Asklepios

Wählen Sie die Lebensretter des Jahres!

Die Bademeisterin Tanja Ehler im Festland Erlebnisbad in Hamburg an ihrem Arbeitsplatz – dem Beckenrand. Sie hatte einen 20 Jahre alten Mann vor dem Ertrinken gerettet.

Die Bademeisterin Tanja Ehler im Festland Erlebnisbad in Hamburg an ihrem Arbeitsplatz – dem Beckenrand. Sie hatte einen 20 Jahre alten Mann vor dem Ertrinken gerettet.

Foto: Roland Magunia

Fünf Kandidaten sind nominiert. Als Leser können Sie per Telefon mitentscheiden, wer zu den drei Gewinnern gehört.

Hamburg. Dieser Moment bedeutet eine Ausnahmesituation, in die niemand gern kommt: Wenn ein Mensch neben einem plötzlich einen Herzinfarkt hat, im Schwimmbad im Wasser versinkt oder mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand zusammenbricht, ist schnelle Hilfe gefragt. Wer beherzt eingreift und eine Herzdruckmassage anwendet, kann zum Lebensretter werden. Doch nicht jeder traut sich das zu.

Noch immer zählt ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Pro Jahr werden mehr als 70.000 Menschen vom Rettungsdienst wiederbelebt, oft jedoch ohne nachhaltigen Erfolg. Denn wenn der Rettungsdienst am Ort des Geschehens eintrifft, sind im Durchschnitt schon acht Minuten vergangen. Das Gehirn beginnt aber schon nach drei Minuten ohne Sauerstoff zu sterben. Die Chance, jemanden danach ins Leben zurückzuholen, liegt noch bei 75 Prozent, nach zehn Minuten nur noch bei zehn Prozent. Umso wichtiger ist es, wenn Umstehende das Herz so schnell wie möglich durch eine Herzdruckmassage oder mithilfe eines Defibrillators wieder zum Schlagen bringen.

Um das beherzte Eingreifen von Ersthelfern zu würdigen und mehr Menschen zu ermutigen, im Notfall schnelle Hilfe zu leisten, hat der Asklepios-Konzern in Kooperation mit dem Hamburger Abendblatt den Asklepios Lebensretterpreis ausgeschrieben, der in diesem Jahr bereits zum fünften Mal vergeben wird. Unterstützt wird die Initiative von der Feuerwehr Hamburg.

Für die Verleihung des Preises waren die Abendblatt-Leser gefragt: Sie wurden aufgerufen, jemanden aus dem Großraum Hamburg als den „Asklepios-Lebensretter 2019“ vorzuschlagen, der durch Herzdruckmassage oder mithilfe eines Defibrillators in den vergangenen zwölf Monaten einen Menschen ins Leben zurückgeholt hat. Aus den eingegangenen Vorschlägen wurden fünf Personen nominiert, die heute im Hamburger Abendblatt vorgestellt werden. Eine Jury und die Abendblatt-Leser entscheiden zusammen, wer von den fünf zu den drei Asklepios-Lebensrettern 2019 gehören wird.

Und so funktioniert die Abstimmung: Vom 7. bis 8. September können Sie die Telefonnummer wählen, die jeweils unter dem Foto Ihres Wunschkandidaten angegeben ist. Der Preis wird im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ feierlich am Donnerstag, 19. September, im ehemaligen Hauptzollamt am Alten Wandrahm in der Speicherstadt verliehen.

Dazu sind etwa 150 Personen aus der Gesundheitsbranche sowie von Vereinen und Rettungsdiensten geladen. Durch den Abend in der Speicherstadt führt Moderatorin Susanne Holst. Alle fünf Nominierten erhalten als Anerkennung für ihre Leistung eine Medaille. Den drei Gewinnern wird außerdem ein persön­licher Wunsch bis zu einem Wert von 1000 Euro erfüllt.

Junge Bademeisterin rettet Mann aus mehr als drei Metern Tiefe

Zuerst war es nur ein Alltagsmoment. Eine Person tief unter Wasser im Festland-Schwimmbad an der Holstenstraße. „Ich dachte, sie würde tauchen“, sagt die junge Bademeisterin Tanja Ehler. Dann rief ihr ein Mädchen plötzlich zu: „Der Mann bewegt sich nicht mehr!“ Es war der Moment, in dem sie zur Lebensretterin wurde.

Sofort warf Tanja Ehler alles beiseite, sprang in das 3,50 Meter tiefe Sportbecken. Zog den 20-jährigen Mann hinauf, drückte ihn auf den Beckenrand. Dann kletterte sie selbst heraus, begann mit der Wiederbelebung. Herzdruckmassage, Mund-zu-Mund-Beatmung, insgesamt viermal. Die Eltern des jungen Mannes standen nicht weit daneben, schrien und weinten verzweifelt. „Es war eine wirklich große Erleichterung, als ich merkte, dass es funktioniert“, sagt Ehler, die erst seit anderthalb Jahren als Fachangestellte für Badebetriebe in Hamburg arbeitet. Neben der Wiederbelebung wies sie andere Badegäste laut darauf hin, für die anrückenden Retter nicht im Weg zu stehen.

