Studie

Makler sieht Zeichen für Ende des Immobilienbooms in Hamburg

Blick auf das Hamburger Treppenviertel. Nach wie vor sind Eigentumswohnungen und Häuser in der Hansestadt sehr gefragt.

Blick auf das Hamburger Treppenviertel. Nach wie vor sind Eigentumswohnungen und Häuser in der Hansestadt sehr gefragt.

Foto: Marcelo Hernandez

Laut einer Studie sinken in Bergstedt die Preise. Aber Wellingsbüttel wird noch teurer. „Paradigmenwechsel“ bei der Lage.

Hamburg. Ist die Zeit der großen Preissprünge am Hamburger Immobilienmarkt vorbei? Anzeichen für eine mögliche Trendwende liefert der Marktbericht des Hausmaklers und Immo­biliendienstleisters Bauwerk über das Alstertal inklusive Bramfeld und Volksdorf.

„Dem größten Immobilienboom der Nachkriegsgeschichte scheint allmählich die Luft auszugehen“, schreibt Bauwerk-Geschäftsführer René Müller: „Zwar steigen die Preise noch, aber die Dynamik des Auftriebs lässt sichtbar nach.“

Objektive Betrachtung

Bauwerk bezieht sich in seiner Analyse vor allem auf den Bodenrichtwert, den der Gutachterausschuss im Auftrag der Stadt ermittelt. „Aus diesem Datenschatz, der aus Tausenden Einzelwerten besteht, haben wir unsere Analysen aufgebaut“, schreibt Bauwerk. Dies sei aufwendiger, aber deutlich objektiver als die alleinige Betrachtung von Einfamilienhäusern, deren Preisentwicklung von zu vielen Faktoren abhängen würden.

Laut Marktbericht stiegen die Qua­dratmeterpreise in Wellingsbüttel (1001 Euro, plus 73 Euro), Volksdorf (783 Euro, plus 44 Euro) und Sasel (639 Euro, plus 23 Euro) weiter. Poppenbüttel blieb zwar konstant bei einem Quadratmeterpreis von 596 Euro, legte aber dafür beim mittleren Gesamtkaufpreis von Haus- und Grundstücken auf 521.000 Euro zu (plus 48.000). Dagegen gingen die Quadratmeterpreise in Bergstedt (547 Euro, minus 11 Euro, Lemsahl-Mellingstedt (552 Euro, minus 12 Euro) und Duvenstedt (528 Euro, minus 12 Euro) etwas zurück.

„Paradigmenwechsel“ bei der Lage

Der Marktbericht liefert noch andere Erkenntnisse. Demnach werde die absolute Grundstücksgröße unwichtiger: „Klein und praktisch genügt.“ Entscheidender sei das Umfeld: „Wie ist der Sonnenverlauf, wer sind die Nachbarn und wie ist die Infrastruktur für die Familie?“

Beliebt seien Häuser mit einer „paritätischen Grundrissstruktur“: „Familien wünschen sich Kinderzimmer, die mindestens so groß sind wie das Elternschlafzimmer.“ Das Wohnzimmer habe dagegen gegenüber dem Essplatz als „Drehscheibe des Familienlebens“ an Bedeutung verloren. Ein „Paradigmenwechsel“ bahne sich bei der Lage an: „Galt bis vor Kurzem die ruhige Wohnlage abseits von Hauptstraße und Flugzeugen als Maß aller Dinge, so beobachten wir heute, dass junge Käufer mehr auf das infrastrukturelle Umfeld schauen.“