Bildung

Linke: Mangelhafte Schulsoftware gefährdet Abitur

Linken-Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus.

Linken-Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus.

Foto: Mark Sandten

Einsatz der Schulverwaltungssoftware „DiViS“ führe zu Überstunden, zu Doppelbearbeitung und händischer Nacharbeit.

Hamburg.  „Digitale Verwaltung in Schulen“ oder kurz „DiViS“ heißt die integrierte Schulverwaltungssoftware, die seit 2016 schrittweise in den staatlichen allgemeinbildenden Schulen eingesetzt wird. „Der Funktionsumfang der DiViS-Software ermöglicht neben der Verwaltung von Schülerinnen und Schülern erstmals die sichere, ortsunabhängige Erfassung von Leistungen, das heißt Noten beziehungsweise Notenpunkten, der Schülerinnen und Schüler durch Lehrkräfte und die Erstellung von Zeugnissen“, schreibt der Senat in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage von Sabine Boeddinghaus, Fraktionsvorsitzende der Linken in der Bürgerschaft.

Die Linken-Politikerin bezweifelt, dass DiViS einwandfrei funktioniert. „Tatsächlich haben uns wieder und wieder Hilferufe aus den Schulen erreicht. Das digitale Desaster an Hamburgs Schulen gefährdet das Abitur“, sagt Boeddinghaus­.

Korrekter Ausdruck der Zeugnisse offenbar ein Problem

Der rot-grüne Senat hat laut der Antwort auf die Boeddinghaus-Anfrage einschließlich der Personalkosten, der Betriebsmittel und einmaliger Investitionen bislang rund 18 Millionen Euro in Anschaffung und Aufbau der Software investiert. „Gebracht hat das bislang keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung. Zwar behauptet die Schulbehörde, dass alles rundläuft. Das Gegenteil ist aber der Fall: Der Einsatz von DiViS führt zu massiven Überstunden, zu Doppelbearbeitung und händischer Nacharbeit“, sagt Boeddinghaus.

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Vor allem der korrekte Ausdruck der Zeugnisse sei ein Problem. In einer Befragung der weiterführenden Schulen durch die Schulbehörde gaben laut Senatsantwort gut 30 Prozent an, „eher unzufrieden“ oder „unzufrieden“ mit der Erstellung der Zeugnisse durch „DiViS“ zu sein. „Etwa 80 Oberstufenleiter haben schriftlich erklärt, dass es ihrer Ansicht nicht möglich ist, das Abitur 2020 ordnungsgemäß durchzuführen“, zitiert Boeddinghaus das anonyme Schreiben eines Abteilungsleiters.