Deutsche Bahn

Grünes Licht für S4: Finanzierungsplan unterzeichnet

2011 hat die S 4 schon mal eine Probefahrt nach Ahrensburg unternommen. Ende 2027 sollen die S-Bahnen dann regelmäßig von Hamburg nach Bad Oldesloe fahren.

2011 hat die S 4 schon mal eine Probefahrt nach Ahrensburg unternommen. Ende 2027 sollen die S-Bahnen dann regelmäßig von Hamburg nach Bad Oldesloe fahren.

Foto: Bertold Fabricius

Bau der Linie zwischen Altona und Bad Oldesloe soll 2020 beginnen. Bund trägt Löwenanteil der Kosten von 1,8 Milliarden Euro.

Hamburg. Für den Bau der neuen S-Bahn-Linie S4 stehen alle Zeichen auf grün: Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Bahn-Chef Richard Lutz haben am Freitag in Berlin das Finanzierungsabkommen für die neue Linie unterzeichnet.

Die zukünftige S4 (Ost) verbindet Hamburg-Altona mit Bad Oldesloe. Die Bauarbeiten sollen bereits im kommenden Jahr beginnen – wenn dann die entsprechenden Planfeststellungsbeschlüsse vorliegen. Ein Teil der Strecke von Hasselbrook bis Rahlstedt könnte 2025 in Betrieb gehen, die gesamt Linie allerdings frühestens 2027.

Neue Linie S4: 100.000 Reisende pro Tag

Pro Werktag könnten künftig rund 100.000 Fahrgäste mit der S4 unterwegs sein. „Die neue Linie schafft eine schnelle und komfortable Schienenverbindung für bis zu 250.000 Bürgerinnen und Bürger in Hamburg und Schleswig-Holstein", sagte Tschentscher bei der Unterzeichnung. Dies entlaste den Straßenverkehr und verbessere die Mobilität für alle Bürger. Bis 2035 sollten in Hamburg insgesamt über 50 Kilometer neue S- und U-Bahn-Strecken entstehen, dazu zähle neben der S4 auch die geplante U-Bahn-Linie 5.

1,5 Milliarden Euro vom Bund für neue S-Bahn-Linie

Billig wird die neue S4 allerdings nicht: Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 1,847 Milliarden Euro. Das am Freitag geschlossene Abkommen sieht vor, dass der Bund mit 1,557 Milliarden Euro den Löwenanteil der Kosten trägt.

Der Anteil der Länder in Höhe von insgesamt rund 290 Millionen Euro entfällt zu 70 Prozent auf Hamburg und zu 30 Prozent auf Schleswig–Holstein. Die Deutsche Bahn gibt mit 20 Millionen Euro den geringsten Anteil. Weitere Mittel sollen von der EU kommen.

Scheuer: "Mega-Investition im Norden"

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther freute sich, „dass auf einer der wichtigsten Bahnverbindung in Schleswig-Holstein jetzt endlich eine spürbare Verbesserung durch ein neues S-Bahn-System kommen wird“. Jungfernstieg und Landungsbrücken seien künftig von Bad Oldesloe aus über Bargteheide und Ahrensburg umsteigefrei zu erreichen.

Verkehrsminister Andreas Scheuer sprach von einer „Mega-Investition im Norden". Durch die rund 1,5 Milliarden Euro vom Bund werde unter anderem der Hamburger Hauptbahnhof entlastet und mehr Platz geschaffen für den Fern- und Güterverkehr.

Vier neue Stationen in Hamburg

Die Gesamtlänge der S-Bahn-Strecke von Hamburg-Altona bis Bad Oldesloe beträgt rund 36 Kilometer. Das Projekt umfasst einen zweigleisigen Streckenneubau auf rund 17 Kilometern Länge (bis Ahrensburg) und einen eingleisigen Neubau von Ahrensburg bis Ahrensburg-Gartenholz. Ein Drittel der Ausbaustrecke liegt auf schleswig-holsteinischem Gebiet, zwei Drittel verlaufen auf Hamburger Gebiet: von Hasselbrook bis zur Landesgrenze zwischen Rahlstedt und Ahrensburg.

In Hamburg sind vier neue S-Bahn-Stationen geplant: Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg und Pulverhof. In Schleswig-Holstein soll die S-Bahn-Haltestelle Ahrensburg-West neu entstehen. Nach derzeitigem Stand wird die S-Bahn zukünftig bis Ahrensburg im Zehn-Minuten-Takt, bis Bargteheide im 20-Minuten-Takt und bis Bad Oldesloe im 60-Minuten-Takt fahren.