Flugzeugbau

Airbus-Zulieferer Diehl Aviation streicht bis zu 240 Stellen

Bei Diehl Aviation werden unter anderem die Bordtoiletten für Airbus-Flugzeuge gefertigt.

Bei Diehl Aviation werden unter anderem die Bordtoiletten für Airbus-Flugzeuge gefertigt.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Zuerst sollte rund die Hälfte der 1100 Arbeitsplätze abgebaut werden. Jetzt haben sich Unternehmen und Gewerkschaft geeinigt.

Hamburg. Kurz vor Weihnachten 2018 hat der Flugzeugzulieferer Diehl Aviation seine Beschäftigten in Hamburg mit dem Plan geschockt, rund die Hälfte der 1100 Arbeitsplätze in der Hansestadt abzubauen. Nach harten Verhandlungen hat sich das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern jetzt auf eine Lösung geeinigt, die wesentlich geringere Jobstreichungen vorsieht: Bis zum Jahr 2023 sollen maximal rund 240 Stellen stufenweise abgebaut werden, wie die Gewerkschaft IG Metall mitteilt.

Betriebsvereinbarung über flexible Arbeitszeit

Außer einem Sozialplan und Abfindungen umfasse die Einigung eine Reihe von Betriebsvereinbarungen, heißt es von der Gewerkschaft. Dazu zähle unter anderem eine neue flexiblere Regelung zur Arbeitszeit, die auch den Beschäftigten mehr Spielraum bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit ermögliche.

„Das Gesamtpaket ist eine akzeptable Lösung, um die sozialen Nachteile für die vom Arbeitsplatzabbau betroffenen Beschäftigten zu mildern“, sagte Ina Morgenroth, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Region Hamburg: „Wichtig ist, dass sich der Arbeitgeber zum Standort bekennt. Hamburg bleibt als Standort für Produktion, Vertrieb, Service, Logistik und Entwicklung erhalten.“

Zwei Warnstreiks waren vorausgegangen

Diehl wird jedoch wie geplant einen Teil der Serienfertigung von Bordküchen und -Toiletten nach Ungarn verlagern. Es soll eine Transfergesellschaft eingerichtet werden, die "neue Perspektiven durch Qualifizierungsmöglichkeiten für die Beschäftigten" eröffne.

Der Einigung waren zwei Warnstreiks vorangegangen. "Eine Urabstimmung für einen unbefristeten Streik stand kurz bevor", teilt die IG Metall mit. In den Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag stand "nichts Geringeres als die Zukunft des Standortes Hamburg auf dem Spiel", hatte Rainer von Borstel, Chef von Diehl Aviation, zu den Gesprächen gesagt. Zulieferer wie Diehl stünden unter steigendem Druck, „auf einem weltweiten Anbietermarkt gegen Niedriglohnstandorte zu bestehen“, sagte von Borstel: „Die Kunden richten sich in erster Linie nach dem Preis.“