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Hamburger Friedensforscher beraten jetzt Heiko Maas

Peter Tschentscher (l.) begrüßt Heiko
Maas im Rathaus.

Peter Tschentscher (l.) begrüßt Heiko Maas im Rathaus.

Foto: Christian Charisius / dpa

Institut erhält Millionenauftrag vom Außenminister. Er ist auch vom Klima-Cluster begeistert. Außenbüro in Berlin.

Hamburg.  Das „Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik“ der Universität Hamburg erhält vom Bund eine Förderung in Höhe von 3,96 Millionen Euro. Die Wissenschaftler sollen die Bundesregierung bei Fragen der multilateralen Rüstungskontrolle beraten, hierfür wird, unter anderem, ein Außenbüro in Berlin eingerichtet.

Die Forschungseinrichtung wurde im Rathaus von Außenminister Heiko Maas und Bürgermeister Peter Tschentscher geehrt. „Die Präambel der Hamburger Verfassung besagt, dass unsere Stadt „im Geiste des Friedens eine Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern der Welt“ sein will. Mit der zusätzlichen Förderung kann das Institut in besonderer Weise dazu beitragen, diesem Anspruch gerecht zu werden“, sagte Tschentscher am Montag. Heiko Maas freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Institut.

Maas: „Rüstungskontrolle stärken“

„Wir benötigen die Analyse und Beratung der Hamburger Experten mehr denn je. Gemeinsam arbeiten wir dafür, die Rüstungskontrolle zu stärken“, sagte der Minister „Für mich ist das ein zentraler Beitrag, den die deutsche Außenpolitik für Sicherheit und Freiheit leisten kann“, sagte er beim Empfang im Rathaus.

Zuvor hatte Maas die Klimaforscher der Universität Hamburg besucht. Auf die Forschungsergebnisse des Exzellenzclusters „Climate, Climatic Change and Society (CliCCS)“ will er zukünftig im UN-Sicherheitsrat zurückgreifen. „Anfang des Jahres haben wir gemeinsam mit Guatemala den Klimawandel auf die Tagesordnung gesetzt. Der Klimawandel ist nicht nur ein geologisches Problem“, sagte der Außenminister am runden Tisch mit den Wissenschaftlern.

Gesellschaftswissenschaftliche Implikationen

„In der Vergangenheit wurden Kriege geführt, um das Staatsgebiet zu vergrößern, dann folgten Kriege um Ressourcen, in der Zukunft wird die Erderwärmung für kriegerische Konflikte sorgen. Dem müssen wir bereits jetzt deeskalierend entgegenwirken, Hamburg leistet hier einen großen Anteil zur weltweiten Klimaforschung.“

„Das Einzigartige an unserem Projekt ist, dass wir interdisziplinär arbeiten. Wir untersuchen nicht nur das Klima, sondern auch die gesellschaftswissenschaftlichen Implikationen“, sagte Politikwissenschaftlerin Amrita Narlikar, Präsidentin des ebenfalls am Cluster beteiligten GIGA. Dies betreffe auch eine Massenmigration, die der Klimawandel auslösen könnte. Die Sorge treibt auch den Minister um.