Listeriose-Infektionen

Skandal um Wilke-Wurst: So ist die Lage in Hamburg

 Produktionsstätte des Fleischherstellers Wilke in Hessen.

Produktionsstätte des Fleischherstellers Wilke in Hessen.

Foto: dpa

In Hamburger Krankenhäusern liegen drei Patienten mit Listeriose-Infektionen. Bislang keine Verbindung zu Wilke-Produkten.

Hamburg. Nach derzeitigem Stand gibt es in Hamburg keine Listeriose-Erkrankungen, die durch den Verzehr von Wurstwaren der Firma Wilke ausgelöst wurden. Das hat die Hamburger Gesundheitsbehörde am Donnerstag bekanntgegeben. Noch sind allerdings nicht alle Vertriebswege bekannt. Derzeit werden in Hamburgs Krankenhäuser drei Patienten behandelt, die an einer Listeriose-Infektion leiden.

Bisher konnten laut Gesundheitsbehörde in keinem Fall ein Zusammenhang mit verunreinigten Produkten der Firma Wilke nachgewiesen werden. Allerdings sind die notwendigen Laboruntersuchungen noch nicht abgeschlossen. Laut Gesundheitsbehörde wurden in Hamburg rund 250 Betriebe mit Wurstwaren der Firma Wilke beliefert. Dazu gehören unter anderem Hotels, Restaurants, Lieferdienste, Bäckereien, Seniorenheime und Kindertagesstätten. Auch in Restaurants von Ikea Deutschland wurden Wilke-Produkte verwendet.

Zwei Todesfälle in Südhessen

Die Wurstwaren des nordhessischen Herstellers werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Mehrfach wurden Listerien-Keime in Wilke-Produkten nachgewiesen. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sei. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern am Dienstag vergangener Woche geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Betroffen sind neben Eigenmarken der Firma Wilke (mit dem Identitätskennzeichen DE EV 203 EG) die Marken oder Handelsnamen Haus am Eichfeld, Metro Chef, Service Bund Servisa, CASA, Pickosta, Sander Gourmet, Rohloff Manufaktur, Schnittpunkt, Korbach, ARO, Findt, Domino und Wilke, wenn sie ebenfalls das Wilke-Identitätskennzeichen tragen.

Chronisch Kranke und Senioren besonders gefährdet

Listerien sind Bakterien, die in der Umwelt vorkommen. Bei gesunden Menschen führen sie nur sehr selten zu Erkrankungen. Bei chronisch Kranken, älteren Menschen, Neugeborenen und Schwangeren sieht es schon anders aus. Listeriose äußert sich in grippeähnlichen Symptomen, manchmal auch durch Erbrechen und Durchfall. Sie kann zu Meningitis und Entzündungsreaktionen führen.