Hamburg

Hitze-Wochenende: Erhöhte Brandgefahr in Hamburg

Grillen an der Alster: Am Wochenende ist das Wetter picknick-tauglich.

Grillen an der Alster: Am Wochenende ist das Wetter picknick-tauglich.

Foto: Marcelo Hernandez

Sommerliche Hitze an Elbe und Alster. Experten warnen vor Algen, Brandgefahr und UV-Strahlung. Nächste Woche soll es kühler werden.

Hamburg. Die Abkühlung am Freitag war nur eine Verschnaufpause. Die Hitze kommt zurück. Schon am heutigen Sonnabend ist es wieder heiß in der Hansestadt. Am heutigen Sonnabend werden laut Dominik Jung von wetter.net 30 Grad Celsius erreicht. Und am Sonntag soll es sogar noch heißer werden: "Bis zu 36 Grad sind in Hamburg möglich – eine kurze, aber heftige Hitzewelle", so der Wetterexperte. Perfektes Grillwetter also, jedoch warnt die Feuerwehr vor Brandgefahr. "Durch die anhaltend hohen Temperaturen und ausbleibende Regenfälle sind Wiesen, Wälder und Böschungen und auch das tiefgehende Erdreich extrem trocken", meldet die Feuerwehr.

Es bestehe eine hohe Brandgefahr für die Vegetation. Vom 30. Juni an werde für Hamburg und die Umgebung die Waldbrand-Gefahrenstufe 4, die zweithöchste, erwartet. Zudem warnt der Deutsche Wetterdienst für Sonntagnachmittag vor erhöhter UV-Intensität. Das bedeutet: Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 ist beim Aufenthalt in der Sonne dringend notwenidg.

Wetter in Hamburg: Auch etwas Regen ist möglich

Die extreme Hitze ist nur von kurzer Dauer. Am Montag gehen die Temperaturen wieder runter auf angenehme 23 oder 24 Grad, am Dienstag und Mittwoch werden etwa 20 Grad erwartet. Auch etwas Regen ist in der kommenden Woche möglich. "Die Trockenheit in der Natur im Norden ist sehr groß, große Regenmassen werden es jedoch nicht werden", erklärt Jung. "Mit drei bis vier Litern pro Quadratmeter ist es eher der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, der flächendeckende Landregen bleibt weiterhin aus".

Algen in der Alster

In der Hamburger Binnen- und Außenalster sowie in einigen Badeseen nimmt derweil das Wachstum von Blaualgen zu. An der Messstation Lombardsbrücke seien Konzentrationen von Blaualgen-Chlorophyll gemessen worden, die knapp am Warnwert des Umweltbundesamts (UBA) liegen, teilte das Institut für Hygiene und Umwelt am Freitag mit. Noch aber würden die Werte "sehr deutlich unter der Schwelle für ein Badeverbot" liegen.

Besonders Kinder, empfindliche Personen und Haustiere sollten bei starker grünlicher Trübung oder Algenschlieren auf der Wasseroberfläche den Hautkontakt und das Verschlucken des Wassers vermeiden. Bei anhaltend sonnigem und niederschlagsarmem Wetter ist damit zu rechnen, dass die Blaualgen-Konzentration in Alster und Badeseen weiter ansteigt, warnt das Institut. In einigen Uferbereichen seien bereits die intensiv blau-grün schimmernden Algenteppiche zu beobachten.

Die sogenannten Blaualgen sind eigentlich Cyanobakterien, die häufig vom Wind zu dichten Teppichen in den Uferbereichen zusammengetrieben werden. Bestimmte Arten von Cyanobakterien produzieren Toxine (Cyanotoxine), die Körperreaktionen bei Menschen und Tieren hervorrufen können. Vor allem bei empfindlichen Personen können Haut- und Schleimhautreizungen oder Bindehautentzündungen auftreten. Beim massenhaften Verschlucken dieser Algen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Tourismus: "Hoffen auf zweiten Super-Sommer"

Auch wenn die Natur leidet, der Tourismus im Norden profitiert von dem schönen Wetter. Denn Urlaub in Deutschland liegt im Trend. Das spüren auch die Ferienorte in Schleswig-Holstein. Nicht nur an den Küsten von Nord- und Ostsee, sondern auch in der Holsteinischen Schweiz sei die Buchungslage für die Sommermonate gut bis sehr gut, sagte die Sprecherin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), Manuela Schütze. Die Auslastungsquote reiche je nach Region, Ort und Ferienwoche von sehr guten 70 Prozent in der Holsteinischen Schweiz bis zu 99 Prozent in Grömitz.

"Zur Hauptferienzeit von Mitte Juli bis Mitte August, wenn sich die Sommerferien von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen überschneiden, ist Grömitz zu 99 Prozent ausgelastet", sagte Jacqueline Felsmann vom Tourismus-Service Grömitz. Als Grund sieht sie in erster Linie das Wetter: "Der letzte Sommer an der Ostseeküste hat mit seinen tropischen Temperaturen gezeigt, was er kann und auch das aktuelle, anhaltend schöne Wetter macht Lust auf Strand und Badeurlaub."

Der Supersommer 2018 macht sich auch bei den Vorbuchungen bemerkbar. "Bei uns waren die Unterkünfte für die Sommermonate deutlich früher ausgebucht als in früheren Jahren", sagte Felsmann. Ähnlich sieht es in Heiligenhafen im Kreis Ostholstein und in Eckernförde im Kreis Rendsburg-Eckernförde aus. Auch Lübeck rechnet für die Stadt und das Ostseebad Travemünde mit mehr Gästen als 2018. "Die Auslastung ist schon sehr gut. Sollte das Wetterweiterhin gut bleiben, wird 2019 das Vorjahr in jedem Fall überholen", sagt Wibke Borns vom Lübeck und Travemünde Marketing.

Nur noch wenig Unterkünfte auf Amrum und Föhr frei

Auch an der Nordsee und auf den Inseln sind die Touristiker mit der Buchungslage zufrieden. Auf Amrum sind die Unterkünfte gut gebucht, nur Anfang Juli und ab Mitte August lassen sich noch freie Zimmer und Wohnungen finden. "Wenn man zwischen Mitte Juli und Mitte August kommen will, wird es schwierig", sagt Frank Timpe von der Amrum Touristik.

Auch auf der Nachbarinsel Föhr sind die Touristiker mit der derzeitigen Buchungslage zufrieden. "Es sieht gut aus bei uns", sagte Ann-Kathrin Meyerhof, Sprecherin bei der Föhr Tourismus. Die Auslastung liege aktuell bei 85 Prozent. Es wird damit gerechnet, dass sie noch auf 90 Prozent steigt. "Wir rechnen auch wieder mit vielen Tagesgästen", sagte Meyerhof.

Auf der Promi-Insel Sylt ist die Auslastung in den kommenden Wochen ebenfalls gut und im Vergleich zum Vorjahr stabil. "Für Kurzentschlossene gibt es zwar noch freie Unterkünfte in allen Inselorten, sie sollten allerdings flexibel in Sachen Datum und Unterkunftskategorie sein", sagte Jutta Vielberg von der Sylt Marketing.