Landwirtschaft

Erste legale Hanfernte in Hamburg hat begonnen

Siegfried "Siggi" Weckler und Jan Heißmann im Hanffeld.

Siegfried "Siggi" Weckler und Jan Heißmann im Hanffeld.

Foto: André Zand-Vakili

Als Rauschmittel sind die Pflanzen nicht zu gebrauchen. Für den Landwirt könnte Hanf eine rentable Einnahmequelle werden.

Rönneburg. Das war schweißtreibend. In praller Sonne ist erstmals in Hamburg legal Hanf geerntet worden. Viele Helfer waren dabei, als jetzt Hanf-Bauer Jan Heißmann die Ernte einholte. „Tatsächlich haben wir nur einen kleinen Teil der Hanfpflanzen abgeerntet“, sagt sein Partner Siegfried Weckler. Auf dem 2,5 Hektar großen Feld, das direkt an die Landesgrenze nach Niedersachsen grenzt, wurden ausgesuchte Pflanzen geerntet und anschließend zum Trocknen in einen Schuppen gebracht. Dort hängen sie und warten auf Weiterverarbeitung.

Als Rauschmittel sind sie nicht zu gebrauchen. Die besondere, von der EU zertifizierte Sorte Nutz-Hanf, die nur echte Landwirte mit großer Anbaufläche anpflanzen dürfen, enthält kein THC. Das ist der Wirkstoff, den „Kiffer“ brauchen um „high“ zu werden. Damit keine berauschenden Pflanzen auf den legalen Anbauflächen angebaut werden, ziehen Kontrolleure regelmäßig Proben. Zudem dürfte in der kommenden Hanf-Saison nur die legale Sorte Nutz-Hanf ausgesät werden. Der enthält den Wirkstoff CBD, was für Cannabidiol steht. Der Stoff gilt als entzündungshemmend, entkrampfend oder angstlösend.

Feld ist ein Testobjekt

Für Heißmann und Weckler ist das Feld ein Testobjekt. Für den Landwirt könnte Hanf eine rentable Einnahmequelle werden. Hanf lässt sich zu vielen Produkten weiterverarbeiten. Legal sind beispielsweise Hanfprodukte, die zur medizinischen Anwendung kommen, in der Regel als Salben oder Öle. Aber auch als Dämmstoff oder für Textilien ist Hanf zu gebrauchen.

„Wir haben Hanf in einer Größenordnung von etwa 150 Quadratmetern geerntet. Mehr Kapazität zum Trocknen haben wir nicht“, so Heißmann. Er kann sich aber durchaus vorstellen, in Zukunft deutlich mehr Ackerfläche für den Anbau von Nutz-Hanf zu nutzen und die Trocknungs-Kapazitäten entsprechend auszubauen. Der Großteil des Feldes wird zurzeit einfach gemäht und anschließend zu Pellets verarbeitet, die dann als Tierfutter dienen.