Hamburg

Was AfD-Mitgründer Bernd Lucke an der Uni Hamburg lehrt

Bernd Lucke hatte die AfD 2015 aus Protest verlassen und die Partei der Liberal-Konservativen Reformer (LKR) gegründet.

Bernd Lucke hatte die AfD 2015 aus Protest verlassen und die Partei der Liberal-Konservativen Reformer (LKR) gegründet.

Foto: picture alliance / Frank Molter/dpa

Der Professor für Volkswirtschaftslehre wird im kommenden Wintersemester drei Veranstaltungen übernehmen.

Hamburg . Nach seiner gescheiterten Wiederwahl in das Europaparlament wird AfD-Mitgründer Bernd Lucke (57) im kommenden Wintersemester für drei Veranstaltungen an der Universität Hamburg zuständig sein. Dabei handelt es sich um die Vorlesung „Makroökonomik II“, das Seminar „Bahnbrechende Beiträge zur Volkswirtschaftslehre“ und eine interaktive Lehrveranstaltung mit dem Titel „The Fiscal Theory of the Price Level“, wie aus dem Vorlesungsverzeichnis hervorgeht.

Dass er auf seine Stelle als Professor für Volkswirtschaftslehre zurückehren werde, „sollte der Erfolg ausbleiben“, hatte Lucke gegenüber dem Abendblatt angekündigt. Er war von April 2014 an im Sonderurlaub gewesen. Vorlesungen hatte Lucke zuletzt im Wintersemester 2013/14 gehalten, etwa zum Thema „Wirtschaftswachstum und Staatsverschuldung“.

Lucke hatte die AfD 2015 aus Protest verlassen

Der Uni-AStA sieht die Personalie kritisch. Lucke habe „den Weg der AfD zur menschenverachtenden und rassistischen Partei geebnet“, unter der die fortschrittlichen Kräfte zu leiden hätten, sagte der AStA-Vorsitzende Karim Kuropka. „So ein Mensch gehört an keine Universität.“ Lucke wollte sich zu seiner Rückkehr auf Nachfrage nicht öffentlich äußern.

Lucke hatte sich zuletzt im Gespräch mit dem Abendblatt von der AfD distanziert. „Wenn ich gewusst hätte, was aus der AfD wird, würde ich sie nicht noch einmal gründen“, sagte er. „Heute steht die AfD unter Einflüssen, die sie unwählbar machen.“ Lucke hatte die AfD 2015 aus Protest verlassen und die Partei der Liberal-Konservativen Reformer (LKR) gegründet.