Schmidts Tivoli

65.000 Euro für Beckmanns Verein Nestwerk

Gastgeber: Corny Littmann (l.) und
Reinhold Beckmann.

Gastgeber: Corny Littmann (l.) und Reinhold Beckmann.

Foto: picture alliance/dpa

Die Benefiz-Show von Mary Roos und Wolfgang Trepper im Tivoli bot viele Überraschungen. Einzigartiger Erlös für Nestwerk.

Hamburg.  Ein roter Teppich an einem September-Abend vor dem Schmidts Tivoli – mehr als ein Jahrzehnt lang war das sichtbare Zeichen für „Die Nacht der Legenden“ am Ende vom „Tag der Legenden“. Weil es den Benefiz-Kick im Millerntor-Stadion seit 2018 nicht mehr gibt – Aufwand und Ertrag standen in keinem Verhältnis mehr –, ließ sich Organisator und Vereinsgründer Reinhold Beckmann mit Schmidt-Chef Corny Littmann etwas Neues einfallen, um für Nestwerk (hilft Jugendlichen in finanziell schwächer gestellten Stadtteilen mit Sport- und Kulturangeboten) Geld zu sammeln: eine Benefiz-Show von Mary Roos und Wolfgang Trepper mit „Nutten, Koks und frischen Erdbeeren“. Die hatte es in sich – auch dank der Gäste.

Der von Littmann inszenierte launige Abend über die Geschichte des deutschen Schlagers, mit der Lady Roos und Hausgrantler Trepper nach der Uraufführung 2015 im Schmidt bundesweit für ausverkaufte Säle gesorgt hatten, war bei ihrer allerletzten Vorstellung gespickt von Spitzen und Anekdoten. Nicht nur, dass Schlagerhasser Trepper noch mal über Roos als „Die Helene Fischer der Bronzezeit“ und Schlagertexte herzog. Bei der Zeitreise von den 60ern bis zur Gegenwart tauchten Sängerin Katja Eb- stein­ und Sport-Moderator Jörg Wontorra auf. Als Mary Roos mit Band doch mal zum Singen kam, trat bei „Hamburg im Regen“ Soulbruder Stefan Gwildis zum Duett hinzu – mit tropfendem Schirm.

Einzigartiger Erlös für Nestwerk

Im zweiten Teil erklang im Tivoli sogar „Hamburg, meine Perle“, live gesungen von Lotto King Karl. Die HSV-Fans Marek Erhardt und Olli Dittrich fehlten indes – lag’s am Länderspiel Nordirland – Deutschland? Das Aufgebot an Gästen wie Ex-HSV-Stadionsprecher Carlo von Tiedemann, „Tagesschau“-Sprecher Thorsten Schröder (beide NDR), Moderator Lou Richter und Mary Roos’ Schwester Tina York war auch so groß genug. Mit ihr gab’s kein Duett, wohl aber mit Liedermacherin Pe Werner und mit Reinhold Beckmann zu „Ein Hund, eine Katze und eine Maus“.

Im Finale wechselte Trepper nach dreieinhalb Stunden aus dem Schlager-Wüterich-Fach ins Sentiment: Er dankte seiner Bühnenpartnerin für die Zusammenarbeit und pries ihre Ausdauer. Neben „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ habe Mary Roos neue Alben eingespielt, eine eigene Club-Tour absolviert, dazu TV- und Radio-Termine: „Wahnsinn, was sie alles leistet.“ Dazu passte der letzte Song: „Einzigartig“, geschrieben von Johannes Oerding. Unter dem Jubel der 600 Besucher kam der Songwriter auf die Bühne und sang das Lied mit Mary Roos. Nahezu einzigartig auch der Erlös für Nestwerk: 65.000 Euro kamen aus dem Verkauf von Eintrittskarten, Tombola-Losen und Spenden am Montagabend zusammen.