Flüchtlingskrise

Tschentscher will Bootsflüchtlinge in Hamburg aufnehmen

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD)

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD)

Foto: Marcelo Hernandez

In einem Schreiben an die Bundesregierung versichert der Hamburger Senat das Vorhaben. "Humanitäre Pflicht".

Hamburg. Völlig überfüllte Schlauchboote, die im Mittelmeer treiben, geflüchtete Menschen, die in den Ecken der Rettungsschiffe kauern und eine Kapitänin, die von der Polizei abgeführt wird – diese Bilder gehen derzeit wieder um die Welt und zeigen erneut die Flüchtlingskrise.

Diese sorgt einmal mehr für ein diplomatisches Tauziehen: Italien und Malta verweigern Rettungsschiffen zwischenzeitlich das Anlegen. Nur wenn andere europäische Staaten zusichern, die Menschen aufzunehmen, könnten die Schiffe die Häfen ansteuern – so zumindest die Haltung Maltas in der Vergangenheit.

Hamburg hat bereits gezielt Bootsflüchtlinge aufgenommen

In einem Interview mit dem NDR im "Hamburg Journal" erklärt Peter Tschentscher (SPD), dass Hamburg nun angeboten habe, Bootsflüchtlinge aufzunehmen. Dies habe der Senat dem Bundesinnenministerium schriftlich mitgeteilt. Der Erste Bürgermeister betont zudem, bereits in der Vergangenheit habe Hamburg Flüchtlinge ganz gezielt von den Schiffen, die im Mittelmeer Menschen retten, aufgenommen.

In den vergangenen Jahren seien insgesamt 50.000 Flüchtlinge in die Hansestadt gekommen. In der Regel werden Asylbewerber in Deutschland nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Demnach muss Hamburg in diesem Jahr knapp 2,6 Prozent aller neu in Deutschland ankommenden Asylsuchenden aufnehmen.

Erstmals sind 2018 aus Seenot gerettete Flüchtlinge in der Hansestadt aufgenommen worden. Tschentscher: "Flüchtlingsschiffe in sichere Häfen zu bringen, ist humanitäre Pflicht."