Plötzlich atmete der 20-Jährige wieder, sie drückte weiter, er spuckte das Wasser in seinen Lungen nach und nach wieder aus. Danach legte sie seinen Kopf auf ihre Oberschenkel, beruhigte ihn, bis der Notarzt eintraf. Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes sagt, Ehler habe „absolut herausragende Arbeit“ geleistet. Auch die Eltern des beinahe ertrunkenen jungen Mannes bedankten sich vor der Abfahrt in ein Krankenhaus bei Tanja Ehler.

Nach der Rettungstat brach Tanja Ehler selbst zusammen, weinte. „Es ist eine unglaubliche Belastung gewesen, aber ich bin froh, dass ich helfen konnte.“ Sie wurde von ihrem Vorgesetzten nach Hause geschickt, tauschte sich mit einer Kollegin aus, die bereits zuvor eine ähnliche Situation meistern musste.

Sollte sie zu den Gewinnern des diesjährigen Lebensretterpreises gehören, würde sich Tanja Ehler gern den Wunsch nach einem hochwertigen Fahrrad erfüllen. crh

Die Telefonnummer für die Abstimmung: 01378/78 19 31 (0,50 €/Anruf aus dem dt. Festnetz, höherer Mobilfunktarif)


Plötzlicher Herztod beim Zahnarzt – aber das Praxisteam hilft

Ein Besuch beim Zahnarzt ist bekanntlich nur in den seltensten Fällen angenehm – für Axel Richters aus Tangstedt entwickelte sich auf dem Zahnarztstuhl ein besonderes Drama, aber die Ärztin und ihre Mitarbeiterinnen erwiesen sich als die Schutzengel des Mannes.

Am 10. April war Richters zu einer Behandlung in die Praxis von Kirsten Borgert-Bühren an der Großen Twiete in Tangstedt gekommen, um sich einen Zahn entfernen zu lassen. „Ich erlitt im Behandlungsstuhl einen Kreislauf- und Atemstillstand, auch als plötzlicher Herztod bezeichnet“, schrieb Ritters dem Abendblatt. Die Ärztin und ihre Helferinnen Rilana Trunschke und Kim Rost hätten jedoch nahezu perfekt reagiert: „Das Praxisteam begann sofort mit Herzmassage und Beatmung. Mithilfe des in der Praxis vorhandenen Defibrillators konnte ich reanimiert werden, noch bevor der Hubschrauber mit dem Notarzt eintraf“, so Richters. „Besser geht es wohl kaum!“

Sollte der Einsatz der Zahnärztin und ihre beiden Mitarbeiterinnen ausgezeichnet werden, wünscht sich Axel Richters für sie einen gemeinsamen Musical-Besuch. crh

Die Telefonnummer für die Abstimmung: 01378/78 19 35 (0,50 €/Anruf aus dem dt. Festnetz, höherer Mobilfunktarif


Erster Einsatz als Arzt: Omar rettet seinem Vater das Leben

Omar Salloum hat gerade sein Medizinstudium beendet und will dies Mitte Juli mit seiner Familie feiern. Die Eltern reisen aus Duisburg in Hamburg an, die Schwester kommt aus Dresden. Nach einem rauschenden Abschlussball bummelt die Familie am nächsten Tag zur Elbphilharmonie und den Landungsbrücken, isst Fischbrötchen. Doch was der Abschluss eines wunderbaren Hamburg-Wochenendes werden soll, findet ein dramatisches Ende.

Omar Salloum wartet gerade mit Vater Samir auf die Frauen, als der 71-Jährige ganz langsam nach vorn überkippt. „Als ob er etwas aufheben wollte“, erinnert sich Omar. Er fängt den Vater auf. Der ist nicht mehr ansprechbar und hat keinen Puls. Sofort beginnt der 24-Jährige mit der Herzdruckmassage und einer Mund-zu-Mund-Beatmung. Zwischendurch bittet er Passanten, zu helfen und einen Krankenwagen zu rufen. Minute um Minute presst Salloum auf den Brustkorb, merkt, wie dem Vater eine Rippe bricht. „Ich habe kaum etwas um mich herum wahrgenommen“, erzählt er. Endlich kommt der Rettungsdienst und übernimmt. Erst da wird Omar so richtig bewusst: „Es ist mein Vater, den ich da reanimiert habe.“

Sanitäter und Notarzt bringen den 71-Jährigen in den Rettungswagen, dort setzen sie die Wiederbelebung fort. 20 Minuten lang. Von außen ist das nur daran zu erkennen, dass der Wagen auf und ab wippt. „Das waren schreckliche Momente“, so Omar. Im AK St. Georg wird Samir Salloum sofort notoperiert, bekommt drei Bypässe. Er hat keine bleibenden Schäden zurückbehalten – dank des Einsatzes seines Sohnes. Derzeit ist er in der Reha; Omar hilft in der Hausarztpraxis seines Vaters aus. inga

