Kulturstadt Hamburg

Rot-Grün lässt das Hamburger Puppentheater sanieren

Der Theatersaal des Hamburger Puppentheaters wurde 2019 mit Hilfe des Bezirks hergerichtet

Der Theatersaal des Hamburger Puppentheaters wurde 2019 mit Hilfe des Bezirks hergerichtet

Foto: Hamburger Puppentheater

Im ersten Schritt soll das Theater barrierefrei werden. Danach wollen es Betreiber und Politik zur "Kunstperle" entwickeln.

Hamburg. Das Hamburger Puppentheater im Haus Flachsland wird barrierefrei umgebaut. Das Gebäude der im Schnitt zu gut 75 Prozent ausgelasteten Spielstätte an der Bramfelder Straße 9 in Barmbek stammt aus den 1960er-Jahren und ist seither praktisch nur unterhalten worden. „Eine zeitgemäße Nutzung für die Theaterdarbietungen ist derzeit weder aus baulicher noch aus technischer Perspektive möglich“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von SPD- und Grünen-Fraktion. Die Bürgerschaft und der Bezirk Hamburg Nord wollen deshalb jetzt in einem ersten Schritt 755.000 Euro für Renovierungen bewilligen.

Theater-Geschäftsführer Alexander Pinto: „Wir sind sehr froh über den Start dieser ersten, wichtigen Etappe. Unser Ziel ist es, das Puppentheater zu einer echten Kunstperle zu entwickeln.“ Insgesamt werden drei Millionen Euro für die nötige Komplettsanierung veranschlagt, die dann auch Veranstaltungstechnik, Belüftung, das Foyer und die energetische Sanierung umfassen würde. Das städtische Gebäude war mal ein Haus der Jugend und ist ohne größere Umbauten Puppentheater geworden. Über Jahrzehnte wurde faktisch nichts gemacht. Seit zwei Jahren wird hinter den Kulissen um die Finanzierung für eine Sanierung gerungen.

150 Vorstellungen für 14.000 Besucher

Das Puppentheater zeigt jährlich rund 150 Vorstellungen und erreicht damit etwa 14.000 Besucher. Außerdem bietet das Theater Kurse in Kindertagesstätten, Schulen und Flüchtlingsunterkünften an, die zum Bau von Puppen und zum Spiel mit ihnen anleiten. Seit 2015 nahmen 17.500 Kinder teil. Betreiber des Theaters ist die ehrenamtlich geführte „Arbeitsgemeinschaft für das Puppenspiel e.V.“ Sie wendet sich an interessierte Laien, Amateure und Berufspuppenspieler bzw. -bauer.

„Das Puppenspiel ist eine außergewöhnliche Kunstform, die emotionale und spannende Geschichten für Menschen jeden Alters bereithält“, sagte Isabella Vértes-Schütter, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion. „Seit 30 Jahren öffnet das Hamburger Puppentheater uns die wunderbare Welt des Puppenspiels. Jetzt bringen wir die nötige, umfangreiche Modernisierung auf den Weg.“

Beginn der Baumaßnahmen schon 2020?

Der kulturpolitische Sprecher der Grünen, Reneé Gögge, betonte, dass Hamburg „Barrieren abbauen“ müsse und das Haus einen Fahrstuhl brauche. Nicht nur die Stücke, sondern auch die Seminare im Theater sollten unterstützt werden. „Das Puppenspiel steht zu Unrecht häufig im Schatten des Schauspiels. Die hohe Auslastung zeigt aber, dass wir es mit einer äußerst beliebten Einrichtung zu tun haben“, sagte Gögge.

Theatermann Pinto hofft, dass die Planungen für den barrierefreien Umbau sowie kleinere Baumaßnahmen noch in diesem Jahr starten und das Gros der Arbeiten dann 2021 umgesetzt und abgeschlossen werden können. Und dass es danach weitergeht mit der Sanierung. „Perspektivisch könnten wir so hoffentlich die Jugendarbeit verstetigen und auch mal größere Gastspiele möglich machen.“