Online-Portal

Pflegekompass soll Angehörigen die Wahl erleichtern

Für Pflegebedürftige und Angehörige, die auf der Suche nach einem Pflegeheim in Hamburg sind, steht ab sofort der „Hamburger Pflegekompass“ im Internet zur Verfügung. (Symbolfoto)

Für Pflegebedürftige und Angehörige, die auf der Suche nach einem Pflegeheim in Hamburg sind, steht ab sofort der „Hamburger Pflegekompass“ im Internet zur Verfügung. (Symbolfoto)

Foto: imago images / Westend61

Auf einer Internetseite sind alle Hamburger Pflegeeinrichtungen aufgelistet. Neben den Kosten gibt es dort auch Prüfergebnisse.

Hamburg.  Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hat ein neues Online-Portal für die Pflege vorgestellt. Der Pflegekompass listet alle 150 Hamburger Pflegeeinrichtungen auf. Angehörige, die vor der schwierigen Wahl eines Pflegeheims stehen, finden dort etwa Kosten, Prüfergebnisse der Behörden und Angehörigenbefragungen. Freie Plätze müssen Suchende weiterhin direkt bei den Einrichtungen erfragen. Hamburg setzt als erstes Bundesland so eine Informationsplattform um.

An der Angehörigenbefragung nahmen 34 Prozent der Angehörigen von Pflegebedürftigen teil. Abgefragt wurde etwa, ob der Umgang des Personals mit den Bewohnern wertschätzend ist oder ob es genug Auswahl beim Essen gibt. Diese Ergebnisse können im Detail für jede Einrichtung abgerufen werden.

Kritik kommt vom Paritätischen Wohlfahrtsverband

53 Prozent der Befragten würden ihre Wohneinrichtung auf jeden Fall weiterempfehlen, 26 Prozent mit Einschränkungen. Die Behörden haben bei 93 Prozent der Einrichtungen nichts zu beanstanden. „Wir sind in Hamburg gut aufgestellt, was die Pflege angeht“, sagte Prüfer-Storcks.

Kritik am neuen Portal kommt von Katja Gwosdz vom Paritätischen Wohlfahrtsverband: „Bisher wurden die Einrichtungen selbst durch die Behörden nicht umfassend über das Portal aufgeklärt und konnten so keine Stellung zu den jetzt veröffentlichten Daten beziehen.“ Die behördlichen Daten auf der Plattform und die Angehörigenumfragen sollen mindestens einmal pro Jahr aktualisiert werden. Gwosdz bezweifelt, dass Änderungen in den Einrichtungen rasch eingepflegt werden.

Der Pflegekompass ist unter www.hamburg.de/pflegekompass abrufbar.