Hamburg

"Falsches Falschgeld": YouTuber Simon Desue freigesprochen

YouTuber Simon Desue (r.) mit seinem Rechtsanwalt Arne Timmermann beim Prozess im Amtsgericht St. Georg.

YouTuber Simon Desue (r.) mit seinem Rechtsanwalt Arne Timmermann beim Prozess im Amtsgericht St. Georg.

Foto: Georg Wendt / dpa

Simon Desue war wegen Vortäuschens einer Straftat angeklagt worden. Vor Gericht zeigte er sich reumütig.

Hamburg. Das Amtsgericht St. Georg hat den YouTube-Star Simon Desue im Prozess um falsches Falschgeld freigesprochen. In einem auf der Internet-Video-Plattform veröffentlichten Beitrag hatte er vorgegeben, 10.000 Euro Falschgeld im Darknet bestellt zu haben. Die angeblichen Blüten waren aber echtes Geld von der Hamburger Sparkasse, wie sich nach einer Hausdurchsuchung der Polizei herausstellte.

Desue, bürgerlich Joshua Weißleder, wurde nach einer anonymen Anzeige wegen Vortäuschens einer Straftat angeklagt. Desue sagte im Prozess: „Die Anzeige kam von jemandem, der mir Schlechtes will.“ Vor Gericht trat der sonst quirlige YouTuber ruhig und seriös im schwarzen Rollkragenpullover auf.

YouTuber Desue: "Ich will das nie wieder haben"

Das Gericht folgte mit dem Freispruch der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Durch einen Hinweis unter dem Video sei offensichtlich gewesen, dass die Inhalte fiktiv waren. Um diesen Hinweis zu sehen, müssen YouTube-Zuschauer unter dem Video einen gesonderten Info-Kasten anklicken. Außerdem sei durch das Format klar, dass das Video Teil einer Serie mit erfundenen Geschichten ist. Das Falschgeld-Video wurde knapp 1,9 Millionen Mal angesehen.

Im Prozess beteuerte der 28 Jahre alte Angeklagte eindringlich, er habe keinen Polizeieinsatz auslösen wollen: „Eine Hausdurchsuchung ist nicht schön. Ich habe das sicher nicht billigend in Kauf genommen, ich will das nie wieder haben.“ Die Wohnung des YouTubers wurde schon einmal durchsucht, wegen einer Softair-Waffe, die er in einem Video als echte Waffe ausgab. Das Verfahren wurde eingestellt.