Gedenken

"Grindel leuchtet": Anwohner erinnern an Novemberpogrome

Anwohner stellten im Grindelviertel rund um die Stolpersteine, die an die Deportation und Ermordung von Juden im Dritten Reich erinnern sollen, Kerzen auf (Archivbild).

Anwohner stellten im Grindelviertel rund um die Stolpersteine, die an die Deportation und Ermordung von Juden im Dritten Reich erinnern sollen, Kerzen auf (Archivbild).

Foto: Markus Scholz / dpa

81 Jahre nach der Reichspogromnacht wurde in Hamburg der Opfer des Holocausts und der Zerstörung jüdischer Einrichtungen gedacht.

Hamburg. Unter dem Motto „Grindel leuchtet“ haben Anwohner des Hamburger Grindelviertels und an anderen Orten der Stadt am Sonnabend an die ermordeten Juden erinnert. Sie stellten unter anderem Kerzen neben die Stolpersteine, die vor den Häusern auf die ehemaligen jüdischen Bewohner hinweisen.

Seit 1995 erinnert der Künstler Gunter Demnig mit seinem Projekt durch kleine Gedenksteine an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Bis jetzt wurden in Hamburg 5684 Stolpersteine verlegt.

Bornplatz-Synagoge wurde bei Novemberpogromen zerstört

Am 9. November 1938 hatten die Nationalsozialisten Synagogen in ganz Deutschland angezündet. Auch in Hamburg wurden etliche jüdische Einrichtungen zerstört, darunter die Bornplatz-Synagoge am Joseph-Carlebach-Platz in der Nähe der Universität. Das Bethaus war bis 1938 das Wahrzeichen jüdischen Lebens in der Hansestadt. Zahlreiche Politiker und Kirchenvertreter hatten in dieser Woche einen Wiederaufbau der zerstörten Synagoge befürwortet.

Das Grindelviertel hatte sich im 19. Jahrhundert zum Zentrum des jüdischen Lebens in Hamburg entwickelt. Zum Zeitpunkt der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 lebten rund 20.000 Angehörige jüdischer Gemeinden in Hamburg. Rund 8000 Hamburger Juden kamen während der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ums Leben.