Glosse

Der minderjährige Nachwuchs ordert online

Vanessa Seifert

Vanessa Seifert

Foto: Andreas Laible / HA / A.Laible

Kennen Sie das? Wenn der Postmann zweimal klingelt und ein Paket abgibt, dessen Inhalt Ihnen leider null sagt? Weil Sie das „Mensch ärgere Dich nicht“ in praktischer Reisegröße einfach nie bestellt haben. Und sich auch nicht daran erinnern können, jemals diese pinkfarbenen Badelatschen in Größe 29 geordert zu haben.

Also ich kenne das. Zum Glück nur theoretisch. Denn gerade flatterte eine Mitteilung ins Postfach, wonach 20 Prozent der deutschen Eltern schon mindestens einmal die so mittelmäßig lustige Erfahrung gemacht haben, dass der stark minderjährige Nachwuchs irgendwas online eingekauft hat – natürlich ohne Wissen der Erziehungsberechtigten. Sonst wäre ja auch der Witz weg.

Seien Sie also wachsam, falls es mal wieder einen Moment lang so beunruhigend still ist im Kinderzimmer und gleichzeitig Ihr Handy nirgendwo auffindbar ist. Acht Prozent der Eltern wollen übrigens noch glauben, dass die Kleinen da aus Versehen irgendwas gedrückt haben. 92 Prozent sind schon in der Realität angekommen und gehen schwer davon aus, dass der Nachwuchs durchaus weiß, was er tut. Immerhin besitzen 62 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen, so eine Umfrage der Preisvergleichsplattform Idealo, sowieso ein eigenes internetfähiges Handy. Medienpädagogen empfehlen daher, die Online-Aktivitäten des Kindes stets im Blick zu haben. Klar, tun wir. O Mensch, es klingelt. Paket. Nicht, dass da das neue Barbie-Traumhaus drin ist ...