Ratgeber für das Alter

„Umsorgt Wohnen“ in der zwölften Auflage erschienen

Verbraucher können sich rechtzeitig über Kosten und Finanzierung der Pflege informieren. 149 Unternehmen werden vorgestellt.

Hamburg. Der Impuls kam durch Tante Gretel. Sie bat ihre Verwandten 1996, Informationen über Pflegeheime in Hamburg zusammenzutragen. Tante Gretel wollte wissen, was ein Altenheim kostet, wo sie im Pflegefall einziehen kann und wie die Pflegeversicherung funktioniert. Daraus entstand eine Erfolgsgeschichte. Das Buch „Umsorgt wohnen“ erscheint nun in der zwölften Auflage.

149 Unternehmen werden mit Preisen und Leistungen ausführlich vorgestellt, sodass die unterschiedlichen Angebote miteinander verglichen werden können. Außerdem können sich die Verbraucher rechtzeitig über die Kosten und die Finanzierung der Pflege informieren. Dazu wird die Pflegeversicherung anschaulich erklärt: Wie erhalte ich einen Pflegegrad? Die Versicherten lernen selbst einzuschätzen, ob ihr Antrag auf Leistungen aus der Pflegekasse Aussicht auf Erfolg hat.

Auch Trauer ist ein Thema

Falls das Geld zur Finanzierung nicht ausreichen sollte, stellen sich Fragen zum Thema Elternunterhalt: Wann und in welcher Höhe müssen Kinder für Eltern zahlen? Das Sachbuch gibt mit verständlichen Zahlenbeispielen die Antworten. Die Autoren Jochen Mertens und Thomas Wendt setzen sich seit vielen Jahren mit dem Thema Pflege aus­einander.

Doch es geht in dem Buch nicht nur um die Fakten, die man kennen sollte, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig werden könnte. Die Autoren beschäftigen sich ausführlich mit den psychologischen Folgen für die Familie. „Verschweigen nützt nicht“, heißt ein Kapitel. Die Autoren appellieren, offen über die Situation zu reden: „Jedes Gespräch bietet immer Chancen – für alle Beteiligten. Die meisten alten Menschen sind dankbar dafür, dass ihre Beschwerlichkeiten und Sorgen endlich einmal angesprochen werden. Sie selbst haben bisher nur Andeutungen gemacht, auf die die Familie nicht weiter eingegangen ist.“ Auch das Thema Trauer wird in „Umsorgt wohnen“ thematisiert. Empfohlen wird etwa das Führen eines Trauertagebuchs.

Mertens ist persönlich betroffen

Jochen Mertens hat das Buch unter dem Eindruck einer persönlichen Betroffenheit geschrieben. Seine Mutter erkrankte an Demenz, zog schließlich in ein Pflegeheim, als eine Betreuung in den eigenen vier Wänden nicht mehr möglich war. Dort starb sie drei Jahre nach dem Ausbruch der Krankheit. Mertens stand ihr sehr intensiv bei.

„Umsorgt wohnen – In und um Hamburg“, 19,90 Euro, erhalten Sie in der Hamburger-Abendblatt-Geschäftsstelle (Großer Burstah 18–32); montags bis freitags 9–19 Uhr, sonnabends 10–14 Uhr, online auf www.abendblatt.de/shop oder telefonisch (040 333 66 999) sowie im Buchhandel.