Infektionsgefahr

Gefährliches Rotavirus breitet sich vermehrt in Hamburg aus

Diese Computerzeichnung zeigt vergrößerte Rotaviren

Diese Computerzeichnung zeigt vergrößerte Rotaviren

Foto: imago images / Science Photo Library

Robert Koch-Institut zählt im ersten Halbjahr mehr Infektionen als im gesamten Vorjahr. Besonders für Kinder ist Krankheit gefährlich.

Hamburg. 1122 Fälle von Rotavirus-Infektionen hat das Robert Koch-Institut (RKI) in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Hamburg registriert. Damit ist die Zahl der Durchfall-Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahrezeitraum immens gestiegen. Im ersten Halbjahr 2018 lag der Wert bei 619 Infektionen. In den letzten sechs Monaten des Vorjahres kamen sogar nur noch 82 Fälle hinzu.

Nach Angaben des Hamburger Instituts für Hygiene und Umwelt kann eine Infektion unterschiedliche Verläufe haben. Während einige Menschen keinerlei Symptome haben, leiden andere an leichtem Durchfall und einige Menschen klagen über Brechdurchfall, Erbrechen, Fieber und Bauchschmerzen. Für Kinder und insbesondere Säuglinge besteht ein erhöhte Gefahr. Sie könnten regelrecht Austrocknen, was zum Tod führen kann.

Nach Angaben des Instituts sind Rotaviren die häufigste Ursache viraler Darminfektionen bei Kindern. Es werde durch Schmierinfektionen oder verunreinigtes Wasser sowie Lebensmittel übertragen. dabei sei der Erreger leicht übertragbar. Es reichten geringe Mengen aus, um Kinder zu infizieren.

Schutzimpfung ist ab dem sechsten Lebensmonat möglich

Die sprunghaft gestiegenen Infektionen sind laut RKI bundesweit zu beobachten. So sind bis Ende Juni in 2019 in Deutschland 31.072 Fälle registriert worden und damit ebenfall mehr als im gesamten Jahr 2018. Damals waren es 23.602 gemeldete Infektionen.

„Die Zahlen schwanken zwar von Jahr zu Jahr stark“, sagt Andreas Schönhalz, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Niedersachsen und Hamburg, die die Zahlen jetzt veröffentlicht hat. „Die Steigerung in diesem Jahr sticht aber heraus, vor
allem in Niedersachsen.“ So deutlich wie der dortige Anstieg sei er nur noch in Berlin und Brandenburg. Warum es jetzt wieder einen signifikanten Ansteig gibt, sei dabei unklar. Zuletzt wurde 2017 ein Anstieg verzeichnet.

Eine Behandlung der Infektion beinhaltet in der Regel die Aufnahmen von genügend Flüssigkeit und Elektrolyten. In schweren Fällen kann aber auch eine Krankenhausbehandlung zur intravenösen Flüssigkeitszufuhr erforderlich sein. Schützen können sich Erwachsene und Kinder durch eine Schluckimpfung. Diese ist ab der sechsten Lebenswoche möglich.