A-1-Sperrung seit 21 Uhr

Hamburgs Verkehrskoordinator rät von Fahrt an die Ostsee ab

Am gesamten Wochenende ist Hamburgs Hauptverkehrsader dicht. Lange Staus sind zu befürchten. Montag droht neues Ungemach.

Hamburg. Die aufwendig betriebene Archivsuche bleibt ohne Ergebnis. Altgediente Mitarbeiter des Hamburger Landesbetriebs für Straßenbau können sich immerhin an eine eintägige Sperrung wegen einer Brückensprengung erinnern. 1987 ist das gewesen. Und so muss man sagen, dass das, was an diesem Wochenende auf der A 1 passiert, zumindest in den vergangenen gut 30 Jahren in Hamburg noch nie passiert ist: Die Autobahn wird für 56 Stunden komplett gesperrt.

Die Stadt steuert auf ein Wochenende mit ungewissem Ausgang zu. Halten sich die Autofahrer an den Appell der Verkehrsbehörde, möglichst zu Hause zu bleiben? Ist die Umleitungsstrecke leistungsfähig genug? Ist bedacht worden, dass die Berliner und die Brandenburger seit Donnerstag Schulferien haben? Ist bedacht worden, dass der Feiertag Fronleichnam (am Donnerstag) viele Ruhrgebietbewohner an die Ostsee gelockt haben könnte? Urlauber also, die am Sonntag wieder heimfahren wollen?

Sperrung mit schwerwiegenden Auswirkungen

In der Verkehrsbehörde weiß man, dass die Sperrung schwerwiegende verkehrliche Auswirkungen haben wird. Aber die Brücke, die bei Billstedt über die Autobahn führt, ist nun einmal marode – und muss komplett erneuert werden. Eine Alternative gibt es nicht. Christian Merl, Hamburgs Verkehrskoordinator, sagt deshalb: „Am besten ist es, das Wochenende zu Hause zu verbringen und die Elbstrände zu genießen. Ich empfehle dringend, Fahrten an die Ostsee nicht anzutreten.“

Die Vollsperrung begann am Freitag, 21. Juni, um 21 Uhr und endet am Montag, 24. Juni, um 5 Uhr. Betroffen ist der rund elf Kilometer lange Abschnitt zwischen den Autobahndreiecken Hamburg-Süd und Hamburg-Ost. Damit nicht genug: Gesperrt wird auch die A 25 ab Allermöhe in Fahrtrichtung Hamburg-Zentrum. Hier geht es am Sonntag um 3 Uhr los und endet am Montag um 5 Uhr. Betroffen von den Sperrungen sind rund 175.000 Autofahrer, die am Wochenende in der Regel auf der A 1 unterwegs sind, und rund 25.000 Autofahrer, die sonntags die A 25 nutzen.

Die B5-Brücke über die A1 hat Betonkrebs

In der Zeit der Sperrung sollen auf den Straßen mehrere Arbeiten ausgeführt werden. Wichtigste Aufgabe: Die Brücke, die die B 5 über die A 1 führt, ist marode. Betonkrebs hat das gut 60 Jahre alte Bauwerk zerfressen, es muss komplett erneuert werden. Das geschieht in mehreren Schritten.

Am Wochenende wird die südliche Brückenhälfte abgerissen. Die neue Brückenhälfte wird 2020 fertig sein. Dann folgt eine erneute, vermutlich ebenso lange Autobahnsperrung, um die nördliche Brückenhälfte abzureißen. Im Sommer 2021 soll alles fertig sein.

Die Umleitungen für die gesperrte A1

Für die gesperrte A 1 ist eine Umleitung ausgeschildert. Richtung Norden ist sie etwas kürzer als Richtung Süden.

Sie führt ab der Anschlussstelle Moorfleet über die Andreas-Meyer-Straße und Grusonstraße, Borsigstraße, Werner-von-Siemens Straße, Moorfleeter Straße, Schiffbeker Weg, Schiffbeker Höhe und Glinder Straße zur Anschlussstelle Öjendorf.

Richtung Süden müssen die Autofahrer die A 1 schon im Autobahnkreuz HH-Ost verlassen. Über die A 24 geht es zum Horner Kreisel, über Sievekingsallee, Bürgerweide, Heidenkampsweg und über die Elbbrücken zur A 255 und zurück zur A 1 (Kreuz Süd). Nutzer folgen der Ausschilderung „Elbbrücken“.

Am Freitagabend führte die Sperrung noch nicht zu Problemen. Die Lage sei entspannt, hieß es aus der Verkehrsleitzentrale. Befürchtet wird aber, dass es am Sonntag im Rückreiseverkehr von der Ostsee zu Staus kommen könnte. Viele Urlauber aus den katholischen Bundesländern sind bereits am vergangenen Donnerstag, dem Fronleichnamsfeiertag, zum Kurzurlaub in den Norden gefahren.

Montag und Dienstag weitere Sperrung auf A 1

Mit Beginn der neuen Arbeitswoche am Montagmorgen wird die A1 dann wieder freigegeben – in diesem Abschnitt. Denn kaum dass die Sperrung aufgehoben wird, wartet auf Reisende in Richtung Lübeck einige Kilometer weiter neues Ungemach. Wie der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) am Freitag mitteilte, werden zwei Fahrstreifen der A 1 zwischen der Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck in Richtung Norden (Fehmarn) am Montag und Dienstag jeweils von 8 bis 19 Uhr gesperrt.

Grund seien dringend notwendige Sanierungen schadhafter Stellen. Eine Fahrspur stehe währenddessen weiter zur Verfügung. Der LBV.SH bittet, "sich auf die erforderliche Baumaßnahme einzustellen, den ausgeschilderten Umleitungen zu folgen sowie um rücksichtsvolles Verhalten zum Schutze der Menschen auf der Baustelle".