Mobilität

Das ändert sich für Carsharing-Kunden in Hamburg

Gehört bald zur vereinheitlichten Flotte und kann über Share Now gemietet werden: Der BMW i3 der DriveNow-Flotte.

Gehört bald zur vereinheitlichten Flotte und kann über Share Now gemietet werden: Der BMW i3 der DriveNow-Flotte.

Foto: DriveNow

Über eine neue App können Nutzer auf Fahrzeuge von Car2go und DriveNow zugreifen. Auch das Geschäftsgebiet wächst.

Hamburg. Neuigkeiten für Hamburger, die gern einmal kurzfristig ein Auto mieten und die Wagen von Carsharing-Anbietern nutzen: Die Fahrzeuge von Car2go und DriveNow werden künftig über eine einzige App organisiert. Mit der neuen App namens Share Now werden die Nutzer auf die Autos der beiden in Hamburg vertretenen Marken zugreifen können und von vereinfachten Funktionen profitieren, verspricht der Anbieter.

Es werden zudem nicht nur beide Fahrzeugflotten bis zum ersten Quartal 2020 zusammengeführt, sondern auch das Geschäftsgebiet des Carsharing-Angebots auf 105 Quadratkilometer vergrößert. In Hamburg wächst das Gebiet, in dem die Autos gemietet und abgestellt werden dürfen, vor allem im Norden der Stadt.

Hintergrund der Änderungen: Bereits vor einiger Zeit hatten sich die Carsharing-Dienste Drive Now und Car2go zusammengeschlossen. Die Fusion hatte für einiges Aufsehen gesorgt, denn damit arbeiten die beiden Konkurrenten BMW und Daimler zusammen. Drive Now gehörte zu BMW und Car2go zu Daimler. "Als Pioniere des Automobilbaus werden wir nicht anderen das Feld überlassen, wenn es um die urbane Mobilität der Zukunft geht", sagte damals Daimler-Chef Dieter Zetsche.

20.500 Autos auf der ganzen Welt verfügbar

Mit der neuen App wird der gesamte zusammengeführte Fahrzeugfuhrpark des dann weltweit führenden Carsharing-Anbieters verfügbar sein, verspricht die neue Firma. Das sind mehr als 20.500 Autos auf der ganzen Welt – in insgesamt 26 Städten und 14 Ländern. Es heißt, die Technologie, mit der Kunden dann die Minis, BMW, Mercedes oder Smarts buchen können, sei bis spätestens Februar 2020 verfügbar. Zudem geht die neue Webseite www.share-now.com an den Start.

"In Kürze werden unsere Kunden in vollem Umfang vom Zusammenschluss der beiden Unternehmen Car2go und DriveNow profitieren – größere Fahrzeugauswahl und eine höhere Verfügbarkeit machen Carsharing noch attraktiver im täglichen Mobilitätsmix,“ sagt Olivier Reppert, Geschäftsführer von Share Now.

In Hamburg konnten Kunden beider Anbieter seit einiger Zeit auch schon die Fahrzeuge der jeweils anderen Marke auf ihrer App sehen und buchen. Nach der Umstellung am 12. November gelangen Nutzer etwa beim Öffnen der DriveNow-App direkt zur Share-Now-App, die sie kostenfrei im Google Play Store und in Apples App Store herunterladen können. Anschließend loggen sie sich mit ihren bisherigen DriveNow-Zugangsdaten ein. Eine erneute Registrierung ist nicht notwendig.

Größere Geschäftsgebiete für Carsharing

An allen Standorten, an denen bisher Car2go und DriveNow verfügbar waren, werden die Geschäftsgebiete zudem bereits am 12. November vereinheitlicht und vergrößert. Für Hamburg heißt das: Das Gebiet von Car2go wächst um vier Prozent (ehemals 101 Quadratkilometer), die Region von DriveNow, die 90 Quadratkilometer umfasste, um 17 Prozent. "Es wird in Hamburg insbesondere ein größeres Gebiet rund um den Flughafen geben", sagte eine Share-Now-Sprecherin.

Share Now verfolgt das sogenannte Free-Float-Verfahren (deutsch: frei treibend). Dabei können die Autos innerhalb des Geschäftsgebiets überall gemietet und abgestellt werden.

Doch nicht nur BMW und Daimler investieren in die Mobilität der Zukunft. Deutschlands größter Autovermieter Sixt arbeitet an einem Komplettangebot, mit dem die Kunden Carsharing, Mietauto und Chauffeurdienste gebündelt in einer App per Smartphone bekommen. Es soll 2020 schrittweise ausgerollt werden. Sixt war ursprünglich an DriveNow beteiligt.