Familientradition

Vier Brüder bei der Tonndorfer Feuerwehr

Holger Schultz (vorne l.) und Dieter Schultz (vorne r.), dahinter Peter Schultz (l.) und Rüdiger Schultz (r.).

Holger Schultz (vorne l.) und Dieter Schultz (vorne r.), dahinter Peter Schultz (l.) und Rüdiger Schultz (r.).

Foto: Sebastian Becht

Ihr Großvater begründete vor 100 Jahren die Familientradition. Am Sonnabend wird bei der Familie Schultz gefeiert.

Hamburg.  Manchmal kann man der Familientradition einfach nicht entkommen. Bei der Familie Schultz beispielsweise sind alle vier Brüder bei der Freiwilligen Feuerwehr Tonndorf – und das schon in der dritten Generation. „Unser Großvater war vor 100 Jahren der Erste“, sagt Peter Schultz. Der Großvater Louis Meyer, ein Milchhändler, trat am 1. Oktober 1919 ein und brachte es bis zum Wehrführer.

Alte Fotos zeigen Louis Meyer mit seinen Feuerwehrkameraden. In seinem Haus sei damals auch die Feuermeldestelle gewesen, „da mussten die Leute klopfen, wenn es brannte“, sagt Peter Schultz. Nach dem Krieg habe sein Großvater die Wache maßgeblich wieder aufgebaut, sagt sein Enkel.

Der Nächste in der Familienfolge war Adolf Schultz, der 1960 Feuerwehrmitglied wurde. „Zu der damaligen Zeit musste man wohl als guter Schwiegersohn in die Feuerwehr eintreten. Vor allem, weil er damals mit in das Haus meiner Großeltern eingezogen ist“, sagt Peter Schultz über seinen Vater.

Wie bei anderen der Fußballverein

Und auch Adolfs vier Söhne hatten kaum eine Wahl. „Feuerwehr war in unserer Familie das, was bei anderen der Fußballverein war“, erinnert sich Peter Schultz. Der 58 Jahre alte selbstständige Elektromeister trat 1975 der Jugendfeuerwehr bei, sein älterer Bruder Rüdiger (62) war zu der Zeit bereits seit fünf Jahren dabei. Aber auch die jüngeren Brüder Dieter (57) und Holger (42) widmen sich seit ihrer Jugend dem Dienst an der Allgemeinheit. Alle vier Brüder sind Handwerker und wohnen mit ihren Familien in Tonndorf. „Anders geht es ja nicht, sagt Peter Schultz, schließlich müssten sie innerhalb von fünf Minuten bereit sein, um zu einem Einsatz auszurücken.

Die ganze Familie sei auch bei allen Katastrophen, die Hamburg erlebte, bei der Schadensbekämpfung beteiligt gewesen. „Bombenangriffe im Krieg, 1948 der Großbrand bei Karstadt in der Mönckebergstraße, die Sturmfluten 1962 und 1976, 1975 der Heidebrand, 1988 die Explosion eines Mehrfamilienhauses in Horn – man kann gar nicht mehr alles aufzählen“, sagt Peter Schultz.

Wird die Familientradition fortgesetzt?

Am Sonnabend feiern die Brüder mit ihren Feuerwehrkameraden auf der Wache die 100 Jahre alte Familientradition. Die Nachfolge ist zumindest theoretisch denkbar. Holger Schultz hat zwei Söhne (fünf und acht). Möglicherweise treten sie eines Tages in die Fußstapfen ihres Vaters und ihrer drei Onkel und setzen die Familientradition fort.

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