Die Telefonnummer für die Abstimmung: 01378/78 19 33 (0,50 €/Anruf aus dem dt. Festnetz, höherer Mobilfunktarif)


Herzdruckmassage per Telefon – Ehefrau rettet ihren Mann

Wie gewohnt bricht ihr Mann Ralf am Nachmittag des 21. Juli, ein Sonntag, zu einer Tour mit seinem Rennrad auf. Nur eine halbe Stunde später kehrt er zurück. Der 57-Jährige klagt über Schmerzen im linken Arm und Luftnot. Minou Hansen, eigentlich Anwältin, kennt die Symptome, sie vermutet gleich einen Herzinfarkt. „Ich will nur kurz die Füße hochlegen“, sagt ihr Ehemann. Dann legt er sich auf den Teppich, fängt an zu krampfen.

Minou Hansen zögert keine Sekunde, wählt 112, den Notruf der Feuerwehr. Am anderen Ende der Leitung meldet sich ein Disponent der Rettungsleitstelle. Er sagt der 53-Jährigen genau, was zu tun ist: eine Hand mittig auf den Brustkorb, die andere verschränkt darüber, viermal drücken. Kurze Pause. Wiederholen. Minou Hansen funktioniert in diesem Moment nur. Nach etwa sechs Minuten treffen die Rettungskräfte ein.

Es hätte nicht viel gefehlt, und das Drama wäre in einer Tragödie geendet. Ralf Hansens Leben hängt am seidenen Faden. Aber ohne die Herzdruckmassage seiner Frau hätten die Rettungssanitäter nichts mehr gehabt, worum sie hätten kämpfen können. Dreimal müssen sie den zweifachen Familienvater im Rissener Haus der Familie wiederbeleben, ein weiteres Mal auf der Anfahrt zur Asklepios-Klinik und dann noch einmal während der Operation.

Heute, rund sechs Wochen, nach ihrem Einsatz als Lebensretterin ist Minou Hansen dankbar – für die fachkundige Anleitung per Telefon und die rasche Hilfe. Ihr Mann Ralf – die Ärzte haben ihm einen Stent eingesetzt – ist inzwischen aus der Reha zurückgekehrt und arbeitet schon wieder als Personalberater. Spätfolgen der Krankheit sind nicht zu befürchten. dah

Die Telefonnummer für die Abstimmung: 01378/78 19 34 (0,50 €/Anruf aus dem dt. Festnetz, höherer Mobilfunktarif)


Ehemann rettet seine Frau und alarmiert die Feuerwehr

In seinem Berufsleben war Martin Pflaum als Systemprogrammierer tätig – und somit im Alltag höchstens mit technischen Notfällen beschäftigt. Auch eine medizinische Fortbildung hat er nie genossen. Aber ein grundsätzlicher Wesenszug sei dem 74 Jahre alten Rentner zugutegekommen, als es im vorigen Jahr privat plötzlich um Leben und Tod ging: „Ich habe immer einfach Dinge gemacht, anstatt nur abzuwarten“, sagt er.

In der Vorweihnachtszeit des vergangenen Jahres will seine Frau Ingrid Pflaum in Oststeinbek eines Tages von einem Tisch aufstehen – und bricht plötzlich zusammen. Sofort beginnt ihr Ehemann an jenem 11. Dezember 2018 bei der 75-Jährigen mit einer Herzdruckmassage. Nebenbei wählt er den Notruf. „Wir hatten Glück, dass ein Rettungswagen zufällig auf einer günstigen Route unterwegs war“, sagt Pflaum.

Fünf lange Minuten legt Pflaum selbst jedoch den Grundstein dafür, dass seine Frau wiederbelebt werden kann. Er wird dabei von einem Mitarbeiter in der Leitstelle des Rettungsdienstes angeleitet. Als das Abendblatt das Ehepaar in dieser Woche anruft, sind Ingrid und Martin Pflaum gerade im italienischen Verona. „Wir sind sehr froh, beide noch am Leben zu sein“, sagt Martin Pflaum. „Es ist ganz klar, dass wie ernst die Situation war. Und niemand kann genau sagen, warum es funktioniert hat und meine Frau weiterleben kann. Wir wissen nur, dass es außergewöhnlich und wunderbar ist“, sagt er.

Dem Lebensretter ist wichtig, dass möglichst viele Menschen beherzt in Notsituationen agieren. „Jeder kann einem anderen Menschen helfen.“ Wenn er den Lebensretterpreis gewinnt, möchte sich Martin Pflaum keinen Wunsch erfüllen, sondern das Geld an die Kinderkrebshilfe spenden: „Ich habe alles, was ich brauche“, sagt er. crh

Die Telefonnummer für die Abstimmung: 01378 / 78 19 32 (0,50 €/Anruf aus dem dt. Festnetz, höherer Mobilfunktarif