Ver.di

Streik beim NDR: TV- und Radioprogramme können ausfallen

Im Tarifstreit fordert Ver.di eine Erhöhung der Gehälter und Honorare um sechs Prozent. NDR-Angebot reicht Gewerkschaft nicht.

Hamburg. Beschäftigte des Norddeutschen Rundfunks (NDR) wollen am Mittwoch an allen Standorten in einen mehrstündigen Warnstreik treten. Der Warnstreik sei nötig, weil das NDR-Angebot im laufenden Tarifstreit nicht einmal die allgemeine Preissteigerung ausgleichen würde, kritisierte Ver.di-Fachbereichsleiter Martin Dieckmann am Dienstag in Hamburg.

Die Einkommensentwicklung dürfe nicht vom öffentlichen Dienst abgekoppelt werden. Ver.di fordert unter anderem eine Erhöhung der Gehälter und Honorare um sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das Arbeitgeberangebot liegt bei 1,9 Prozent. Aufgerufen zum Streik haben neben Ver.di auch der Deutsche Journalistenverband (djv) und die Deutsche Orchester-Vereinigung (dov). Es könne zum Ausfall von Programmen im Fernsehen und/oder Radio kommen, hieß es.

Öffentlicher Dienst bekommt 8 Prozent mehr

"Die Beeinträchtigung des Programms ist aber nicht das erste Ziel. Es geht darum, Stärke zu zeigen und dem Arbeitgeber klar zu machen, dass die Mitarbeiter für ihre Ziele einstehen", sagte Lars Stubbe von der Gewerkschaft Ver.di. In den vergangenen Jahren hatten sich die Tarifabschlüsse der öffentlich-rechtlichen Sender stets an den Abschlüssen im öffentlichen Dienst orientiert. "Jetzt wollten die Intendaten bundesweit davon wegkommen", sagte Stubbe. Das Ergebnis der Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst betrug 8 Prozent bei 33 Monaten Laufzeit.

Treffen in Lokstedt

Die Hamburger Streikenden treffen sich um 10 Uhr beim NDR in Lokstedt und anschließend zur Streikversammlung im Atrium des New Living Home (Julius-Vosseler-Str. 40).

( epd/mw/axö )

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