Norderstedt
Bad Bramstedt

Spielsucht – deshalb betrog er Kunden auf Ebay

Das Schöffengericht Neumünster hat einen 36-Jährigen aus Bad Bramstedt verurteilt.

Das Schöffengericht Neumünster hat einen 36-Jährigen aus Bad Bramstedt verurteilt.

Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa

Ein 36-Jähriger aus Bad Bramstedt hat innerhalb eines Jahres 124 Käufer getäuscht und dabei 11.400 Euro kassiert. Die Details zum Fall.

BAD BRAMSTEDT.  Bei Ebay lohnen sich keine krummen Geschäfte. Wer im Internet-Verkaufsportal Artikel anbietet, die er gar nicht besitzt und dafür vorab beim ahnungslosen Käufer abkassiert, hockt in der Regel kurz darauf auf dem Anklagestuhl eines Amtsgerichts.

Trotzdem gibt es weiterhin immer noch Unbedarfte, die sich dieser Betrugsmasche bedienen. Das Schöffengericht Neumünster verurteilte jetzt einen 36-Jährigen aus Bad Bramstedt, der innerhalb eines Jahres nicht weniger als 124 Käufer getäuscht und dabei 11.400 Euro kassiert hatte. Das Urteil für den einschlägig Vorbestraften: Eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung, inklusive harter Auflagen.

Der gebürtige Pole war im Jahr 2003 nach Deutschland gekommen und lebte die letzten Jahre zurückgezogen mit seiner Mutter in Bad Bramstedt. Nach der Arbeit suchte der Einzelgänger Entspannung in Spielhallen oder beim Online-Casino. „Teilweise hab’ ich vierstellige Beträge gewonnen, und am nächsten Tag wieder alles verloren“, bilanzierte der Angeklagte. Als das Spielgeld knapp wurde, stellte der Einzelgänger gleich serienweise fiktive Artikel auf das hoch frequentierte Internet-Verkaufsportal. So bot er unter anderem hochwertige Markenartikel wie Edelklamotten, Handtaschen, Kopfhörer oder Spielekonsolen an – alles zum Schnäppchenpreis.

2018 hat der Angeklagte 23 Ebay-Kunden betrogen

Insgesamt kassierte der geständige Angeklagte 11.400 Euro von seinen ahnungslosen Interessenten ein. Bis heute hat er noch keinen Cent an die Betrogenen zurückgezahlt. Wegen der gleichen Betrugsmasche in 23 Fällen war der Mann im vorigen Juli vom Amtsgericht Neumünster zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ein Gutachter attestierte ihm eine beginnende Spielsucht.

Neben der zweijährigen Bewährungsstrafe muss der 36-Jährige deshalb vier Termine bei einer Suchtberatung wahrnehmen. Dazu muss er die Schadenssumme bei seinen zahlreichen geprellten „Kunden“ in Monatsraten zu 200 Euro zurückzahlen.

„Das Maß ist voll“, erklärte der Vorsitzende Richter Bernd Suhr. „Beim nächsten Mal kommt eine längere Haftstrafe“.