Weltkliimagipfel

Hamburger Schülerin reicht Beschwerde bei UN ein

Raina Ivanova aus Hamburg (Mitte) ist eine von 16 Kindern und Jugendlichen, die eine Beschwerde beim "Committee on the Rights of the Child (CRC)" eingereicht haben.

Raina Ivanova aus Hamburg (Mitte) ist eine von 16 Kindern und Jugendlichen, die eine Beschwerde beim "Committee on the Rights of the Child (CRC)" eingereicht haben.

Foto: Mark Lennihan/AP/dpa

15-Jährige ist eine von 16 Jugendlichen, die UN-Mitgliedsstaten vorwerfen, gegen Kinderrechte zu verstoßen. Greta Thunberg ist dabei.

New York/Hamburg. Die Klima-Aktivistin Greta Thunberg und 15 weitere Kinder und Jugendliche aus zwölf Ländern, darunter die 15-jährige Raina Ivanova aus Hamburg, haben eine Beschwerde beim Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen eingereicht. Darin werfen sie den UN-Mitgliedsstaaten vor, nicht genug gegen den Klimawandel zu unternehmen und damit gegen die vor 30 Jahren verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention zu verstoßen, wie das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Montag mitteilte. Die 1989 verabschiedete Kinderrechtskonvention legt Standards zum Schutz von Kindern weltweit fest – zu den Themen Überleben, Entwicklung, Nichtdiskriminierung, Interessenwahrnehmung und Beteiligung.

"Der Klimawandel macht mich wirklich traurig und es macht mir Angst, wenn ich mit meiner kleinen Schwester darüber rede", sagte Raina Ivanova am Montag im Unicef-Haus in New York während eines Interviews. In Deutschland sei in diesem Sommer die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen worden. In der Schule hätten sich die Kinder wegen der Hitze kaum konzentrieren können. Und dann habe Hamburg immer wieder mit Starkregen und Überflutungen zu kämpfen. 2017, während des Sturmtiefs "Herwart", mussten Raina und ihre Freunde durchs kniehohe Wasser waten. "Die Erwachsenen mussten sich nicht mit all diesen Problemen und Fragen auseinandersetzen, mit denen wir jetzt konfrontiert sind. Sie mussten sich in ihrer Kindheit keine Gedanken um die Folgen des Klimawandels machen." Die Konsequenzen des Klimawandels beeinträchtigten ihren Alltag, ihre Gedanken und ihre Träume, so Raina.

„Die Staats- und Regierungschefs der Welt versagen dabei, die Rechte der Kinder zu beschützen, indem sie weiter nichts gegen die Klimakrise unternehmen“, sagte die 16 Jahre alte Thunberg bei einer Pressekonferenz in New York. „Wir wollen sagen, dass es uns reicht.“ Der UN-Klimagipfel sei eine „riesige Chance“ für die Staats- und Regierungschefs der Welt zu beweisen, dass sie es ernst meinten, sagte Thunberg. Sie hoffe auf ein gutes Ergebnis. „Aber wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten und weitermachen, auch wenn es ein schlechtes Ergebnis gibt.“

"Meilenstein der internationalen Kinderrechtsarbeit"

Die rechtliche Grundlage für die Beschwerde ist das dritte Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention zum so genannten Individualbeschwerdeverfahren, das auch Deutschland ratifiziert hat. Es ist der bisher prominenteste Fall, in dem Kinder diese Beschwerdemöglichkeit an höchster Stelle nutzen. Indem sie sich auf die UN-Konvention über die Rechte des Kindes berufen, nehmen die Kinder die Regierungen beim Wort: "Dies ist ein Meilenstein der internationalen Kinderrechtsarbeit", heißt es in der Unicef-Mitteilung.

Unterstützt wird die Gruppe von der Umweltorganisation Earthjustice. Die Kinder und Jugendlichen zwischen 8 und 17 Jahren aus Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Indien, den Marshallinseln Nigeria, Palau, Südafrika, Schweden, Tunesien und den USA werden auch von einer internationalen Anwaltskanzlei unterstützt. Auch Unicef unterstützt das Anliegen der Kinder, ist aber nicht offizieller Partner der Beschwerde.

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