Hamburg

Winterdienst fährt ersten Einsatz der Saison

Ein Streufahrzeug des Winterdienstes der Stadtreinigung Hamburg im Einsatz (Archivbild).

Ein Streufahrzeug des Winterdienstes der Stadtreinigung Hamburg im Einsatz (Archivbild).

Foto: Markus Scholz / picture alliance / dpa

In der Nacht zum Mittwoch rückten Streufahrzeuge der Stadtreinigung aus. In zwei Bezirken wird ein neues Granulat getestet.

Hamburg. Die Einsatzzentrale des Winterdienstes ist zwar erst vom 1. November an rund um die Uhr besetzt, doch den ersten Einsatz der Saison gab es bereits in der Nacht zum Mittwoch: 20 Fahrer seien mit ihren Streufahrzeugen ausgerückt und hätten rutschige Stellen gesichert, teilte die Stadtreinigung Hamburg mit. Vor allem auf Brücken hätten Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in Kombination mit feuchter Luft zu Glätte geführt.

Gemessen an den Pferde- und Personalstärken, die die Stadtreinigung im Extremfall auf die Straße bringen kann, war es aber kaum der Rede wert. Bis zu 820 Einsatzkräfte und 350 Fahrzeuge stehen bereit, um insgesamt 3300 Kilometer Fahrbahn, 660 Kilometer Rad- und Gehwege (ohne Anlieger), weitere 200 Kilometer abgesetzte Radfahrstreifen, 8300 Zebrastreifen und fast 4100 Bushaltestellen zu sichern. Für besonders glatte Stellen stehen zwölf sogenannte Sofortruf-Fahrer bereit.

Blähton als Streumittel wird in zwei Bezirken getestet

Anders als die Anlieger, die für die Räumung und Sicherung der Gehwege verantwortlich sind, darf der Winterdienst Tausalze streuen. 17.000 Tonnen davon stehen an insgesamt 21 Standorten in Hamburg bereit. Allerdings ist der Einsatz abseits der Fahrbahnen nach dem Hamburgischen Wegegesetz nicht erlaubt. Auf Geh- und Radwegen dürfen nur sogenannte abstumpfende Mittel gestreut werden.

Sand und Kies haben sich allerdings nicht unbedingt bewährt. Die Stadtreinigung testet deshalb seit einiger Zeit einen umweltverträglichen Streustoff: Blähton. Das bräunliche Granulat, von Pflanzenfreunden gern für Hydrokulturen verwendet, ist auf Schnee und Eis besonders griffig – und wird bei Überfrieren nicht selbst rutschig wie etwa Sand. Zudem ist es weniger scharfkantig als Rollsplit, das schon manchen Platten verursacht hat.

Was Anlieger über die Streupflicht wissen müssen

Zum Einsatz kommt Blähton derzeit auf 45 Kilometer Radwegen in Harburg und Bergedorf. Gut für alle, die hier auf dem Fahrrad unterwegs sind: Im Frühjahr bleiben keine rutschigen Sandreste zurück, das Material wird zerrieben. Nachteil: Blähton ist deutlich teurer als herkömmliches Streugut.

Weil auch für die kommenden Nächte Frost vorausgesagt ist, sei an die Pflichten von Anliegern erinnert:

  • Geh- und Radwege müssen selbst gesichert werden. Schnee muss nach Ende des Schneefalls geräumt, Eis unmittelbar bei Eintritt gestreut werden.
  • Kommt es nach 20 Uhr zu Schneefall oder Glättebildung, bleibt Zeit bis zum nächsten Morgen um 8.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 9.30 Uhr.
  • Der gestreute Bereich muss mindestens einen Meter breit sein, bei starkem Fußgängerverkehr noch mehr, bei Eckgrundstücken bis zur Bordsteinkante.
  • Es dürfen keine Tausalze (etwa Streusalz aus dem Baumarkt) eingesetzt werden, sondern nur abstumpfende Mittel wie feinkörniger Kies, Sand, Splitt und Blähton.

Weitere Informationen zum Winterdienst gibt es auf der Website der Umweltbehörde.