Energie-Politik

Streit über LNG: Opposition attackiert BUND

Michael Kruse, FDP-Fraktionschef

Michael Kruse, FDP-Fraktionschef

Foto: MICHAEL RAUHE

Der geplante Infrastruktur-Ausbau für verflüssigtes Erdgas löst eine Debatte aus. FDP: Verbände blockieren neue Technologien.

Hamburg. Die Kritik des BUND am geplanten Ausbau der Infrastruktur für verflüssigtes Erdgas (LNG) hat eine politische Debatte ausgelöst. Hintergrund ist die Zustimmung Hamburgs zu einer Bundesratsentscheidung, mit der der Bau von LNG-Terminals gefördert werden soll. Im Gespräch sind Anlagen in Brunsbüttel, Stade, Wilhelmshaven oder Rostock. Obwohl LNG in der Schifffahrt deutlich weniger Abgase produziert als die Ölverbrennung, lehnen Kritiker die Nutzung ab: weil auch Gas-Verbrennung zur Klimaerwärmung beitrage, bei LNG eine vielfach stärkere Belastung durch frei werdendes Methan hinzukomme – und das Gas teilweise durch umweltschädliches Fracking gewonnen werde.

„LNG spielt eine entscheidende Rolle für die Senkung der Emissionen aus Schiffsabgasen“, sagte dagegen FDP-Fraktionschef Michael Kruse. „Es ist eine große Tragik, dass die Umweltverbände sämtliche neuen Technologien blockieren, die hier absehbar zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Wer gegen LNG ins Felde zieht, legt die Axt an die Verbesserung der Luftqualität im Hafen und der gesamten Stadt.“

CDU-Umweltpolitiker Stephan Gamm sagte, der BUND erweise sich „einmal mehr als Feind der infrastrukturellen Erneuerung unseres Landes, ohne selbst eigene Lösungen anzubieten“. Die Vorteile einer Nutzung von LNG insbesondere in der Schifffahrt seien „offensichtlich und werden von fast allen politischen Kräften in Hamburg anerkannt“, so Gamm. Offenbar wolle der BUND nach Kernenergie, Energiekonzernen und Kohle jetzt auch „dem Energieträger Gas den Kampf ansagen“.