Betrug

"Falsche Polizisten" erbeuten in Hamburg 1,6 Millionen Euro

Ein abgelegter Telefonhörer (Symbolbild). 

Ein abgelegter Telefonhörer (Symbolbild). 

Foto: dpa

Jeden Tag werden Dutzende Hamburger von Betrügern angerufen. Polizei registrierte dieses Jahr 2929 Taten.

Hamburg. Vor wenigen Jahren brachten Enkeltrickbetrüger vornehmlich ältere Menschen reihenweise um ihr Hab und Gut. Nachdem sich die perfide Masche abgenutzt hat, versuchen Trickbetrüger inzwischen aus der Vertrauensstellung der Polizei Profit zu schlagen. Jeden Tag werden Dutzende Hamburger von „falschen Polizisten“ angerufen. Bis Donnerstag registrierte die Polizei dieses Jahr exakt 2929 Taten, also Anrufe durch falsche Polizeibeamte. Zwar blieb es meist beim Versuch. Doch die vollendeten 38 Fälle verursachten den enormen Schaden von rund 1,6 Millionen Euro.

Um ein Haar hätte auch eine Frau (75) aus Langenhorn ihr Vermögen verloren. Am Dienstag meldete sich ein Anrufer bei ihr, angeblich von der Polizei: In ihrer Nachbarschaft seien mehrere Einbrüche begangen worden. Einen Täter habe man fassen können, bei ihm seien Fotos ihres Hauses gefunden worden. Vermutlich planten seine Komplizen nun einen Einbruch in ihr Haus, so der Anrufer. Am besten hole sie ihre Wertsachen von der Haspa ab, zumal ein Bankmitarbeiter ebenfalls „kriminell“ sei.

Haspa ist seit Jahren strategischer Partner der Polizei

Die 75-Jährige holte darauf, so Polizeisprecherin Nina Kaluza, ihren Schmuck und ihr Gold aus dem Schließfach, beides sollte sie später einem angeblichen Polizeibeamten zur „sicheren Verwahrung“ übergeben. Sie wollte die Bank schon verlassen, als ihr Blick auf ein Plakat fiel, in dem die Polizei vor den Betrügereien ihrer falschen „Kollegen“ warnt. Statt mit dem Geschmeide und dem Gold nach Hause zu gehen, brachte sie den Betrugsversuch auf der Polizeiwache am Wördenmoorweg zur Anzeige.

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Die Haspa ist seit Jahren strategischer Partner der Polizei bei der Bekämpfung von Straftaten. „Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, wie wichtig unsere strategische Partnerschaft ist. Wenn unterschiedliche Stellen gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir viele potenzielle Opfer erreichen und vor den sich auch immer wieder verändernden Maschen der Betrüger warnen und schützen“, sagte Kaluza.