Hamburg

Kraftwerk Wedel: Anwohner sollen leichter entschädigt werden

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Jens Meyer-Wellmann
Das Kraftwerk in Wedel: Immer wieder hatte es dort Beschwerden von Bürgern über ätzenden Partikelregen etwa auf Autos gegeben.

Das Kraftwerk in Wedel: Immer wieder hatte es dort Beschwerden von Bürgern über ätzenden Partikelregen etwa auf Autos gegeben.

Foto: picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa

Neue Hamburger Wärmegesellschaft will für Schäden durch Partikelregen aufkommen – und einen Neustart mit der Nachbarschaft.

Hamburg/Wedel. Die neue städtische Hamburger Wärmgesellschaft strebt ein besseres Verhältnis zu den Anwohnern des alten Kohlekraftwerks in Wedel an. Immer wieder hatte es dort Beschwerden von Bürgern über ätzenden Partikelregen aus dem Kraftwerk etwa auf Autos gegeben, das mit dem Netzrückkauf nun nicht mehr Vattenfall, sonder der Stadt Hamburg gehört. In einem Brief an Anwohner, die sich in der vergangenen Zeit (meist erfolglos) beschwert oder Entschädigung gefordert hatten, signalisiert die Wärme Hamburg GmbH jetzt einen Kurswechsel.

„Bis zur Umsetzung des neuen Wärmekonzeptes wollen wir kulanter als bisher mit Meldungen über Verschmutzungen und Schäden umgehen“, heißt es in dem Schreiben, das die Geschäftsführer Michael Beckereit und Christian Heine unterzeichnet haben. Dazu werde die Wärme GmbH einen zentralen Ansprechpartner benennen und zudem Schäden regulieren, bei denen Gutachter von einer Verursachung durch das alte Kraftwerk ausgingen.

Kraftwerk Wedel: Kulante Lösungen für Anwohner

„Unsere rechtliche Einschätzung hat sich nicht geändert. Allerdings wollen wir den Anwohnerinnen und Anwohnern nun kulante Lösungen anbieten“, sagte Beckereit dem Abendblatt. „Der neue Eigentümer und die Geschäftsführung stehen für einen anderen Umgang mit den Nachbarn. Wir wollen einen echten Neustart des nachbarschaftlichen Zusammenlebens.“ Dazu gehöre, dass man „gewissenhaft alle Anwohnermeldungen der vergangenen zwei Jahre aufarbeiten“ werde.

„Das Kraftwerk Wedel hält zwar alle Grenzwerte ein, aber dass die Partikelauswürfe eine Belästigung darstellen, wird niemand bestreiten“, so Beckereit. „Wir tun alles dafür, das Kraftwerk Wedel schnellstmöglich abzulösen. Das Genehmigungsverfahren für die neue Fernwärmeleitung läuft bereits, der Genehmigungsantrag für das neue Gas-und Dampfturbinenkraftwerk Dradenau wird noch in diesem Jahr gestellt."

„Die Partikel sind in Wedel seit Langem ein Thema“, sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). „Mir war es wichtig, dass nach dem Eigentümerwechsel eine kulantere Lösung gefunden wird als bisher.“ Das neue Verfahren sei praktikabel und helfe, „Schäden unbürokratisch zu regulieren, auch wenn die Ursache nicht zweifelsfrei geklärt ist".

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