Hamburg

Ärger um Bauwagen neben französischer Schule in Lokstedt

Die Mütter Damienne Cellier (li.) und Maryna Feierabend (mit ihren Töchtern) im morgendlichen Verkehrschaos vor dem Lycée Français in Lokstedt.

Die Mütter Damienne Cellier (li.) und Maryna Feierabend (mit ihren Töchtern) im morgendlichen Verkehrschaos vor dem Lycée Français in Lokstedt.

Foto: Andreas Laible

Eltern des Lycée Français kämpfen um Schulparkplatz, weil sie Verkehrschaos fürchten. Protest auch gegen Umzug.

Hamburg. Es rumort am Lycée Français in Lokstedt: Eltern wehren sich gegen eine geplante Bauwagensiedlung am Schulparkplatz, und sie wollen nicht, dass die Schule teilweise nach Altona verlegt wird.

„Das ist die einzige französische Schule Hamburgs, das bedeutet, dass die Eltern aus der ganzen Stadt kommen – aus Blankenese, aus Sasel. Die müssen ihre Kinder, besonders die Kitakinder, mit dem Auto hierherbringen“, sagt Maryna Feierabend, Mutter einer zweijährigen und einer fünfjährigen Tochter. Kitakinder müssten zudem bis in die Räumlichkeiten begleitet werden und das bereits zwischen 7.50 und 8.05 Uhr. „Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist dieser Schulweg leider nicht einfach und auch mit dem Fahrrad ist dies aufgrund von Distanzen nicht immer machbar.“ Elterntaxis seien also notwendig.

Hamburgs erster legaler Bauwagenplatz

Kommt nun der Bauwagenplatz, wie vom Bezirk Eimsbüttel vorgesehen, würden etliche Parkplätze vor der Schule verloren gehen, so die Sorge der Eltern. Hintergrund: Im September war der Mietvertrag für den ersten legal gegründeten Bauwagenplatz Hamburgs in Lokstedt unterzeichnet worden. Der 1700 Quadratmeter große Parkplatz wird zur Hälfte von der Bauwagengruppe genutzt.

Eltern des Lycée Français kämpfen um Schulparkplatz

Diese Parkplätze seien aber wichtig, um die morgendliche Verkehrssituation nicht noch weiter zu verschlimmern, sagt Elternvertreter François Genon-Catalot. Wer morgens an der Schule steht, kann beobachten, wie zwischen 7.30 und 8 Uhr eine enorme Autokarawane durch den kleinen Heckenrosenweg in Lokstedt rollt, dazwischen ältere Kinder auf ihren Fahrrädern, zum großen Teil ohne Licht.

Verkehrschaos werde schlimmer

Ein ausgeklügeltes Verkehrsleitsystem mit einer Kiss and Drop Zone, in der ältere Kinder kurz aus dem Auto gelassen werden, um die wenigen Meter zur Schule zu gehen und ein Wendehammer mit Fahrt über das Schulgelände wurde vor Jahren etabliert. Ganz verhindern können auch diese Maßnahmen das Verkehrschaos nicht.

„Ist die Verkehrssituation bereits jetzt schwierig und oft genug gefährlich für die Kinder auf Ihrem Weg zur Schule, wird die Reduzierung der Parkfläche den Verkehr nur verschlechtern“, so Elternvertreter François Genon-Catalot. In einem Schreiben an die Grünen im Bezirk macht er auf diese Probleme aufmerksam. Eine entsprechende Petition wurde von mehr als 680 Unterstützern unterschrieben.

„Wir schätzen den Vorstoß, mehr Wohnraum im Stadtteil zu schaffen, aber ich frage mich, ob es vielleicht einen alternativen Standort für die Bauwagengruppe geben könnte, wie beispielsweise hinter dem Parkplatz, so dass die Schulwege nicht zusätzlich erschwert würden“, so Genon-Catalot.

Schule wird geteilt

Nicht das einzige Ärgernis an der französischen Schule. Wie berichtet, zieht das Gymnasium (ohne Kita und Grundschüler) im Schuljahr 2020/2021 Jahr an die Königstraße nach Altona und wird dort in ein Deutsch-Französisches Gymnasium umgewandelt. Die Eltern sind empört über die räumliche Trennung von Kita und Grundschule einerseits und dem Gymnasium andererseits.

„Was an anderen Standorten mühevoll entsteht, wird hier kurzerhand zerschlagen: eine Langzeitschule. Bisher lernen Kinder von der ersten Vorschulklasse bis zum AbiBac gemeinsam. Dieses Miteinander von Jüngeren und Älteren auf einem Schulgelände hat sich seit langem bewährt. Nun sollen die Schüler, häufig Freunde oder Geschwister, neun Kilometer voneinander entfernt unterrichtet werden“, heißt es in einer Stellungnahme der Eltern. Sie fordern den Erhalt des jetzigen Standortes für alle Kinder in Lokstedt.