Hamburg

Linken-Abgeordneter fordert strengere Regeln für Sportsbars

Buntes Geblinke: ein Jugendlicher an
einem Spielautomaten.

Buntes Geblinke: ein Jugendlicher an einem Spielautomaten.

Foto: Marcelo Hernandez

Die Gaststätten, in denen auch Wett- und Spielautomaten aufgestellt würden, seien statistisch nicht erfasst.

Hamburg.  Der sportpolitische Sprecher der Linksfraktion in der Bürgerschaft, Mehmet Yildiz, fordert stärkere Regulierungen für den Betrieb von Wettbüros und sogenannte Sportsbars. „Wettbüros und Sportsbars unterliegen nicht den gleichen strengen gesetzlichen Regeln wie Spielhallen“, sagt Yildiz. Sportsbars gälten als normale gastronomische Betriebe und würden von Behörden nicht statistisch erfasst, obwohl in den Räumen Wett- und Spielautomaten aufgestellt werden dürften.

Seit 2013 gilt in Hamburg das neue Spielhallengesetz, das deren Betrieb reglementiert. Unter anderem muss der Abstand zur nächsten Spielhalle mindestens 500 Meter betragen, Ausnahmen sind nur auf der Reeperbahn und auf dem Steindamm zulässig, wo der Mindestabstand bei 100 Metern liegt. Außerdem dürfen Spielhallen nicht in der Nähe von Einrichtungen liegen, die vorwiegend von Kindern und Jugendlichen besucht werden.

Seit Inkrafttreten der neuen Regeln, so Yildiz, wandelten immer mehr Betreiber ihre Spielhallen in Wettbüros oder Sportsbars um. „Während in Spielhallen der Zutritt erst ab 18 Jahren erlaubt ist, gibt es in Sportsbars keine Altersbeschränkung. Wenn Spielhallen in Sportsbars verwandelt werden, verschärft das das Problem der Spielsucht“, sagt Yildiz.

Spielsucht ein großes Problem

Eine Zunahme dieser Einrichtungen sei besonders in wirtschaftlich benachteiligten Stadtteilen zu beobachten. „Allein an der Billstedter Hauptstraße gibt es mehr als 29 Wettbüros, Sportsbars und Spielhallen“, sagt der direkt gewählte Billstedter Linken-Abgeordnete. „In meine Sozialberatung kommen immer wieder Familien, denen am Monatsende das Geld ausgegangen ist, weil Familienangehörige es verspielt haben.“

Die Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage von Yildiz offenbart, wie schwierig die Regulierung der Spielhallen-Konzessionen ist. Danach wurden seit Jahresbeginn aufgrund einer weiteren Gesetzesänderung von 2016 bislang zehn Spielhallen geschlossen. Darunter war kein Standort in Hamburg-Mitte, also auch nicht in Billstedt.

Senat soll schneller handeln

Nach Angaben des Senats war es das Ziel, im laufenden Jahr 181 Spielhallen zu schließen, davon 45 in Hamburg-Mitte und zwölf in Billstedt. Derzeit haben 187 Betreiber von Spielhallen Widerspruch gegen die Versagung der Betriebserlaubnis eingelegt, davon liegen 53 Standorte in Hamburg-Mitte und zwölf in Billstedt.

Nach Angaben des Senats sind in Hamburg seit dem 1. Januar 2019 keine neuen Spielhallen eröffnet worden. Nach behördlichen Erkenntnissen gilt das auch für Wettbüros. Yildiz wirft dem rot-grünen Senat vor, das Problem mit den Sportsbars zu ignorieren. „Mit dem Ziel der Prävention und Bekämpfung der Spielsucht muss der Senat schneller handeln“, so der Linken-Abgeordnete.