Hamburg

Festland: Bademeisterin reanimiert 20-Jährigen im Schwimmbad

Ein Becken im Schwimmbad "Festland" an der Holstenstraße.

Ein Becken im Schwimmbad "Festland" an der Holstenstraße.

Foto: Lars Berg / imago images

Erneut sorgt ein Badeunfall in Hamburg für Bestürzung. Der Mann trieb leblos im Sportbecken des Bads an der Holstenstraße.

Hamburg. Das schöne, sonnige Wetter hat eine Schattenseite: Kaum steigen die Temperaturen, muss die Feuerwehr fast täglich ausrücken, um einen Schwimmer aus dem Wasser zu retten oder – im schlimmsten Fall – tot zu bergen. Und dieser fatale Trend zeichnet sich nun auch zum Auftakt der hochsommerlichen Badesaison ab.

Am Mittwochnachmittag trieb ein 20 Jahre alter Mann leblos im Sportbecken des Schwimmbades Festland an der Holstenstraße. Eine Bademeisterin hatte den Mann schon zuvor im Blick, weil er sich im Wasser sichtlich ungeschickt anstellte. Als sie gegen 16 Uhr sah, dass er in Not geriet, löste sie sofort Alarm aus.

Zwei Bademeister zogen den 20-Jährigen aus dem Wasser. „Unsere Mitarbeiter haben ihn reanimiert, er hat Wasser gespuckt, und kurz danach war er wieder ansprechbar“, sagte Bäderland-Sprecher Michael Dietel dem Abendblatt. Eine alarmierte Rettungswagenbesatzung und ein Notarzt stabilisierten den Mann und brachten ihn ins AK Altona. Lebensgefahr besteht nicht. „Die Rettung hat hervorragend funktioniert“, sagte Dietel.

Bäderland appelliert an Eltern

Erst am Montag hat ein Bademeister einen 30 Jahre alten Schwimmer im Billstedter Freibad an der Archenholzstraße vor dem Ertrinken gerettet. Nachdem der Mann unvermittelt im Becken untergegangen war, zog der Bademeister den Bewusstlosen an Land und reanimierte ihn zusammen mit einem Notarzt. Wie sich nach Auslesen der Defibrillator-Daten herausstellte, hatte der Mann aus noch unbekannten Gründen ein Vorhofflimmern Er kam ins Krankenhaus.

Damit sich Szenen wie im Vorjahr nicht wiederholen, appelliert Bäderland an alle Eltern, Kinder im Schwimmbad nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Hintergrund sind eine Reihe schwerer Badeunfälle. In mehreren Fällen kamen Kinder 2018 beispielsweise zu Schaden, weil ein Elternteil durch das Handy abgelenkt war. Insgesamt starben im Vorjahr 16 Menschen in Hamburger Gewässer