Hamburg

Neue Eigentumswohnungen: Preise legen um 26 Prozent zu

Die teuerste Wohnung gab es 2019 im Strandkai Tower.

Die teuerste Wohnung gab es 2019 im Strandkai Tower.

Foto: Beilquadrat.de / beilquadrat.de

Exklusiv: Studie zeigt kräftigen Anstieg in Hamburg. Gründe sind niedrige Zinsen und großes Angebot im Premium-Segment.

Hamburg.  Der Immobilienmarkt in Hamburg boomt – und das hat seine Auswirkungen: Die Kaufpreise für Neubau-Eigentumswohnungen sind im vergangenen Jahr in Hamburg um 26 Prozent gestiegen. Das geht hervor aus einem Marktbericht des Immobiliendienstleisters Grossmann & Berger, der voraussichtlich ab Mitte März offiziell veröffentlicht werden soll und dem Abendblatt bereits in Auszügen vorliegt.

„2019 legten die Preise ähnlich wie 2016 überraschend kräftig zu. Motor für diese Preisentwicklung war insbesondere das extrem niedrige Zinsniveau. Innerhalb eines Jahres halbierte sich der Zinssatz und erreichte im Herbst 2019 ein Allzeittief von 0,7 Prozent bei zehn Jahren Laufzeit“, sagte Frank Stolz, Geschäftsleiter Neubau bei Grossmann & Berger.

Aber nicht nur deshalb ist der Markt in Bewegung: „Natürlich gibt es auch viele Käufer, die über ausreichend Kapital verfügen, dafür so gut wie keine Zinsen mehr erhalten und dieses Geld dann in Immobilien investieren“, so Stolz. Neubau-Eigentumswohnungen seien aufgrund des hohen energetischen Standards und der modernen Ausstattung sehr beliebt.

Zusätzlich habe ein enormes Angebot an Neubau-Wohnungen im Premium-Segment zum Preisanstieg geführt, so Stolz. Dazu gehören die Waterlofts in der Kanalstraße auf der Uhlenhorst mit 101 Wohnungen und das Projekt FiftyNine Strandkai in der HafenCity mit 76 Wohnungen – in dem von Stararchitekt Hadi Teherani entworfenen Luxuswohnturm wurde eine Wohnung für 22.000 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das war der Rekordwert im vergangenen Jahr

„Zahlreiche Neubauwohnungen sind bereits verkauft, bevor der Grundstein gelegt wurde“

In der Hansestadt kamen insgesamt 1401 Wohneinheiten in 89 Neubau-Projekten auf den Markt; 2018 waren es 1757 Eigentumswohnungen in 108 Projekten. Dabei handelt es sich um 2019 fertiggestellte Wohnungen, aber auch um Objekte, die auf dem Markt angeboten werden, sich aber noch im Bau befinden.

„Zahlreiche Neubauwohnungen sind bereits verkauft, bevor der Grundstein gelegt wurde“, sagte Stolz. Besonders tief in die Tasche greifen mussten die Käufer in der HafenCity – Hamburgs jüngster Stadtteil war der Spitzenreiter mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 12.510 Euro – gefolgt von Nienstedten. Dort wurden 10.910 Euro und auf der Uhlenhorst 10.750 Euro aufgerufen.

Wissenswertes zu Immobilien und Wohnen in Hamburg:

  • In Hamburg gibt es insgesamt 252.751 Wohngebäude
  • 956.476 sind Wohnungen, davon 75.716 (7,9 Prozent) Sozialwohnungen
  • 190.648 (19,9 Prozent) sind Ein- oder Zweifamilienhäuser
  • Die durchschnittliche Wohnungsgröße in Hamburg beträgt 76,1 Quadratmeter
  • Hamburgs 1.891.810 Einwohner verteilen sich auf 1.041.724 Haushalte
  • In jedem Hamburger Haushalt leben im Schnitt 1,8 Personen
  • Mehr als die Hälfte der Hamburger Haushalte sind Single-Haushalte (567.587/54,5 Prozent)

Der Experte geht davon aus, dass „die Preise für Neubauwohnungen im Premium-Segment ab 10.000 Euro weiter steigen werden. Die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot“, sagte Stolz. Die Käufer, die mehr als 10.000 Euro pro Quadratmeter für eine Wohnung ausgeben, würden dort meistens auch selbst einziehen. Wohnungen die zwischen 5000 und 6000 Euro pro Quadratmeter kosten, würden etwa zu einem Drittel als Kapitalanlage gekauft, so Stolz weiter.

In welchen Stadtteilen lohnt es sich zu kaufen?

Wo lohnt es sich zu kaufen? „Insbesondere für Hamm und Horn sehe ich aufgrund der citynahen Lage und der guten Anbindung an den ÖPNV großes Potenzial. Dort gibt es bisher nur ein sehr überschaubares Angebot an Eigentum. Diese Stadtteile werden erheblich von neuen Wohnquartieren profitieren“, so Stolz.

Einen Angebotsschwerpunkt erwartet der Makler künftig in Barmbek-Süd. In dem Quartier Mesterkamp, auf dem Gelände des ehemaligen Busbetriebshofs, entstünden derzeit 450 Wohneinheiten, von denen rund 270 öffentlich gefördert werden. Geplant sei ein gemischt genutztes Areal, das Wohnen und Gewerbe miteinander vereint.