Hamburg

Straße statt Bundesliga: Schiedsrichter verwarnt Fußgänger

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Schiedsrichter und Kommissar Patrick Ittrich an der Mundsburg.

Schiedsrichter und Kommissar Patrick Ittrich an der Mundsburg.

Foto: André Zand-Vakili

Bundesliga-Referee Patrick Ittrich ist in Hamburg bei Rotlichtkontrolle im Einsatz. Bis zu 10 Euro Bußgeld.

Hamburg.  Diese Kampagne ist Kommissar und Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich (41) auf den Leib geschneidert. Am Donnerstag verteilte er vor dem U-Bahnhof Mundsburg an der riesigen Kreuzung rote Karten mit der Aufschrift „Rot statt tot!“. Sie richten sich an Fußgänger, die die Ampelschaltung an den Fußgängerüberwegen missachten.

Bereits seit dem vergangenem Jahr tüftelte die Polizei an der Aktion, die ganz offiziell den etwas längeren Titel „Rot statt tot: Wenige Sekunden gewonnen – mit dem Leben gespielt“ trägt. „Auslöser waren fünf tödliche Verkehrsunfälle mit Fußgängern Anfang 2019“, sagt der Erste Hauptkommissar Gerhard Kirsch von der Verkehrsdirektion. Ursache ist das oft Leichtsinn beim Überqueren von Straßen. Die Ampelfarbe wird von vielen Fußgängern eher als eine Art Empfehlung denn als verbindliches Verkehrszeichen gesehen.

Personalien von 24 Rotlichtläufern festgehalte

Dass es sich um eine verbindliche Vorschrift handelt, machte Oberkommissar Jens Cissek, Chef der Fahrradstaffel, den Rotlichtsündern unter den Fußgänger klar. Und das waren nicht wenige. „Es ist schon erstaunlich, wie viele Fußgänger bei Rot gehen, obwohl wir hier gut sichtbar mit vielen Beamten stehen“, sagt er. Allein in seinem Merkbuch hat er die Personalien von 24 Rotlichtläufern festgehalten. Alle waren angehalten worden – und bekommen jetzt ein Knöllchen über fünf oder zehn Euro, wenn sie vorsätzlich die rote Fußgängerampel missachtet haben. Sie wussten offenbar genau, was sie taten. Cissek: „Die meisten Fußgänger, die wir angehalten haben, reagierten verständnisvoll.“

Es soll keine einmalige Aktion bleiben. „Wir nehmen Fußgänger in diesem Jahr verstärkt in den Fokus“, sagt Gerhard Kirsch. Im Herbst sind sogar zwei große Aktionen geplant, die jeweils über eine ganze Woche laufen sollen. „Dabei gibt es keinen Schwerpunkt“, so Kirsch. „Die Aktion findet flächendeckend im gesamten Stadtgebiet statt.“ Zur Vorbeugung vor Unfällen soll dann auch das Thema „Sichtbarkeit“ eine Rolle spielen.

Denn laut der jüngsten Unfallstatistik verunglückten 2018 genau 1392 Fußgänger auf Hamburgs Straßen, wobei sie bei der Hälfte der Unfälle auch die Verursacher waren. Hauptgrund war dabei laut Polizei das „unachtsame Betreten der Fahrbahn, oftmals bei schlechten Lichtverhältnissen und dunkel gekleidet“.

Bei der Aktion am Donnerstag hat die Hamburger Polizei insgesamt 77 Fußgänger erwischt, die bei Rot über die Ampel gegangen sind. Zudem wurden auch sieben Radfahrer auf der falschen Radwegseite und drei Autofahrer beim Telefonieren mit dem Handy erwischt worden, teilte die Polizei am Freitag mit.

( zv )

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