger sowie Unterstützung der Feuerwehr Dresden.

Twitter-Marathon startet mit Gedenkminuten

Statt wie geplant um 8 Uhr beginnt der Twitter-Marathon der Feuerwehren bundesweit mit fünf Gedenkminuten an einen erst am Wochenende bei einem Einsatz in Nordrhein-Westfalen verstorbenen Feuerwehrmann. Der Mann war unter eingestürzten Trümmern des Hauses in Lienen nahe Osnabrück verschüttet worden, so ein Sprecher der Polizei.