Technikpanne

Telefone lahmgelegt: Polizei und Gefängnisse betroffen

Eine Leitstelle der Feuerwehr (Symbol)

Eine Leitstelle der Feuerwehr (Symbol)

Foto: Wolfgang Klietz

Störung führte zu einem stundenlangen Ausfall von 18.000 Apparaten in Hamburg. Darunter Feuerwehr und Polizei.

Hamburg. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche war die Kommunikation der Hamburger Verwaltung zu großen Teilen lahmgelegt: Am Dienstagnachmittag ist es durch eine Technikpanne beim IT-Dienstleister Dataport zu einem stundenlangen Ausfall tausender Telefonapparate gekommen. "Es hat eine Störung gegeben, die inzwischen aber behoben wurde", sagte eine Sprecherin von Dataport auf Anfrage. Es seien insgesamt rund 18.000 Apparate betroffen gewesen. Der Ausfall dauert demnach von etwa 14 bis 16 Uhr.

Der Fehler habe sich in einem sogenannten Cluster ereignet, an denen in den einzelnen Ämtern jeweils diverse Apparate geknüpft sind. "Entsprechend war etwa die Hälfte der Bezirksämter, die Hälfte der Polizei und die Hälfte der Feuerwehr betroffen". Nach Abendblatt-Informationen fielen auch in mehreren Fachbehörden und in Gefängnissen zahlreiche Telefonapparate aus. Die E-Mail-Kommunikation und die Notrufnummern von Polizei und Feuerwehr waren von der aktuellen Panne nicht betroffen.

Dataport: "Stadt hat sich für diese Aufstellung entschieden"

Die Sprecherin des IT-Dienstleisters sagte, die genaue Ursache des neuerlichen Fehlers sei noch nicht ermittelt worden. "Grundsätzlich handelt es sich um komplexe technische Systeme, die bei etwa bei einem Defekt der Hardware massiv betroffen sein können". Die IT-Struktur gewährleiste aber, dass durch eine einzelne Störung nie die gesamte Telefonkommunikation zusammenbrechen könne.

Eine Absicherung der einzelnen Cluster ist bislang nicht vorgesehen. "Ein solcher doppelter Boden wäre mit erheblichen Kosten verbunden. Die Stadt hat sich für die bestehende Aufstellung entschieden". Routinemäßig würden die technischen Störungen genau nachvollzogen. "Natürlich beeinhaltet das auch die Prüfung, wie sich Störungen ähnlicher Art vermeiden lassen", so die Dataport-Sprecherin.

Erst am Freitag war das gesamte E-Mail-System ausgefallen

Erst am Freitagnachmittag war wegen einer Störung bei Dataport das gesamte E-Mail-System von Behörden, Bezirksämtern Landesbetrieben und Senat sowie Teile der Telefonkommunikation ausgefallen. Auch die Verwaltungshotline 115 war betroffen.

Dataport konnte zunächst keine Angaben machen, um welches Problem es sich handelt und wann die Systeme wieder funktionieren sollten. Am späten Abend gab Pressesprecher Heiko Scharffenberg dann Entwarnung: "Der Fehler konnte gegen 21.30 Uhr identifiziert und behoben werden."

Grund sei ein Konfigurationsfehler gewesen, der im Rechenzentrum von Dataport zu einem großflächigen Ausfall der Hardware-Infrastruktur führte, so Scharffenberg. Die betroffenen Systeme wurden Freitagabend wieder in Betrieb genommen. "Die für die Öffnung der Hamburger Kundenzentren erforderlichen Verfahren stehen inzwischen wieder zur Verfügung. Die Nacharbeiten werden noch das Wochenende in Anspruch nehmen." So konnte auch das Bezirksamt Mitte im Rahmen einer Serviceoffensive am Sonnabend wie geplant von 9 bis 15 Uhr öffnen.

Tschentschers Handy ebenfalls betroffen

„Die ersten Beschwerden der Kollegen trafen ab 15 Uhr ein“, sagte ein Sprecher der Finanzbehörde. Demnach war es weder möglich, E-Mails zu senden noch zu empfangen. Senatssprecher Marcel Schweitzer bestätigte auf Anfrage, dass auch mobile Endgeräte betroffen seien – und somit auch der Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) auf dem Weg zu einem Termin in Bremen von der E-Mail-Kommunikation abgeschnitten war.

Wie es hieß, sollen auch Bremen und Niedersachsen von dem Komplettausfall betroffen gewesen sein. „Nach jetzigem Stand scheint es sich um ein umfassendes Problem zu handeln“, so der Sprecher der Finanzbehörde am Freitagnachmittag. Auch der Internetzugang funktionierte an vielen Arbeitsplätzen nicht mehr.