Hamburg

Innensenator Grote verspricht 200 neue Polizisten bis 2024

Innensenator Andy Grote (SPD) setzt auf verstärkte Präsenz.

Innensenator Andy Grote (SPD) setzt auf verstärkte Präsenz.

Foto: Michael Rauhe

SPD-Politiker für weitere Amtszeit bereit. Grote: „Die Aufgabe macht mir großen Spaß.“ Kritik von Gewerkschaft.

Hamburg. Neue Personaloffensive bei der Hamburger Polizei: Innensenator Andy Grote (SPD) hat angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs die Zahl der Schutzkräfte und Ermittler weiter erhöhen zu wollen. „Auch in der nächsten Legislaturperiode sollen 200 Beamte mehr ausgebildet werden, als etwa durch Pensionierung wegfallen“, sagte Grote dem Abendblatt. Im Jahr 2024 soll die Polizei insgesamt 1000 Bedienstete mehr als noch im Jahr 2016 haben. In dieser Zielzahl sind unter anderem 100 Polizisten enthalten, die bereits als Angestellte für die Verstärkung der „lokalen Präsenz“ eingestellt wurden. „Zusätzlich sorgen wir mit vielen kleineren Maßnahmen im Ergebnis für einen nachhaltigen Aufwuchs bei der Polizei“, sagte Grote.

Die tatsächliche Wirkung der bereits erfolgten Offensive „300+“ ist jedoch auch polizeiintern umstritten. Bislang, so die Kritik, ist die angekündigte Verstärkung nicht in auskömmlichem Umfang im Vollzugsdienst angekommen. In den vergangenen Jahren seien die hohen Pensionierungszahlen und unplanmäßigen Abgänge nicht durch die Zahl der neuen Beamten im Vollzug ausgeglichen worden. „Zu den regulären Pensionierungen kamen und kommen jedes Jahr bis zu 40 Kollegen hinzu, die vorzeitig aus unterschiedlichen Gründen vorzeitig aus dem Dienst ausscheiden“, sagt Joachim Lenders, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft.

Hamburger Polizei: Sparmaßnahmen führten zu Personalnot

Wegen verschiedener Sparmaßnahmen nach der Jahrtausendwende war eine Personalnot entstanden. Laut Polizei soll es in den kommenden Jahren besser werden. Kommendes Jahr sollen 444 Polizisten in den Vollzugsdienst gehen, während nur 352 ausscheiden. 2021 sollen 355 Abgängen 507 Zugänge gegenüberstehen. In der Innenbehörde wird der Erfolg der getroffenen Maßnahmen betont. „Sie haben dazu geführt, dass die Polizei bis zum Jahresende 2019 um rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstärkt worden sein wird“, so Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde. Für den Gewerkschaftschef Lenders ist das „kein großer Wurf“. Selbst wenn alle neuen Polizisten an die Wachen kommen würden, stünden pro Schicht rechnerisch nur 0,7 Beamte mehr zur Verfügung. „Bislang ist es bei Ankündigungen geblieben“, sagte Lenders.

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Im Gespräch mit dem Abendblatt kündigte Innensenator Grote auch an, im Fall eines Wahlsiegs für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen. „Die Aufgabe macht mir großen Spaß.“ Er möchte „wichtige Prozesse, die wir angestoßen haben, weiter vorantreiben“. Ob das auch unter einer möglichen grünen Bürgermeisterin gelte? „Der Gedanke ist mir bislang gar nicht gekommen. Ich gehe von einem sehr starken Ergebnis für Peter Tschentscher und die SPD aus“, sagte Grote.