Mobilität

Hamburg will Kauf von Lastenrädern nun weiterhin fördern

Seit April 2019 bietet StadtRad auch Lasten-Pedelecs an.

Seit April 2019 bietet StadtRad auch Lasten-Pedelecs an.

Foto: Michael Rauhe

Umweltbehörde legt Lastenrad-Förderprogramm wohl neu auf. Im Herbst waren die ersten 1,5 Millionen Euro im Nu aufgebraucht.

Hamburg. Es sollte eine einmalige Aktion sein. Doch nach Abendblatt-Informationen steht bereits fest, dass die Umweltbehörde ihr Lastenrad-Förderprogramm dieses Jahr neu auflegen wird – auch wenn sich die Behörde offiziell noch etwas zurückhaltend ausdrückt. „Sicher ist, dass es, wenn es kommt, zum Beginn der Radsaison Ende April/Anfang Mai starten würde“, sagte Sprecher Björn Marzahn auf Anfrage. Mit dem Ziel, mehr Lastenräder auf und so mehr Autos von der Straße zu bringen, hatte die Umweltbehörde im vergangenen Jahr neu angeschaffte Lastenräder mit bis zu 2000 Euro bezuschusst.

Völlig offen ist noch, wie hoch die Förderung der neuen Aktion ausfallen könnte, dies sei „eine Haushaltsfrage“, so Marzahn. Zur Erinnerung: 2019 standen zunächst nur 500.000 Euro aus dem Fördertopf der ursprünglich auf drei Jahre angelegten Aktion zur Verfügung. Binnen weniger Tage hatten allerdings derart viele Hamburger bei der Investitions- und Förderbank (IFB) einen Förderantrag eingereicht, dass die Summe bereits Mitte Oktober aufgezehrt war.

Der durchschnittlich beantragte Zuschuss lag bei 1600 Euro. Die Umweltbehörde zog daher die für die kommenden zwei Jahre veranschlagten Mittel in Höhe von jeweils 500.000 Euro vor. Anfang November war dann endgültig Schluss – und das gesamte Förderbudget in Höhe von 1,5 Millionen Euro aufgebraucht.

Lastenräder: 33 Prozent des Kaufpreises gefördert

Lastenradhändler wie Ahoi Velo Cargobikes, ansässig am Kleinen Schäferkamp, haben von der Förderung kräftig profitiert. „Die Leute standen Schlange“, sagt Shopleiter Alexander Roe. Ahoi Velo habe für die zusätzlich benötigten Kapazitäten eine weitere Lagerhalle anmieten müssen und wolle mindestens noch fünf Mitarbeiter einstellen.

Die Firma habe Hunderten Kunden beim Ausfüllen der Förderanträge geholfen und die Dokumente sogar nachts per Fahrradkurier zur IFB bringen lassen, damit sie dort auf jeden Fall rechtzeitig eintreffen, bevor die Mittel aufgebraucht sind. Noch immer sei Ahoi Velo mit der Abwicklung der Aufträge beschäftigt. „Um in den Genuss einer möglichst hohen Fördersumme zu kommen, haben die meisten Kunden im Schnitt Lastenräder zwischen 5000 und 5500 Euro bestellt“, sagt Roe. Viele Interessenten hätten schon länger mit dem Erwerb eines Lastenrades als Alternative zum Auto geliebäugelt und sich dann mit Beginn der Aktion auch dafür entschieden.

Um Hamburgern den Erwerb eines Lastenrades schmackhaft zu machen, hatte die Umweltbehörde im vergangenen Herbst 33 Prozent des Kaufpreises gefördert. Lastenräder seien nicht nur deutlich klimafreundlicher als Autos, auch die langwierige Parkplatzsuche und nervtötende Standzeiten im Stau seien damit passé, so die Umweltbehörde. Im Lieferverkehr wiederum eigneten sich die Cargobikes hervorragend für die relativ kurzen Strecken. „Lastenräder sind ein Beitrag für den Klimaschutz und für die Verkehrswende“, sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) im November.

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Maximal 2000 Euro Zuschuss für E-Lastenräder

Bei E-Lastenrädern gewährte die Behörde einen maximalen Zuschuss von 2000 Euro, bei Lastenrädern ohne Elek­troantrieb und bei Lastenrad-Fahrradanhängern waren es jeweils bis zu 500 Euro. Autobesitzer, die gerade ein Benzin- oder Diesel-Fahrzeug verschrotten ließen, erhielten beim Kauf eines E-Lastenrades zusätzlich einen „Abwrackbonus“ von 500 Euro.

Der Antrag musste zwingend vor dem Kauf eines Lastenrades, mit dem sich komfortabel schwere Gegenstände (und Kinder) transportieren lassen, bei der IFB eingereicht und bewilligt werden. Hamburger, die sich gerade erst eins zugelegt hatten, gingen dagegen leer aus. Auch gebrauchte Cargobikes wurden nicht bezuschusst.

Anfang November gab es nach Angaben der Umweltbehörde 724 private Anträge und 126 gewerbliche. Bei den privaten beantragten 58 ein normales Lastenrad, 638 ein elektrisches, 28 einen Anhänger. Bei den gewerblichen beantragten acht ein normales Lastenrad, 117 ein elektrisches und lediglich einer einen Anhänger.