Engagement

Große Bühne für das Ehrenamt in Norddeutschland

HSV-Präsident Marcell Jansen (v. l.) übergibt den Preis für das Projekt Ferienfußball an Beatrice Bröcker und Annika
Hüller. Moderator Yared Dibaba (rechts) gratuliert den Preisträgerinnen.

HSV-Präsident Marcell Jansen (v. l.) übergibt den Preis für das Projekt Ferienfußball an Beatrice Bröcker und Annika Hüller. Moderator Yared Dibaba (rechts) gratuliert den Preisträgerinnen.

Foto: Michael Rauhe

Sparda-Bank Hamburg Award 2019 vergeben: 46 Projekte in Hamburg und Norddeutschland wurden ausgezeichnet.

Hamburg.  Moderator Yared Dibaba begann die festliche Gala im Ernst Deutsch Theater mit einem plattdeutschen Zungenbrecher. „De dicke Deern drägt de dünne Deern dörn dicken Dreck (Die dicke Deern trägt die dünne Deern durch den dicken Dreck).“ Während der Moderator diesen Satz immer schneller sprach, bereitete sich in der ersten Reihe Stephan Liesegang, Vorstandsmitglied der Sparda-Bank Hamburg eG., auf seinen Auftritt vor.

Schließlich passt der niederdeutsche Zungenbrecher so ganz zum Profil des Sparda-Bank Hamburg Awards, der im Ernst Deutsch Theater zum fünften Mal an Vereine und Organisationen verliehen wurde. Mit einer Gesamtsumme von 115.000 Euro würdigte die Bank das ehrenamtliche Engagement von insgesamt 46 Projekten. Partner der Veranstaltung ist das Hamburger Abendblatt.

„Ich bin heute die dicke Deern“, sagte Stephan Liesegang schmunzelnd mit dem Hinweis auf das solidarische Handeln für die Gesellschaft. Die Genossenschaftsbank wolle ehrenamtlichen Helfern in der Region einmal im Jahr eine große Bühne für ihre Projekte bieten und sie finanziell unterstützen.

„Ehrenamtler halten Gesellschaft zusammen“

Bevor die Jury- und Publikumspreise in den Kategorien Umweltschutz, Sport und Soziales sowie ein Sonderpreis übergeben wurden, würdige Schirmherr Andy Grote (SPD), Senator für Inneres und Sport, das breite ehrenamtliche Engagement. „Die Ehrenamtler halten die Gesellschaft zusammen“, sagte er. Der Sport funktioniere erst durch die Ehrenamtlichen. „Einfach machen!“, brachte Vivian Hecker, Leiterin der Abteilung Marketing & Events beim Abendblatt und Jury-Mitglied, den unermüdlichen Einsatz vieler Norddeutscher auf den Punkt.

Wie vielfältig sie sich engagieren, zeigt die Liste der Nominierten und der Preisträger des Sparda-Bank Hamburg Award 2019. Sie reicht von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mit ihrem Kinder-Projekt „Eine Woche als Förster“ über barrierefreie Angelplätze in Schleswig-Holstein bis zu Legosteinen, mit denen Kinder sich nach dem Tod eines Elternteils mit dem Ritual der Bestattung auseinandersetzen können. Der mit 5500 Euro dotierte 1. Jury-Preis in der Kategorie Engagement Umweltschutz ging an die Stiftung Was tun!. Mit ihrem Projekt „Naturzeit“ unterstützt diese Stiftung Grundschüler aus bildungsfernen Schichten beim Erkunden der heimatlichen Natur. Den 1. Platz beim Publikumspreis (Online-Voting) Umweltschutz erzielt die Eppendorfer Initiative Hege Helping Hands mit „Everyday for Future“. Mit dem Preisgeld von 5000 Euro sollen Bäume im Klövensteen gepflanzt werden.

Achtsamkeit und respektvolles Miteinander

Ein Herz für junge Erwachsene, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, hat der Verein Housing Lüneburg. Für die jungen Leute werden Karate-Kurse angeboten, die ihnen helfen sollen, Achtsamkeit und respektvolles Miteinander zu lernen. Das war der Jury den ersten Platz in der Kategorie Sport und 5500 Euro wert. Das Publikum stimmte beim Sport ebenfalls für ein Lüneburger Projekt: Der SV Eintracht Lüneburg organisiert für Mädchen Ferienfußball-Kurse. Mit dem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro sollen unter anderem Trikots gekauft und das Mittagsessen finanziert werden.

Wie die „dicke Deern“ sozial benachteiligten Menschen hilft, zeigt die Kategorie Soziales. Über den 1. Preis der Jury freut sich der Bergedorfer Engel e. V., der Obdachlose mobil mit Speisen, Getränken und Hygieneartikeln versorgt. Danach wurde auf der Bühnenleinwand ein kurzes Video über einen Lübecker Aussteiger aus der rechtsextremen Szene gezeigt. Philipp, 41 Jahre alt, trägt mit der Aktion „Besser Extremislos“ und einem YouTube-Kanal dazu bei, dass junge Leute nicht in extreme Weltbilder abgleiten – Publikumspreis in der Kategorie Soziales.

Mehr noch: Zum zweiten Mal wurde beim Sparda-Award ein Sonderpreis in der Kategorie Kultur vergeben – gemeinsam mit der Kulturredaktion des Abendblatts. Über 10.000 Euro freut sich der Verein KulturLeben. Er trägt dazu bei, dass sozial benachteiligte Menschen kostenlos Eintrittskarten für Konzerte, Ausstellungen und weitere kulturelle Veranstaltungen erhalten. Seit der Gründung wurden mehr als 70.000 Karten vergeben. Maike Schiller, Kultur-Chefin des Abendblatts, erklärte, weshalb diese Initiative ausgewählt wurde: „Kultur ist nicht die Kirsche auf der Sahne. Sie ist ein Lebensmittel.“