Deutsche Bahn

Nach Bahnchaos: Erneut Probleme auf Strecke Hamburg–Sylt

Gedränge auf dem Hamburger Hauptbahnhof (Symbolfoto).

Gedränge auf dem Hamburger Hauptbahnhof (Symbolfoto).

Foto: picture alliance / dpa

Kreuzfahrer und Ausflügler stürmten Züge am Hauptbahnhof Richtung Kiel. Am Sonntag warnte die Bahn vor überlasteten Zügen nach Sylt.

Hamburg. Nach den massiven Einschränkungen bei den Zügen der Deutschen Bahn auf der Regionalstrecke von Hamburg nach Kiel am Sonnabend gab es auch am Sonntag immer noch Behinderungen auf einigen Strecken.

Einschränkungen nach Sylt

Wie bereits am Sonnabend mussten die Gäste sich auch am Sonntag auf der Strecke zwischen Hamburg und Sylt (Linie RE6) auf Überlastungen einstellen. Züge ab Hamburg-Altona fuhren mit verringerter Anzahl an Sitzplätzen auf die Nordseeinsel.

Der Grund: Es wurden lediglich vier statt zehn Waggons eingesetzt. "Es wird eine hohe Auslastung erwartet", meldete die Bahn am Morgen über Twitter. Der Regionalexpress von Westerland nach Hamburg-Altona war am frühen Morgen zwischen Husum und Altona aufgrund einer technischen Störung am Zug ausgefallen. Die Fahrgäste wurden gebeten, ab Husum den Regionalexpress 11015 um 9.31 Uhr zu nutzen.

Am Vorabend hatte die Bahn beim Zug Westerland–Altona mit Abfahrt um 18.22 Uhr ein "außergewöhnlich hohes Reisendenaufkommen" verzeichnet. Eine Mitfahrt könne nicht garantiert werden, hieß es. Fahrräder könnten gar nicht befördert werden.

Kreuzfahrer und Ausflügler stürmen Bahnhof

Schon am Sonnabend konnte die Deutsche Bahn auf ihrer Regionalstrecke von Hamburg nach Kiel eine Mitfahrt der Reisenden zum gewünschten Zeitpunkt nicht garantieren. Den Reisenden wurde empfohlen, gegebenenfalls eine andere Verbindung zu nutzen. Es gebe ein "außergewöhnlich" hohes Passagieraufkommen, hieß es.

Bahnen sind überfüllt

Der Grund: Die Züge waren angesichts der vielen Fahrgäste überfüllt. "Da kommen mehrere Dinge zusammen", sagte eine Bahnsprecherin dem Abendblatt. Zum einen wurde an diesem Sonnabend die Kieler Woche eröffnet, das größte Segelsportereignis der Welt.

Zum anderen lagen in der Kieler Förde gleich drei Kreuzfahrtschiffe, bei denen ein Passagierwechsel stattfindet: "Mein Schiff 4" von TUI Cruises, "MSC Meraviglia" und die "AIDAprima". Deshalb seien verstärkt in beiden Richtungen Kreuzfahrer unterwegs.

Vom erhöhten Passagieraufkommen war vor allem der RE 72 betroffen. Dazu kam am Sonnabend, dass auf anderen Strecken weniger Wagen unterwegs gewesen seien, sagte der Bahnsprecher. Die Reisenden waren gebeten worden, vor Ort auf Lautsprecherdurchsagen und auf alternative Angebote zu achten. Teilweise war die Zahl der Waggons halbiert worden.

4000 Sportler aus 60 Nationen

Die 125. Kieler Woche wurde am Sonnabendabend offiziell eröffnet und soll bis zum 30. Juni wieder ein Millionenpublikum anlocken. Rund 2000 Veranstaltungen stehen auf dem Programm des größten Sommerfestes im Norden Europas. Zum weltweit größten Seglertreffen werden rund 4000 Sportler aus 60 Nationen erwartet.

AIDA-Schiffe auf der Kieler Woche

Und das ist los bei den Kreuzfahrern in Kiel: Bis Oktober 2019 nimmt AIDAprima von der Förde aus Kreuzfahrten nach Tallinn, St. Petersburg, Helsinki und Stockholm Kurs. Im Juli stehen außerdem zwei Reisen entlang Norwegens Küste auf dem Programm. 23 Anläufe wird AIDAprima in dieser Saison in Kiel absolvieren. Insgesamt kommen die Schiffe mit dem Kussmund in diesem Jahr 60-mal an die Förde, heißt es bei der Reederei. Während der Kieler Woche werden vier AIDA Schiffe erwartet. Am 30. Juni 2019 startet um 23 Uhr das große AIDA Abschlussfeuerwerk.

Viele Kreuzfahrtgäste reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Kiel, um sich die teuren Parkgebühren zu sparen.

Auch die "Mein Schiff 4" ist von Kiel aus Richtung Baltikum und Russland unterwegs. Am Sonnabendabend legt das Schiff mit den Zielen Tallinn, St. Petersburg, Helsinki und Stockholm ab.